Im Unterricht wird die Fall- und Wurfbewegung zumeist mit den Begriffen der Newtonschen Physik behandelt: Die Schwerkraft wirkt in Richtung des Massenzentrums (z.B. der Erde oder der Sonne) und die Bahn eines frei fallenden Körpers ergibt sich durch Zerlegung der Bewegung in zwei räumliche Komponenten - beschleunigt in Richtung der Kraft und in senkrechter Richtung dazu allein trägheitsbewegt -, nach deren getrennter Analyse und Zusammenführung der Teilergebnisse man die zeitliche Dynamik des Körpers auf seiner Bahn endlich erhält. Bei der Behandlung der Planetenbewegung tauchen dann noch Begriffe wie Zentripetal- und Zentrifugalkraft auf, und es wird oft ein vermeintliches Kräftegleichgewicht zur Erklärung der Stabilität einer Bahn konstruiert, all dieses aber nur für den Sonderfall der Kreisbahn. Nirgends taucht in dieser üblichen Behandlungsweise die Keplerellipse bzw. die Theorie der Keplerbewegung auf, die doch so sehr durch ihre Eleganz und Schönheit besticht und viel besser als Newtons Physik geeignet ist, das Wesen des Falls himmlischer und irdischer Körper schon qualitativ und auch ohne Rückgriff auf höhere Mathematik ganz einsichtig zu beschreiben. Das Kalkül der Newtonschen Theorie leistet das so nicht, und in der Unterrichtspraxis wird die in der Antike gemachte Trennung zwischen den irdischen und himmlischen Bewegungsformen, die durch Newton doch eigentlich aufgelöst wurde, praktisch wieder eingeführt.
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