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In der vorliegenden Klausur sollen SuS das berühmte Historiengemälde (Quellensorte) "Die schlesischen Weber" von 1844 analysieren und in den Kontext der Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts einordnen und auswerten.
Das Bild wurde für den Maler Carl Wilhelm Hübner zu seinem ersten Publikumserfolg. Dabei darf man davon ausgehen, dass vor allem sozial engagierte bürgerliche Milieus das Bild rezipierten. In der Folge malte Hübner weitere Bilder mit sozialer Thematik und wird daher von Kunsthistorikern als sozial orientiert bis hin zu sozialistisch eingeordnet. Allerdings ist dies umstritten - hier ist es zu überlegen, ob folgende Erkenntnisse in den Unterricht eingebracht werden können oder die Klausur didaktisch reduziert schlicht die schlechten Zustände für die schlesischen Weber thematisiert.
Hübner wird nämlich auch nachgesagt, er habe das Bild nicht sozialromantisch (im Sinne der lit. Gattung) gemeint, sondern es unterschwellig als Parodie auf die Weinerlichkeit der Weber inszeniert - die Dreiecksfigur in der Mitte (zusammengesunkene Mutter, Kind) könnte eine Andeutung einer Hagar - Ismael Figur sein, welche im selben Jahr von einem anderen Maler gemalt worden war.
Abschließend sollen sich SuS mit der Industrialisierung als solcher auseinandersetzen und die (möglicherweise vorgebliche) Meinung des Autors beurteilen und bewerten, wobei sie einerseits das tatsächlich entstehende Elend ehemaliger Handwerker und breiter Schichten der Fabrikarbeiter aufgreifen können, dies aber auch kontrastieren können mit einer sich stark vermehrenden Bevölkerung, eine steigenden Lebenserwartung und höheren Löhne gegen Ende des Jahrhunderts. Damit scheint die frühe Industrialisierung durchaus soziale Missstände mit sich gebracht zu haben, sie hat aber insgesamt zu stark steigendem allgemeinen Wohlstand geführt.
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