Gib deinen Schüler*innen ein starkes Werkzeug an die Hand, um ihre Ziele zu erreichen und eigene Wege zu finden! Dieses Material zur GROW-Methode unterstützt dich dabei, deine Lernenden im schulischen Mentoring gezielt zu fördern. Sie lernen, ihre eigenen Ziele klar zu formulieren, ihre aktuelle Situation realistisch einzuschätzen, kreative Lösungswege zu entwickeln und konkrete Schritte zur Umsetzung zu planen.
Die GROW-Methode ist ein bewährter Gesprächsleitfaden für Coaching- und Mentoringgespräche. Der Name steht für die vier Phasen des Prozesses:
Goal (Ziel): Was möchte ich erreichen?
Reality (Realität): Wo stehe ich gerade?
Options (Möglichkeiten): Welche Wege gibt es?
Will/Way Forward (Umsetzung): Was mache ich jetzt?
Deine Rolle als Mentor*in ist es, die Lernenden durch gezielte Fragen zu begleiten, damit sie ihre eigenen Lösungen entdecken.
Wofür eignet sich die GROW-Methode im schulischen Mentoring?
Mit diesem Material kannst du deine Schüler*innen in vielen Bereichen stärken:
Lern- und Leistungsziele klar definieren und erreichen.
Motivationsprobleme gezielt angehen und überwinden.
Die eigene Arbeitsorganisation und Selbstständigkeit nachhaltig verbessern.
Probleme und Herausforderungen strukturiert analysieren und bewältigen.
Eigene Lösungswege kreativ entwickeln und bewerten.
Entscheidungen fundiert vorbereiten und treffen.
Die Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit der Lernenden spürbar stärken.
Konkrete nächste Schritte planen und verbindlich festlegen.
Was deine Schüler*innen mit der GROW-Methode lernen:
Durch die Anwendung der GROW-Methode entwickeln deine Schüler*innen wichtige Kompetenzen, die sie weit über die Schule hinaus begleiten:
Zielorientierung: Sie lernen, klare und erreichbare Ziele zu formulieren.
Selbstreflexion: Sie können ihre aktuelle Situation ehrlich einschätzen und Stärken erkennen.
Problemlösungskompetenz: Sie entwickeln kreative und vielfältige Lösungsansätze.
Entscheidungsfähigkeit: Sie treffen fundierte Entscheidungen und planen deren Umsetzung.
Eigenverantwortung: Sie übernehmen Verantwortung für ihre Lernprozesse und Erfolge.
Selbstwirksamkeit: Sie erfahren, dass sie ihre Herausforderungen aktiv gestalten können.
Planungskompetenz: Sie zerlegen große Ziele in machbare Schritte und setzen diese um.
Die vier Schritte der GROW-Methode im Detail:
1. G – GOAL | Dein Ziel klären
Deine Lernenden beschreiben, was sie erreichen oder verändern möchten. Das Ziel sollte positiv, konkret, persönlich bedeutsam und möglichst realistisch sein.
Stell zum Beispiel diese Fragen:
Was möchtest du erreichen?
Was möchtest du stattdessen?
Warum ist dir dieses Ziel wichtig?
Woran würdest du erkennen, dass du dein Ziel erreicht hast?
Wie wichtig ist dir das Ziel auf einer Skala von 0–10?
Dein Tipp als Mentor*in: Starte nicht vorschnell mit Lösungen. Kläre zuerst genau, wohin die Lernenden eigentlich möchten.
2. R – REALITY | Die aktuelle Situation betrachten
Gemeinsam klärt ihr, wie die Situation momentan tatsächlich aussieht. Dabei betrachtet ihr auch bereits vorhandene Stärken, Erfolge und Ressourcen.
Stell zum Beispiel diese Fragen:
Was ist momentan los?
Was läuft bereits gut?
Was ist noch schwierig?
Was hast du bisher ausprobiert?
Was hilft dir bereits?
Welche Personen oder Bedingungen beeinflussen die Situation?
Wo stehst du aktuell auf einer Skala von 0–10?
Dein Tipp als Mentor*in: Frag neutral und neugierig nach. Die Situation soll verstanden, nicht bewertet werden.
3. O – OPTIONS | Möglichkeiten entwickeln
Deine Lernenden sammeln möglichst viele eigene Ideen und Handlungsoptionen. Zunächst geht es darum, Möglichkeiten zu finden – nicht darum, jede Idee sofort zu bewerten.
Stell zum Beispiel diese Fragen:
Was könntest du tun?
Welche Möglichkeiten hast du noch?
Was würde dir helfen?
Was könntest du anders machen als bisher?
Was würdest du einem Freund*in in derselben Situation raten?
Was wäre möglich, wenn du für einen Moment alle Einschränkungen ausblendest?
Dein Tipp als Mentor*in: Sammelt Ideen zunächst. Erst danach prüft ihr gemeinsam, welche Möglichkeiten realistisch und hilfreich sind.
4. W – WILL / WAY FORWARD | Die Umsetzung planen
Aus den gesammelten Möglichkeiten wählt ihr einen konkreten nächsten Schritt aus. Die Lernenden entscheiden selbst, was sie umsetzen möchten und wann sie beginnen.
Stell zum Beispiel diese Fragen:
Welche Möglichkeit möchtest du ausprobieren?
Was wirst du konkret tun?
Wann beginnst du?
Bis wann möchtest du den Schritt umgesetzt haben?
Wer oder was kann dich unterstützen?
Was könnte dich noch hindern und wie möchtest du damit umgehen?
Wie sicher bist du auf einer Skala von 0–10, dass du diesen Schritt umsetzt?
Dein Tipp als Mentor*in: Am Ende muss ein kleiner, klarer und überprüfbarer nächster Schritt stehen.
Deine Rolle als Mentor*in: Begleiten statt Vorgeben
Bei GROW steht nicht deine Rolle als Mentor*in im Mittelpunkt, sondern das Denken der Lernenden. Du strukturierst das Gespräch, hörst aktiv zu und unterstützt durch Fragen dabei, Klarheit zu gewinnen.
Schaffe eine ruhige und wertschätzende Gesprächsatmosphäre.
Stell offene statt lenkende Fragen.
Greif aktiv zu und wichtige Aussagen auf.
Gib nicht vorschnell Lösungen oder Ratschläge.
Mach Stärken und bereits vorhandene Ressourcen sichtbar.
Gib den Lernenden Zeit zum Nachdenken.
Lass Entscheidungen möglichst bei den Lernenden.
Haltet am Ende einen konkreten nächsten Schritt fest.
So könnte ein Gespräch ablaufen:
Phase
Ziel
Zentrale Leitfrage
Goal
Ziel klären
Was möchtest du erreichen?
Reality
Situation verstehen
Wo stehst du gerade?
Options
Möglichkeiten entwickeln
Was könntest du tun?
Will
Umsetzung festlegen
Was wirst du konkret tun?
Worauf du als Mentor*in besonders achten solltest:
Bleib nicht zu lange beim Problem – führe ausreichend in Richtung Lösung.
Formuliere Fragen altersgerecht und verständlich.
Mach auch kleine Fortschritte und vorhandene Fähigkeiten bewusst sichtbar.
Lass bei Optionen zunächst Kreativität zu, bevor ihr Möglichkeiten bewertet.
Formuliere das Ziel und den Plan nicht für die Lernenden.
Zerlege große Vorhaben in kleine, realistische Schritte.
Haltet Vereinbarungen möglichst konkret fest: Was? Wann? Wie? Mit welcher Unterstützung?
Wenn deine Lernenden keine eigene Lösung finden:
Manche Lernende antworten zunächst mit „keine Ahnung“. Gib nicht auf! Hilfreich sind kleine Impulse oder Perspektivfragen, die das eigene Denken wieder anregen:
Was wäre eine ganz kleine Möglichkeit?
Was hat schon einmal ein bisschen funktioniert?
Was würde jemand tun, der dieses Problem gut lösen kann?
Welche drei Ideen fallen dir ein, auch wenn sie zunächst ungewöhnlich wirken?
Soll ich dir einen Impuls geben und du entscheidest, ob er zu dir passt?
Nachverfolgung im nächsten Mentoring-Gespräch:
Diese Fragen helfen dir, den Fortschritt zu besprechen:
Was hast du seit unserem letzten Gespräch umgesetzt?
Was hat gut funktioniert?
Was war schwieriger als erwartet?
Was hast du über dich herausgefunden?
Muss dein Plan angepasst werden?
Was ist jetzt dein nächster Schritt?
Kurz zusammengefasst:
G = Goal: Was möchte ich erreichen?
R = Reality: Wo stehst du gerade?
O = Options: Welche Möglichkeiten habe ich?
W = Will/Way Forward: Was werde ich konkret tun?
Gib den Weg nicht vor, sondern unterstütze deine Lernenden dabei, ihren eigenen Weg zu erkennen und zu gehen.
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