Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
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Zwei Arbeitsblätter zur Ökologie. Blatt 1 sichert die 11 Oberbegriffe der abiotischen und biotischen Umweltfaktoren an 10 Fällen, die sich nur mit ihnen lösen lassen. Blatt 2 führt die Toleranzkurve von Grund auf ein – an Bachforelle und Karpfen in einem Diagramm, mit Ein-Grad-Linien, an denen man wirklich ablesen kann. Dazu eine Wortspeicherkarte zum Laminieren, vollständige Lösungen, ein Ablauf für 60 und für 45 Minuten, fünf Landeslehrpläne mit ehrlicher Passungsangabe und ein Kasten, der offenlegt, was an den Zahlen unsicher ist. 7 Seiten, farbig und schwarzweiß.
Abiotisch oder biotisch – das können die meisten nach zehn Minuten. Was danach fehlt, ist der Oberbegriff: Der Fuchs frisst die Maus, und das ist eben nicht „Tiere“, sondern eine Räuber-Beute-Beziehung. Genau da setzt dieses Material an.
Blatt 1 gibt 11 Oberbegriffe und 10 Fälle, die sich nur mit ihnen sortieren lassen. Blatt 2 baut darauf die Toleranzkurve auf – Bachforelle und Karpfen in einem Diagramm, für eine Klasse, die noch nie eine gesehen hat.
Der Satz, der hängen bleiben soll: Die Toleranzkurve zeigt nicht, ob ein Faktor gut ist – sondern wie viel davon ein Lebewesen verträgt.
Blatt 1 – „Was auf ein Lebewesen einwirkt“: die 11 Oberbegriffe als Kacheln mit Zeichen und Ein-Zeilen-Erklärung, darunter eine Tabelle mit 10 Beschreibungen. Zu jeder wird angekreuzt, ob der Einfluss abiotisch oder biotisch ist, und der Oberbegriff daneben geschrieben. Dazu zwei Zusatzaufgaben.
Blatt 2 – „Wie viel verträgt ein Lebewesen?“: die Toleranzkurve. Ein Diagramm mit zwei Arten, eine Datentabelle mit den Quellenwerten und vier Aufgaben vom Beschriften bis zum Urteil.
Wortspeicherkarte zum Ausschneiden und Laminieren: zwei Karten auf einem Blatt – die 11 Oberbegriffe mit Faustregeln auf der einen, die 6 Fachwörter der Toleranzkurve mit Bild und einem Satzanfang auf der anderen.
L1 – Lösungen: alle Zuordnungen mit Begründung, die Lösungen zu den Aufgaben 2 bis 7 und fünf Fehler, die erfahrungsgemäß kommen, mit je einer fertigen Antwort.
L2 – Ablauf und Lehrplan: der Stundenverlauf für 60 Minuten, die Kurzfassung für 45 Minuten, fünf Landeslehrpläne mit getrennter Passungsangabe, Kopierplan und Differenzierung nach oben und unten.
L3 – „Was hier nicht sicher ist“: 12 Punkte, an denen dieses Material vereinfacht oder gesetzt hat, jeder mit Grund. Dazu 10 Quellen.
L4 – das beschriftete Lösungsdiagramm zum Auflegen oder für den Beamer, mit Hinweisen, worauf es beim Vergleichen ankommt.
Abiotisch – die unbelebte Natur: Temperatur, Licht, Wasser, Boden und pH-Wert, Salzgehalt, Sauerstoff.
Biotisch – andere Lebewesen: Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehung, Parasitismus, Symbiose, Krankheitserreger.
Ordne zu. (AFB I) Die 10 Beschreibungen abiotisch oder biotisch einordnen und den Oberbegriff dazuschreiben.
Ermittle. (AFB I–II) Ein Oberbegriff kommt in den Beschreibungen nicht vor – welcher? Und ein eigenes Beispiel dazu. (Es ist „Wasser“.)
Begründe. (AFB II–III) Der Grenzfall: „Junge Buchen im Wald sterben ab, weil die großen Buchen ihnen das Licht wegnehmen.“ – abiotisch oder biotisch? Zwei Antworten sind vertretbar, und die Lösung sagt, warum.
Beschrifte. (AFB I) Die Kurve der Bachforelle hat vier besondere Stellen. Trage in die Kästchen ein: Minimum · Optimum · Maximum · Toleranzbereich. Der Wortspeicher hilft dir.
Lies ab. (AFB I) a) Bei welcher Temperatur schneiden sich die beiden Kurven? b) Wie viele Grad liegen zwischen dem Ende des Optimums der Bachforelle und dem Anfang des Optimums des Karpfens? c) Wie breit ist der Toleranzbereich der Bachforelle, wie breit der des Karpfens – jeweils in Grad? Die feinen Linien sind Ein-Grad-Schritte.
Erkläre. (AFB II) Ein Kraftwerk leitet warmes Wasser in einen Bach. Die Temperatur steigt von 12 °C auf 24 °C. Was passiert mit den Bachforellen, was mit den Karpfen? Begründe mit dem Diagramm.
Beurteile. (AFB III) Ein Fischzüchter sagt: „Der Karpfen ist der bessere Fisch – seine Kurve ist ja viel breiter.“ Nimm Stellung. Begründe mit der Form der Kurven und benutze die Wörter stenotherm und eurytherm.
Die Oberbegriffe stehen im Mittelpunkt, nicht die Beispiele. Auf dem Blatt steht ausdrücklich: „Nicht die Beispiele merken – die Oberbegriffe.“ Die 11 Oberbegriffe sind in zwei Gruppen gegliedert, jeder mit einem eigenen Zeichen und einer Erklärung, die in eine Zeile passt. Die Zuordnungsübung ist so gebaut, dass sie sich ohne diese Begriffe nicht lösen lässt – und dass sich kein Antwortmuster abschreiben lässt: fünf abiotische, fünf biotische Fälle, nie mehr als zwei gleiche hintereinander.
Die Toleranzkurve wird eingeführt, nicht vorausgesetzt. Die Klasse hat sie noch nie gesehen – davon geht das Material aus. Deshalb kommt zuerst der Text, dann das Diagramm mit leeren Kästchen zum Beschriften, dann die Ableseaufgaben. Die Fachwörter Minimum, Optimum, Maximum, Toleranzbereich, stenotherm und eurytherm stehen auf einer eigenen Karte, die neben dem Blatt liegen bleibt.
Man kann wirklich ablesen. Das Diagramm hat Linien im Ein-Grad-Abstand über die ganze Temperaturachse, gestrichelte Lote von jeder Plateaukante und markierte Endpunkte. Keine der drei Ableseaufgaben lässt sich aus der Datentabelle abschreiben – der Schnittpunkt der beiden Kurven steht in keiner Tabelle.
Ein echter dritter Anforderungsbereich. Die Schlussaufgabe ist kein verkappter Vergleich, sondern ein Urteil: Ein Fischzüchter behauptet, der Karpfen sei der bessere Fisch, weil seine Kurve breiter ist. Wer erkennt, dass „breit“ duldsamer heißt und nicht besser, hat den Merksatz der Stunde verstanden.
Die Lehrplantabelle sagt auch, wo es nicht passt. Fünf Länder, zwei getrennte Spalten: einmal für die Umweltfaktoren, einmal für die Toleranzkurve. Für Bayern steht da „nicht vorgesehen“, weil Ökologie in Klasse 9/10 dort nicht vorkommt. Für Berlin und Brandenburg steht dabei, dass das Thema in die Doppeljahrgangsstufe 7/8 gehört – das Blatt ist dort Wiederholung. Und die Toleranzkurve ist in allen fünf Ländern erst Oberstufenstoff; genau deshalb führt dieses Blatt sie ein.
15 min: Blatt 1, Übersicht und Aufgabe 1 – Die elf Oberbegriffe einmal laut vorlesen lassen, dann still arbeiten. Zehn Zeilen mit je zwei Entscheidungen brauchen die Zeit.
10 min: Blatt 1, Aufgabe 2 und 3 – Einzeln oder zu zweit. Wer schnell ist, fängt mit Aufgabe 3 an.
5 min: Vergleich im Plenum – Die Lösungsliste von L1 auflegen, damit alle zehn Zeilen kontrolliert werden. Besprochen wird nur Zeile 9 (Pilz) und Aufgabe 3.
10 min: Blatt 2, Text und Diagramm beschriften – Aufgabe 4 gemeinsam an der Tafel, dann still weiter.
10 min: Blatt 2, Aufgaben 5 bis 7 – Wer bei Aufgabe 7 nicht weiterkommt, bekommt den Satzanfang von der Wortspeicherkarte.
10 min: Sicherung – Aufgabe 7 im Plenum vergleichen, zwei Antworten vorlesen lassen. Dann den Satz für die Tafel abschreiben.
Macht 60 Minuten. Wer nur 45 hat, findet auf L2 die gekürzte Fassung mit Zeiten; in einer Doppelstunde bleibt Luft, die Schlussaufgabe im Plenum auszudiskutieren.
Nordrhein-Westfalen (Kernlehrplan Biologie Gymnasium G9, 2019, Ende Sek I): Inhaltsfeld 4 „Ökologie und Naturschutz“. Dort steht wörtlich „abiotische und biotische Umweltfaktoren“. „Toleranz“ nicht. Umweltfaktoren: ja. Toleranzkurve: später.
Baden-Württemberg (Bildungsplan 2016, Gymnasium, Klasse 9/10): 3.3.3 Ökologie. Teilkompetenz (4) verlangt wörtlich die „Angepasstheit von Lebewesen an Umweltfaktoren“; (3) nennt abiotische, (6) biotische Faktoren. „Toleranz“ nicht. Umweltfaktoren: ja. Toleranzkurve: später.
Hessen (Kerncurriculum Biologie Sek I, Gymnasium): Basiskonzept System, Inhaltsfeld „Wechselwirkungen in Ökosystemen“ – nummeriert wird dort nicht. „Abiotische und biotische Faktoren“ stehen wörtlich im Text, „Umweltfaktoren“ und „Toleranz“ nicht. Umweltfaktoren: ja. Toleranzkurve: später.
Berlin und Brandenburg (Rahmenlehrplan Teil C Biologie, Jahrgangsstufen 7–10): Themenfeld 3.2 „Lebensräume und ihre Bewohner“, Doppeljahrgangsstufe 7/8: „Biotische und abiotische Umweltfaktoren“ steht dort als Fachbegriff. In 9/10 kommt Ökologie nicht mehr vor – das Blatt ist hier Wiederholung. Umweltfaktoren: ja (Jgst. 7/8). Toleranzkurve: später.
Bayern (LehrplanPLUS Gymnasium): In Klasse 9/10 nicht vorgesehen. Jahrgangsstufe 9 behandelt als einziges Ökosystem den Boden – Nahrungsnetze, nicht Umweltfaktoren; Jahrgangsstufe 10 ist Humanbiologie. Die Toleranzkurve steht in Jgst. 13: „Toleranzkurven (Maximum, Minimum, Optimum, ökologische Potenz)“. Umweltfaktoren: nein. Toleranzkurve: später (Jgst. 13).
Ein Beispiel, damit Sie wissen, was Sie von diesem Kasten erwarten können: Die 22 °C, an denen im Diagramm die Kurve der Bachforelle endet, sind kein Sterbepunkt. Sie stammen aus einer EU-Richtlinie für Forellengewässer, die 21,5 °C als Höchstwert nennt – gerundet auf 22 °C. Das steht auf L3 genau so da, samt der Angabe, dass die Richtlinie 2013 abgelöst wurde und ihre Werte nur noch als Orientierung dienen. Auf dem Schülerblatt heißt es deshalb „verträgt höchstens“ und nicht „stirbt“.
Insgesamt stehen auf L3 12 solcher Punkte, jeder mit Grund und Quelle. Es sind 10 Quellen angegeben, alle Lehrplanquellen mit Abrufdatum.
Dieses Material ist nicht im Unterricht erprobt. Es ist fachlich recherchiert, gegen die Originallehrpläne von fünf Ländern geprüft und zweimal unabhängig gegengelesen – einmal aus der Sicht einer Neuntklässlerin, die nur die Schülerseiten vor sich hat, und einmal fachlich. Aber niemand hat es mit einer echten neunten Klasse durchgespielt. Was das für Sie heißt: Die Zeiten sind gerechnet, nicht gestoppt. Und jede Zahl, die auf den Schülerblättern als Tatsache steht, ist auf L3 mit ihrer Herkunft und ihrer Unschärfe aufgeführt – auch dann, wenn das dem Material nicht schmeichelt.
00 Alles farbig, 7 Seiten
01 Blatt 1 und 2 – die beiden Schülerseiten
02 Die Wortspeicherkarte zum Ausschneiden und Laminieren
03 L1 bis L4 – Lösungen, Ablauf, Lehrplan, Unsicherheiten, Lösungsdiagramm
04 Alles schwarzweiß, 7 Seiten, für den Kopierer
LIESMICH mit Kopierplan, Zeitfenstern und dem Hinweis, welche Seite nicht in die Klasse gehört
Stand aller Quellenangaben: 1. September 2026.
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