−26%
62 Seiten
−26%
46 Seiten
−26%
81 Seiten



In dem Klassenstufenprogramm für die Klasse 7 sind folgende Schwerpunkte enthalten:
Berichten II: Auch in Klasse 7 sollte noch auf das Herstellen mittelbarer Informationen verzichtet werden. Ein Bericht über unmittelbar Erlebtes und Gesehenes liegt doch noch eher im Erfahrungsbereich der Schüler*innen. Sie können über schulische Veranstaltungen (z.B. Wandertag) oder von ihnen beobachtete Vorfälle berichten.
Exzerpieren III: In dieser Unterrichtsreihe untersuchen die Schüler*innen Texte unter besonderen Fragestellungen und geben die erschlossenen Ergebnisse (adressatenbezogen) weiter. Die Weitergabe kann durchaus in Form einer Klassenarbeit geschehen.
Vorgangsbeschreibung: Die Beschreibung eines Vorgangs verlangt sprachliche Präzision. Ungenauigkeiten verhindern, dass die Vorgänge nachvollzogen werden. Wegen der recht hohen Anforderungen sollten nur solche Vorgänge dargestellt werden, die nach recht einfachen Abläufen funktionieren.
Appellieren III: Die in den Klassen 5 und 6 erworbenen Basiskenntnisse machen es jetzt möglich, eine Unterrichtsreihe zu behandeln, in der der Verfasser jemanden zum Kauf eines Gegenstandes bewegen möchte. (Klasse 7: Werbung für einen Gegenstand, Klasse 8: Verhaltensänderung herbeiführen).
Argumentieren I: Es ist die Zielvorstellung des Lernzielbereiches „Argumentieren“, die Schüler*innen am Ende der Klasse 10 so befähigt zu haben, dass sie sich zum einen mit qualifizierten Beiträgen an Diskussionen beteiligen können, zum anderen aber auch in der Lage sind, ihre Positionen und Absichten in schriftlicher (geschlossener) Form darzustellen. Dieses anspruchsvolle Ziel soll in vier aufeinander aufbauenden Unterrichtsreihen verwirklicht werden: In Klasse 7 sollen erste Versuche unternommen werden, aus vorgegebenen Gesprächssituationen in sich schlüssige Gegenargumente zu entwickeln.
Nach Bauformen erzählen: Die Schüler*innen müssen erfahren, dass sich häufig aus Erzählungen ein „Baugerüst“ erschließen lässt. Nach einem solchen Gerüst sollen sie selbst jetzt eine Erzählung schreiben.
Erzählkern I: Die Schwerpunkte dieser Unterrichtsreihe liegen jetzt zum einen auf der Bearbeitung eines Erzählkerns (u. a. Erstellung eines „chronologischen Handlungsstrahls“) und auch auf der Behandlung besonderer Erzähltechniken.
Fabeln II: In dieser Reihe wird deutlich darauf hingewiesen, dass Fabeln parabolische Texte sind (Bildhälfte und Sachhälfte) und ihre Verfasser oftmals Missstände in der Wirklichkeit anprangern und somit auch Hinweise geben, wie diese beseitigt werden könnten.
Regelsystem: Der in Klasse 5 und 6 behandelte Grammatikstoff soll natürlich wiederholt werden. Das bisherige Wissen wird erweitert: Adverb – Präposition – Satzglieder – Aktiv und Passiv.
Wenn Schüler nach Bauformen erzählen sollen, müssen solche auch vorgegeben oder aus Texten, die nach ihnen verfasst wurden, herausgelöst werden. In beiden Fällen muss jedoch zuvor die Erfahrung gemacht sein, dass sich aus Erzählungen ein „Baugerüst“ erschließen lässt, nach dem dann durchaus ähnliche Texte verfasst werden könnten. Solche Erkenntnisse haben die Schüler sich in den Klassen 5 und 6 bei der Behandlung von „Bildergeschichten“ und beim „Weitererzählen angefangener Geschichten“ erworben. Zudem haben sie in einer ersten Fabelreihe feststellen können, dass man nach einem bestimmten Plan (allerdings mit deutlichen Hilfen des Lehrers) entsprechende Texte verfassen kann. In diesen vorausgegangen Reihen lag in der Erschließung des Aufbaus einer Erzählung (siehe: Handlungsstrahl) ein deutlicher Schwerpunkt. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass bei der Erschließung des Bauplanes eines erzählenden Textes eine gewisse Sicherheit erreicht ist, die eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit in der nachfolgend aufgeführten Unterrichtsreihe darstellt. Vorauszusetzen ist auch, dass die Schüler gelernt haben, aus unterschiedlichen Perspektiven heraus ein Geschehen darzustellen und dass sie fähig sind, durch ihre Beschreibungen eine situationsangemessene Atmosphäre zu schaffen. Beim Verfassen von Texten nach Bauformen reicht es nämlich nicht, nur die Aufbaustruktur zu berücksichtigen; die Texte sind maßgeblich auch durch ihre Erzählweise gekennzeichnet (u.a. Erzählperspektive, Erzählerhaltung). Die Schüler müssen also auch hier „im Rahmen“ bleiben. Als Beispieltexte für ein Erzählen nach Bauformen wurden und werden immer wieder Schwankerzählungen gewählt, hauptsächlich Schildbürger-, Münchhausen- oder Eulenspiegelgeschichten. Für diesen Tatbestand gibt es auch gute Gründe: Die Texte sind lustig, meist verhältnismäßig problemlos zu verstehen und von überschaubarer Länge. Zudem sind viele Episoden den Schülern von Hause aus und von der Grundschulzeit her schon bekannt. Ein kleineres Problem stellt sich aber bei der Festlegung des Zeitpunktes der Behandlung solcher Texte im Unterricht: Das Interesse der Schüler an Schwänken lässt sicher mit zunehmendem Alter nach; Klasse 5 und 6 scheinen für eine Behandlung der geeignete Zeitraum; in Klasse 7 wird die Bereitschaft, einen solchen Text aufzunehmen, normalerweise nicht mehr sonderlich ausgeprägt sein, es sei denn, die Schüler müssen selbst als Autoren solcher Texte agieren. Dann steht nämlich nicht mehr so sehr der schwankhafte Inhalt im Zentrum der Betrachtung, sondern mehr Fragen zu Art und Weise, wie er dargeboten wurde und werden sollte. Solche Fragenstellungen würden Schüler der vorausgegangenen Klassen sicherlich überfordern, für die potentiellen (Schüler –) Autoren in Klasse 7 sind sie dann aber besonders wichtig. Es ist nun aber keineswegs so, dass die Aufgabe an eine Klasse 7, eine Schwankerzählung nach entsprechender Bauform zu schreiben, ohne Schwierigkeiten zu realisieren ist. Hier sind wesentliche Vorarbeiten zu leisten und dann auch noch deutliche Hilfen des Lehrers nötig.
Klassenstufen: 7. Klasse
Aufbauend auf den in den Klassen 5 und 6 erworbenen Basiskenntnissen und Grundfähigkeiten können nun zwei Unterrichtsreihen innerhalb des Lernzielbereiches „Appellieren“ behandelt werden: a) Jemanden zu einer Verhaltensänderung bewegen b) Werben für einen Gegenstand Die beiden Reihen sind, obwohl sie die gemeinsame Basis haben, nämlich Handlungs- oder Denkweisen zu beeinflussen, in ihren Schwerpunktsetzungen doch recht unterschiedlich. Die Unterrichtsreihe „Jemanden zu einer Verhaltensänderung bewegen“ hat zum Ziel, unmittelbare Einflussnahmen auf Handlungsweisen (hier vorerst aus dem konkreteren, persönlich stark tangierenden Umfeld ausgewählt) zum Gegenstand kritischer Untersuchung zu machen. Die Unterrichtsreihe „Werben für einen Gegenstand“ soll letztlich dazu führen, Werbung (wie z.B. Konsumentenwerbung, Werbung für eine politische Partei) zu reflektieren, zu verstehen. In beiden Unterrichtsreihen sollen natürlich Situationen bereitgestellt werden, die es dem Schüler ermöglichen, über das Herstellen eigener Texte „aktiv“ zu werden. Für die Entscheidung, die Reihe „Werben für einen Gegenstand“ in Klasse 7 durchzuführen und die zweite erst in Klasse 8 folgen zu lassen, gibt es eine plausible Begründung: Wesentliche Elemente der Werbung werden bei der bewussten Einflussnahme auf Handlungs- und Denkweisen des Adressaten verwendet, so dass diese vorangestellte Reihe quasi die Funktion einer weiteren Vorbereitung auf die Reihe in Klasse 8 erhält. Ziel dieser Unterrichtsreihe ist es nicht, die Schüler nach mehreren Stunden dazu befähigt zu haben, etwa ein pfiffiges, wirkungsvolles Werbeplakat mit Slogan entwerfen zu können. Zwar kann das Verfassen eines komprimierten Werbetextes oder das Entwerfen einer wirksamen Werbeanzeige mit Bild und Slogan durchaus versucht werden, doch sollten hier aus Gründen der Frustrationsvermeidung die Bewertungsmaßstäbe, die an die von Werbeteams erstellten Beispiele angelegt werden, nicht gelten. Ziel dieser Reihe ist es, die Schüler nunmehr bewusster auf ihnen an sich vertraute Situationen hinzuweisen, indem sie die Rolle eines Gesprächspartners übernehmen, der sein Gegenüber unter Verwendung bestimmter sprachlicher Mittel dazu bewegen soll, eine bestimmte Handlung auszuführen. Während in den beiden vorausgegangenen Unterrichtsreihen zum Lernzielbereich „Appellieren“ die Kommunikationspartner – bedingt durch die Einladungssituation – in einem engen, emotionalen Verhältnis zueinander standen und dieses Verhältnis weitgehend die Auswahl der Mittel bestimmte, spielen hier solche Beziehungen keine Rolle mehr: Im Vordergrund stehen auf der einen Seite die Geschäftsinteressen eines Verkäufers und auf der anderen die Erwartungen des Käufers. In einem möglichen Verkaufsgespräch oder einem werbenden Text wird der Verkäufer die aktive Rolle übernehmen und dem potentiellen Käufer die Ware anbieten. Von seinem Geschick kann es u.U. abhängen, ob ein Verkaufsabschluss erfolgt. Im Verlauf der Reihe sollen die Schüler selbst Verkaufsgespräche oder werbende Texte (etwa als Brief oder Mail) verfassen. Damit diese Beiträge auch bewertbar werden, müssen die Schüler mit den die Gesprächstexte oder Texte strukturierenden möglichen Fragestellungen eines Käufers vertraut sein, die anzupreisende Ware genau kennen und über nähere Umstände (etwa Verkaufsgrund) orientiert sein. Es reicht also nicht aus, einfach die Aufgabe zu stellen, etwa die eigene Skiausrüstung verkaufen zu wollen.
Klassenstufen: 7. Klasse
In dieser Unterrichtseinheit festigen die Lernenden Regeln der Grammatik und vertiefen ihre Kenntnisse zu Adverb und Präposition, im Umgang mit Satzgliedern sowie zu Aktiv und Passiv. Sinnvoll ist es sicherlich, wenn die Behandlung besonderer Bereiche in die zuvor dargestellten Unterrichtsreihen integriert werden können. Zum Beispiel ist die Behandlung von Aktiv/Passiv besonders wichtig, wenn Vorgangsbeschreibungen gefordert sind.
Klassenstufen: 7. Klasse
Die „Vorgangsbeschreibung“ ist keine feste „Stilform“. Der den Vorgang beschreibende Text strukturiert sich im Detail durch die Kommunikationssituation, aus der heraus er verfasst wird. So ist es möglich, dass die Beschreibung eines Vorgangs einmal durchaus als Hilfestellung für die Wiederholung eines (evtl. auch missglückten) Versuchs gegeben wird oder aber einfach nur eine Empfehlung darstellt, etwas herzustellen. Auch kann es sich bei dieser Art der Beschreibung um Texte handeln, die z.B. die Durchführung eines Versuchs, eines Experimentes nach vorgegebenen Handlungsabläufen wiederholbar machen oder auch um solche, die einen Vorgang/ ein Experiment nur protokollieren. In allen Fällen haben diese Beschreibungen gemeinsam, dass sie ihrem Adressaten die Möglichkeit geben, das Dargestellte in seinem Ablauf nachzuvollziehen – und zwar sowohl gedanklich als auch praktisch. Von hier aus ergibt sich auch die all diesen Texten grundsätzlich gleiche Aufbaustruktur. Sie unterscheiden sich je nach Situation, Adressat und Intention (u.a. informieren, anleiten und empfehlen, dokumentieren, protokollieren) lediglich in ihrer sprachlichen Gestaltung; es ist schon ein Unterschied, ob in einem persönlichen Brief ein Verhalten korrigiert oder in einem Sachbuch ein Ablauf dargestellt wird. Besonders auffällig ist, dass bei „offiziellen“ Kommunikationssituationen der den Vorgang Durchführende immer mehr in den Hintergrund tritt und der Vorgang selbst sich profiliert. Deutlich wird bei diesen „offiziellen“ Formen das Passiv eingesetzt. Das Beschreiben eines Vorgangs verlangt sprachliche Präzision. Ungenauigkeiten verhindern, dass die Vorgänge nachvollzogen werden können (Kapitulation Erwachsener vor Bauanleitungen!). Wegen der hohen Anforderungen an die sprachlichen Fähigkeiten der Schüler sollten nur solche Vorgänge dargestellt werden, die nach recht einfachen Abläufen funktionieren. Die Falttechnik bei der Herstellung eines Papierflugzeuges zu beschreiben stellt ebenso eine Überforderung dar wie das Aufstellen eines Regelwerks zum „Mensch ärgere dich nicht“ – Spiel.
Klassenstufen: 7. Klasse
Bewertungen und Kommentare