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Wie frei sind unsere Entscheidungen tatsächlich? Handeln wir selbstbestimmt oder werden wir von Erfahrungen, Erziehung, Gefühlen und gesellschaftlichen Einflüssen gelenkt? Dieses problemorientierte Lehrermaterial führt Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe schrittweise an eine der zentralen Fragen der Philosophie heran: Was bedeutet Willensfreiheit in einer Welt voller Determinanten?
Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit ist ein bewusst provozierender Unterrichtseinstieg. Ein scheinbar benoteter Test versetzt die Lernenden in eine Situation, in der sie den Konflikt zwischen äußerem Druck und persönlicher Überzeugung unmittelbar erleben. Die anschließende Reflexion macht erfahrbar, dass Entscheidungen häufig weniger frei sind, als sie zunächst erscheinen.
Im weiteren Verlauf untersuchen die Schülerinnen und Schüler mithilfe eines interaktiven digitalen Ethik-Kartenspiels, welche Determinanten menschliche Entscheidungen prägen. Anhand individueller Rückmeldungen der App erkennen sie, dass Lebensentscheidungen aus einem komplexen Zusammenspiel biologischer, sozialer und persönlicher Bedingungen entstehen und entwickeln so ein erstes Verständnis des Determinationsbegriffs.
Auf dieser Grundlage setzen sich die Lernenden mit Peter Bieris Kritik eines unbedingt freien Willens auseinander. Sie analysieren philosophische Texte, arbeiten zentrale Argumente heraus und erkennen, dass ein Wille ohne Erfahrungen, Gefühle oder Lebensgeschichte gerade nicht Ausdruck größtmöglicher Freiheit wäre, sondern seinen Bezug zur eigenen Person verlieren würde.
Die theoretischen Überlegungen werden anschließend auf den Film Everything Everywhere All at Once übertragen. Die Lebensgeschichte Evelyns dient dabei als komplexes Fallbeispiel, an dem Determinanten sichtbar gemacht und philosophisch analysiert werden. Ergänzend eröffnet die Viele-Welten-Theorie als Gedankenexperiment einen Perspektivwechsel: Die Schülerinnen und Schüler vergleichen alternative Lebensverläufe und erkennen, dass unterschiedliche Entscheidungen zwar neue Möglichkeiten eröffnen, zugleich jedoch neue Bedingungen und Determinanten entstehen lassen.
Abschließend lernen die Lernenden Harry Frankfurts Unterscheidung zwischen Handlungsfreiheit und Willensfreiheit kennen. Mithilfe des Beispiels eines Süchtigen sowie einer vertiefenden Analyse einer Schlüsselszene aus Everything Everywhere All at Once überprüfen sie, unter welchen Voraussetzungen ein durch Determinanten geprägter Wille dennoch als frei gelten kann. Dabei erschließen sie den Kompatibilismus als philosophische Position und beurteilen kritisch die Vereinbarkeit von Determination und Willensfreiheit.
Das Material zeichnet sich durch einen konsequent problemorientierten Unterrichtsaufbau, lebensweltnahe Beispiele, digitale Lernformate sowie die Verbindung philosophischer Originalpositionen mit filmischen Fallanalysen aus. Die Schülerinnen und Schüler erwerben nicht nur fundierte Kenntnisse zu den Freiheitskonzeptionen Peter Bieris und Harry Frankfurts, sondern entwickeln zugleich die Fähigkeit, philosophische Argumentationen auf konkrete Entscheidungssituationen anzuwenden und kritisch zu reflektieren.
Die Schülerinnen und Schüler...
erläutern die Begriffe Freiheit, Determination, Handlungsfreiheit und Willensfreiheit fachsprachlich korrekt.
beschreiben verschiedene Determinanten menschlichen Denkens, Wollens und Handelns und erläutern deren Einfluss auf individuelle Entscheidungen.
erschließen die zentralen Argumente Peter Bieris zur Kritik eines unbedingt freien Willens.
erklären Harry Frankfurts Unterscheidung zwischen Wünschen erster und zweiter Stufe sowie zwischen Handlungs- und Willensfreiheit.
erläutern den Kompatibilismus als philosophische Position und stellen die Gemeinsamkeiten der Freiheitskonzeptionen Peter Bieris und Harry Frankfurts dar.
Die Schülerinnen und Schüler...
analysieren philosophische Texte mithilfe gezielter Fragestellungen und arbeiten zentrale Argumentationsstrukturen heraus.
entnehmen philosophischen Positionen wesentliche Aussagen und sichern diese strukturiert.
untersuchen komplexe Fallbeispiele sowie Filmszenen mithilfe philosophischer Modelle.
übertragen abstrakte philosophische Theorien auf lebensweltliche Entscheidungssituationen.
vergleichen unterschiedliche Lebensverläufe systematisch hinsichtlich ihrer zugrunde liegenden Determinanten.
entwickeln begründete Argumentationen und beziehen Textbelege sowie konkrete Beispiele in ihre Analysen ein.
Die Schülerinnen und Schüler...
beurteilen den Einfluss biologischer, sozialer und persönlicher Determinanten auf menschliche Entscheidungen.
überprüfen kritisch, ob ein unbedingt freier Wille philosophisch überzeugend begründet werden kann.
bewerten Peter Bieris Auffassung, dass Determinanten Voraussetzung eines eigenen Willens sind.
beurteilen, inwiefern Handlungsfreiheit und Willensfreiheit voneinander zu unterscheiden sind.
setzen sich kritisch mit der Frage auseinander, ob Determination und Willensfreiheit miteinander vereinbar sind.
entwickeln und begründen eine eigene Position zur Frage nach Freiheit, Verantwortung und Selbstbestimmung.
Die Schülerinnen und Schüler...
reflektieren eigene Entscheidungsprozesse vor dem Hintergrund äußerer und innerer Einflussfaktoren.
erkennen Spannungsverhältnisse zwischen persönlicher Freiheit, gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Wertvorstellungen.
setzen philosophische Freiheitskonzeptionen mit eigenen Erfahrungen sowie lebensweltlichen Situationen in Beziehung.
hinterfragen die Voraussetzungen verantwortlichen Handelns und entwickeln ein differenziertes Verständnis persönlicher Freiheit.
Was bedeutet es, frei zu sein? Entstehen unsere Entscheidungen aus eigenem Willen oder werden sie von Erfahrungen, Genen, Erziehung und gesellschaftlichen Einflüssen bestimmt? Tragen wir Verantwortung für unser Handeln, wenn unser Leben von äußeren Bedingungen geprägt ist? Und welche Verantwortung erwächst aus wissenschaftlichem Fortschritt für die Zukunft der Menschheit?Dieses umfangreiche Lehrermaterialpaket führt Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe problemorientiert, lebensnah und wissenschaftspropädeutisch durch eine vollständige Unterrichtsreihe zu den zentralen Fragestellungen der philosophischen Anthropologie, Freiheitsphilosophie und Ethik. Die sieben aufeinander aufbauenden Unterrichtseinheiten verbinden klassische philosophische Positionen mit aktuellen gesellschaftlichen Kontroversen, digitalen Lernformaten und handlungsorientierten Unterrichtsmethoden.Den Einstieg bildet die grundlegende Frage nach dem Wesen menschlicher Freiheit. Ausgehend von Rousseau, Kant und Harry G. Frankfurt setzen sich die Lernenden mit Selbstbewusstsein, Reflexion und Selbstobjektivierung auseinander und erkennen, dass Freiheit weit mehr bedeutet als das Fehlen äußerer Zwänge. Aufbauend darauf untersuchen sie die vielfältigen Determinanten menschlicher Entscheidungen und analysieren mithilfe philosophischer Modelle von Peter Bieri und Harry Frankfurt, inwiefern Willensfreiheit trotz biologischer, sozialer und psychologischer Einflüsse möglich bleibt.Die anschließende Gerichtsverhandlung um den fiktiven Fall Jonas M. verbindet Philosophie mit Genetik, Neurobiologie und Psychologie. Die Schülerinnen und Schüler prüfen wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch, unterscheiden zwischen Erklärung und Verantwortung und entwickeln auf Grundlage der Positionen des Determinismus, Libertarismus und Kompatibilismus ein eigenes Urteil über Schuld und moralische Verantwortlichkeit.Mit der Unterrichtseinheit zur Wissenschaftsethik richtet sich der Blick schließlich auf gesellschaftliche Zukunftsfragen. Anhand aktueller Technologien wie Geoengineering, Brain-Computer-Interfaces oder künstlicher Organe setzen sich die Lernenden mit den Überlegungen Hans Jonas' und Nassim Nicholas Talebs auseinander und entwickeln Kriterien für verantwortungsvolles wissenschaftliches Handeln angesichts unsicherer Zukunftsfolgen.Die Frage nach Freiheit und Verantwortung wird anschließend anhand der aktuellen Debatte um die Wehrpflicht auf ein politisch-ethisches Dilemma übertragen. Philosophische Positionen von Hobbes, Kant, Mill, Arendt und Sartre ermöglichen den Schülerinnen und Schülern eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit individueller Freiheit, staatlicher Pflicht und moralischer Verantwortung.Den philosophischen Höhepunkt bildet die Beschäftigung mit Jean-Paul Sartres Existentialismus. Mithilfe eines interaktiven digitalen Entscheidungsabenteuers erleben die Lernenden unmittelbar, wie Entscheidungen Lebenswege formen, Verantwortung entstehen lassen und Freiheit immer zugleich Möglichkeit und Verpflichtung bedeutet.Den Abschluss der gesamten Unterrichtsreihe bildet eine essayorientierte Reflexionsstunde zur Parabel des angepflockten Elefanten. Hier führen die Schülerinnen und Schüler sämtliche philosophischen Positionen der Reihe zusammen, reflektieren unterschiedliche Freiheitsbegriffe und entwickeln in einem philosophischen Essay eine eigenständige Antwort auf die Leitfrage: „Wie frei ist der Mensch wirklich – und wie frei bin ich selbst?“Besonderes Kennzeichen des Materials ist die konsequente Verbindung philosophischer Originaltexte mit lebensweltlichen Problemstellungen, aktuellen gesellschaftlichen Debatten und interaktiven digitalen Lernformaten. Gedankenexperimente, Simulationen, Gerichtsverhandlungen, Rollenspiele, Filmanalysen, digitale Entscheidungsspiele sowie strukturierte Schreibaufgaben ermöglichen einen abwechslungsreichen und zugleich wissenschaftspropädeutischen Unterricht. Umfangreiche Erwartungsbilder, transparente Bewertungsraster, digitale Übungen mit unmittelbarem Feedback sowie zahlreiche kooperative Lernformen unterstützen sowohl die Unterrichtsvorbereitung als auch die eigenständige Kompetenzentwicklung der Lernenden.Die Unterrichtsreihe eignet sich ideal für den Ethikunterricht der gymnasialen Oberstufe und fördert nachhaltig philosophisches Denken, argumentatives Urteilen sowie die Fähigkeit, komplexe ethische Fragestellungen begründet auf die eigene Lebenswelt und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu übertragen.Ausgebildete KompetenzenSachkompetenzDie Schülerinnen und Schüler ...erläutern zentrale anthropologische und freiheitsphilosophische Positionen von Rousseau, Kant, Frankfurt, Bieri, Sartre, Hobbes, Mill, Arendt, Jonas und Taleb.erklären grundlegende Begriffe wie Freiheit, Willensfreiheit, Handlungsfreiheit, Determinismus, Kompatibilismus, Libertarismus, Selbstbewusstsein, Selbstobjektivierung, Verantwortung und Wissenschaftsfreiheit.analysieren philosophische Konzepte des Menschen sowie deren Bedeutung für Selbstbestimmung und moralisches Handeln.beschreiben biologische, psychologische, gesellschaftliche und philosophische Einflussfaktoren auf menschliche Entscheidungen.erläutern die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse für Fragen von Schuld, Verantwortung und Zukunftsethik.übertragen philosophische Theorien auf aktuelle gesellschaftliche, politische und persönliche Problemstellungen.MethodenkompetenzDie Schülerinnen und Schüler ...analysieren philosophische Originaltexte systematisch und erschließen deren Argumentationsstrukturen.interpretieren Parabeln, Bildimpulse, Gedankenexperimente und filmische Fallbeispiele unter philosophischen Fragestellungen.wenden philosophische Modelle auf lebensnahe Entscheidungssituationen an.vergleichen unterschiedliche philosophische Positionen strukturiert und argumentationsorientiert.analysieren wissenschaftliche Materialien kritisch und unterscheiden empirische Befunde von normativen Aussagen.nutzen digitale Lernformate, interaktive Entscheidungsspiele und Feedbacksysteme zur selbstständigen Vertiefung ihres Fachwissens.verfassen philosophische Essays sowie argumentativ fundierte Stellungnahmen unter wissenschaftspropädeutischen Gesichtspunkten.UrteilskompetenzDie Schülerinnen und Schüler ...beurteilen unterschiedliche Freiheitskonzeptionen hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit für gegenwärtige ethische Fragestellungen.reflektieren die Bedeutung biologischer, psychologischer, sozialer und kultureller Determinanten für menschliches Handeln.wägen konkurrierende Werte wie Freiheit, Sicherheit, Verantwortung und Gemeinwohl argumentativ gegeneinander ab.beurteilen die Reichweite wissenschaftlicher Erkenntnisse für moralische und rechtliche Verantwortung.entwickeln begründete Positionen zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Kontroversen.gelangen zu eigenständigen philosophischen Urteilen und vertreten diese differenziert anhand nachvollziehbarer Argumente.Handlungs- und ReflexionskompetenzDie Schülerinnen und Schüler ...reflektieren eigene Denk-, Wert- und Handlungsmuster vor dem Hintergrund philosophischer Freiheitskonzeptionen.erkennen persönliche und gesellschaftliche Einflussfaktoren ihres Handelns und entwickeln Strategien bewusster Selbststeuerung.übernehmen Verantwortung für eigene Entscheidungen und deren Konsequenzen.diskutieren ethische Fragestellungen respektvoll, argumentativ fundiert und multiperspektivisch.entwickeln Handlungsmöglichkeiten für verantwortungsbewusstes individuelles und gesellschaftliches Handeln.übertragen philosophische Erkenntnisse auf ihre eigene Lebenswelt sowie auf aktuelle Herausforderungen einer demokratischen Gesellschaft.
Klassenstufen: Q1 (11./12. Jhg.), Q2 (12./13. Jhg.)
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