Wenn meine kleinen Matheforscher die mathematische Welt mithilfe von Alltagsmaterialien erforschen (z.B. mithilfe der Forscherkarteien mit Wattestäbchen, Wäscheklammern, Münzen, Schachteln , Eisbechern usw.), rege ich sie an, Forscherblätter zu ihren Entdeckungen zu gestalten. Ich werde immer wieder gefragt, wie solche Forscherblätter aussehen und wie meine Matheforscher sie anfertigen? Meine Antwort lautet: Ganz individuell! Zunächst ist es nur ein weißes Blatt. Manchmal reicht dafür ein A5-Blatt aber in der Regel nehme ich A4-Blätter. Damit ihr eine Vorstellung von solchen Forscherblättern bekommt, stelle ich euch einige vor:
Im Sommer beschäftigen wir uns oft mit dem Erforschen von Eiskugelmöglichkeiten (Diese Aufgabe findet ihr z.B. in meiner Knobelkartei für kleine Matheasse). Herauszufinden sind viele Möglichkeiten, die es gibt, wenn man drei Kugeln Eis kauft und es beim Eismann genau drei Sorten, z.B. Schoko, Erdbeere und Vanille gibt. Das sind die Forscherblätter von Lara, Leonardo und Paul:

Hier gehts zur Eiskugelknobelei "EisMixMax"!
Immer wieder erforsche ich mit Kindern gern den Inhalt von Smartiespackungen. Hier seht ihr wie Lanis und Leonardo, zwei kleine Matheforscher, ihre Farbverteilung der Smarties auf ihrem Forscherblatt in einem Schaubild dargestellt haben:
Das gleiche funktioniert natürlich auch mit der Gummibärenmathematik.
Zwei Drittklässler haben hier ihre Entdeckungen am Kalender auf einem Forscherblatt dargestellt:


Manchmal enthält ein Forscherblatt auch „nur“ die übersichtliche Darstellung eines Rechenweges oder verschiedener Lösungsmöglichkeiten wie hier, bei einer Fußballknobelei (findet ihr hier):

So ich glaube eins ist ganz deutlich geworden: Für das Erstellen von Forscherblättern gibt es kein Rezept und keine Anleitung. Unsere Aufgabe als Lernbegleiter ist es, jedes Kind, also jeden kleinen Weltentdecker und Matheforscher, je nach subjektivem Lerntyp ganz individuell zu begleiten und dabei seine spezifischen Bedürfnisse, Stärken und Ideen zu berücksichtigen. Bei einem Forscherblatt gibt es eigentlich auch kein „richtig“ oder „falsch“. Und das wichtigste: Jedes Forscherblatt ist einmalig! So wie jedes Kind!
Ein Gedanke noch zum Schluss: Alle Kinder sind Matheforscher! Nur manchmal dürfen sie es nicht zeigen, nämlich dann, wenn sie nur nach Vorschrift üben sollen. Deshalb plädiere ich dafür, einmal im Monat oder noch besser einmal pro Woche eine Forscherstunde im Mathematikunterricht durchzuführen. Dafür reichen in der Regel Alltagsmaterialien, denn sie sind einfach, billig und genial! Mit ihnen können kleine Matheforscher die Welt der Mathematik erforschen und "begreifen". Sie haben ein hohes mathematisches Potenzial zum Zählen, Sortieren, Strukturieren, Rechnen, Problemlösen, Knobeln, kreativen Gestalten, Experimentieren und Forschen. Kleine Matheforscher lernen so immer selbstbestimmt, interessenorientiert, eigenverantwortlich, selbstorganisiert, sehr differenziert, individuell und vor allem kompetenzorientiert! Viele tolle Ideen dazu findet ihr in den Forscherkarteien für kleine Matheforscher in der Grundschule.
"Es ist widersinnig, die Schüler die Grundfähigkeiten üben zu lassen, die für Mathematik nötig sind, sie dann aber nicht auf die mathematische Spielwiese zu lassen, damit sie ihren Spaß haben können." (Matt Parker, 2015)
Ganz in diesem Sinne wünsche ich euch und euren Matheforschern ganz viel Freude beim Matheforschen!
Eure Mandy Fuchs (Matheforscher)
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