Top 5 Unterrichtsmethoden für Gruppen-/ und Einzelarbeit



In dem folgenden Beitrag werden die Unterrichtsmethoden “Spinnen-Technik”, “Brainstorming”, “Tischdecken-Methode”, “Clustering” und “Think-Pair-Share” vorgestellt, sowie passende Unterrichtsmaterialien für die Unterrichtsvorbereitung:


1. Spinnen-Technik

Für Spinnen ist das wichtigste ein Netz zu bauen, dass für ihre Sicherheit sorgt. Um solch ein Spinnennetz zu bauen, haben Spinnen jederzeit alle ihre Baustoffe dabei. So kann das Netz zu jeder Zeit an jedem Ort gebaut werden.

Das trifft auch auf diese Unterrichtsmethode zu. Jeder deiner SchülerInnen verfügt über bestimmtes Wissen oder Vorwissen zu einem Thema. Ein Wissensnetz, das die SchülerInnen zu jeder Zeit und überall einsetzen können. Die Aufgabe für die SchülerInnen besteht nun darin, ein Thema mit dem bereits vorhandenen Wissen zu einem Thema oder einer Unterrichtseinheit zu verknüpfen und in sein/ihr Netz einzubauen.

Für Menschen ist es leichter, sich etwas neues zu merken, wenn sie Zusammenhänge mit bereits bekanntem Wissen in Verbindung bringen. Konkret bedeutet das, dass SchülerInnen Assoziationen bilden sollen. Dieses kann beispielsweise auf einem großen Plakat in Gruppenarbeit, oder in Einzelarbeit geschehen. Es wird ein großes Spinnennetz aufgemalt oder bereits im Vorfeld ausgedruckt. Die Mitte des Spinnennetzes benennt das neue Thema. In jede Zeile, die das Spinnennetz bildet, wird ein Wort, ein Wortteil, ein Text oder Bild gemalt oder geschrieben, dass deine SchülerInnen bereits zu dem Thema kennen.



Diese Methode eignet sich sowohl für den Einstieg in ein neues Thema, um den aktuellen Wissensstand der SchülerInnen zu prüfen, oder aber auch als Themenausstieg, um zu reflektieren, was alles gelernt wurde.

Anders als bei einem normalen Brainstorming (siehe nächster Tipp) geht es in dieser Technik nicht darum, frei zu assoziieren, sondern gezielt bereits vorhandenes Wissen abzurufen.


2. Brainstorming

Der Begriff Brainstorming ist abgeleitet von: “Using the brain to storm the problem”. Und in der Tat geht es genau darum. In der oft eingesetzten Methode ist das Ziel die Lösungs- oder Ideenfindung, indem z.B. freie Ideen, Assoziationen, Vorwissen zu einem Thema, bzw. einer Fragestellung gesammelt werden. Diese werden im Verlauf des Lehr- und Lernprozesses wichtig. So eignet sich die Methode besonders gut als Themeneinstieg. Durch diese Methode lässt du deinen Schülern viel Partizipation zukommen.

Das Brainstorming ist auf die Gruppenarbeit ausgerichtet. Eine optimale Gruppe besteht aus mindestens 4 und Maximal 30 Personen. Es ist also dir überlassen, ob du das Brainstorming  im Plenum mit der gesamten Klasse oder bei der Gruppenarbeit in Kleingruppen anwenden möchtest.

Beim Brainstorming gibt es einen Gruppenleiter, einen Protokollführer und die Ideengeber. Der Gruppenleiter bleibt neutral und sammelt die Ideen der Reihe nach. Er kann allerdings auch selbst zum Ideengeber werden. Der Protokollführer schreibt die Ideen an die Tafel oder auf ein Plakat. Wenn du als LehrerIn die Position des Gruppenleiters übernehmen wirst, solltest du nicht direkt am Anfang Ideen äußern. Es könnte die SchülerInnen einschüchtern und daran hindern weitere Ideen mitzuteilen.

In jedem Fall ist es jedoch deine Aufgabe, den Schülern eine Frage oder konkrete Problemstellung zu stellen, damit das Brainstorming beginnen kann.

Dabei könntest du wählen zwischen:

  1. Einer weitreichend, allgemeinen Frage: “Welche Probleme können im Internet auftreten?”
  2. Einer konkreten Frage, bei der die Zielfindung, und somit das Zentrum des Problems, im Vordergrund stehen: “Was kann man am besten tun, wenn man von Cybermobbing betroffen ist?”
Es gibt vier goldenen Regeln fürs Brainstorming:
  1. Keine Kritik!! Alle Ideen sind willkommen, es wird weder über die Umsetzung, noch andere Kritikpunkte diskutiert. Die Ideen werden vorerst nur gesammelt, nicht bewertet!
  2. Je mehr Ideen desto besser!
  3. Vorhandene Ideen können ergänzt werden, jedoch wird sich nicht anderweitig dazu geäußert — keine Diskussion.
  4. Je ungewöhnlicher die Idee, desto besser.

Auf die Einhaltung der Regeln zu achten, ist ebenfalls Aufgabe des Gruppenleiters und als Unterstützung, auch deine zentrale Aufgabe.

Abgewandelt kann die Methode auch funktionieren, indem vorher Karten ausgeteilt werden und jeder pro Karte eine Idee aufschreibt. Anschließend werden die Karten wieder eingesammelt und für alle sichtbar ausgelegt.

Wurden viele Ideen gesammelt und ergänzt, kommt es zur Abschlussphase des Brainstormings. Dafür werden die Ideen gewertet. Das heißt, alle Ideen werden anschließend danach geordnet, welche Idee am Sinnvollsten ist. Dabei können auch Ideen verworfen werden. Die fünf besten Ideen werden auf eine Liste geschrieben. Diese Liste bleibt jedoch Rohmaterial, konkrete Lösung und die Umsetzung können daraus erarbeitet werden. Bei der Kartenmethode können die Karten in eine Reihenfolge gelegt werden.

In der Abschlussphase kannst du einen Raum für Diskussionen lassen, jedoch auch der Reihe nach durch Abstimmung entscheiden, ob eine Idee vorrückt (“Wer findet… sinnvoller als…?”).


3. Tischdecken- Methode

Diese Unterrichtsmethode ist besonders für die Arbeit in Kleingruppen geeignet. Wie der Name schon sagt, geht es um eine Decke, die auf dem Tisch liegt. Die Decke ist in diesem Fall ein großes Blatt Papier oder Plakat (optimal ungefähre Tischgröße), und ein Tisch mit vier Schülern.

Jeder Schüler sitzt an einer Ecke des Tisches. Die Gruppe sollte nicht größer als 4 Personen sein, da sonst die Unterrichtsmethode schwerer umsetzbar wird. Nun wird das Blatt in 5 Bereiche eingeteilt: Zuerst wird ein Rechteck in die Mitte des Plakates gemalt, anschließend wird von jeder Ecke des Rechtecks eine Linie zum Ende des Plakates bzw. nach unten gezogen.


Anschließend stellst du den Schüler/Innen eine Frage, z.B.: “Welche Auswirkungen hat Hildegard's Parteieintritt?” (bezogen auf den Roman “Auroras Anlaß”) oder “Was würdet ihr von einer Fahrradhelm-Pflicht in Deutschland halten?”. Diese Frage wird nun oben in die Mitte des Rechtecks geschrieben. Danach haben die SchülerInnen 3–5 Minuten Zeit, die Frage in dem jeweiligen Bereich des Plakates vor dem sie sitzen, zu beantworten. Am besten sagst du zwischendurch an, sobald die Hälfte der Zeit erreicht ist. Ist die Zeit um, wird die “Decke” einen Bereich weiter gedreht. Die Schüler haben nun wieder 3–5 Minuten Zeit, sollen diesmal jedoch die Antwort, die gegeben wurde lesen und die Aussagen ihrer Mitschüler kommentieren.

Es kann Kritik geübt oder auch Fragen gestellt werden. Haben nach zwei weiteren Runden alle SchülerInnen alle Beiträge kommentiert, gibst du ihnen 6–10 Minuten Zeit, sich darüber auszutauschen und zu entscheiden, was die aussagekräftigsten und relevantesten Punkte ihrer Gruppe sind. Ist die Zeit um, werden die Ergebnisse der Gruppenarbeit bzw. die Aussagen auf die sich geeinigt wurde, unter die Fragestellung in die Mitte des Plakates geschrieben. Als weiteren Schritt könntest du die Plakate vorstellen lassen, oder deine beobachteten Ergebnisse hervorheben.

Diese Unterrichtsmethode hilft den SchülerInnen Kritik zu äußern, eigene Meinungen zu bilden und mit Zeitdruck umzugehen.

4. Clustering

Der Begriff Clustering ist englisch und bezeichnet eine Gruppe oder auch Anhäufung. Diese Unterrichtsmethode dient der Ideenfindung und Visualisierung von Gedanken und kann in einem Text oder im weiteren Verlauf des Unterrichts verarbeitet werden.

So funktioniert’s:

  • Ein Satz, ein Wort oder eine metaphorische Redewendung wird als Kern des Clusters in die Mitte eines leeren Papiers geschrieben und eingekreist.
  • Nun werden spontane, freie Assoziationen, ohne sie zu werten oder lange darüber nachzudenken, um den Kern herum geschrieben. Diese werden ebenfalls eingekreist und mit dem Kern verbunden. Sie sollten inhaltlich etwas mit dem Thema des Kern zu tun haben.
  • So wird jedes Wort zu einem neuen Kern, der weitere Assoziationen zulässt. Es entstehen Assoziationsketten und Netze bzw. eine Anhäufung.
  • Die Unterrichtsmethode endet, wenn einem nichts mehr einfällt oder das Blatt voll ist. Beim Betrachten des entstandenen Clusters sticht meistens ein Begriff besonders ins Auge, was an Bedeutung gewinnt bzw. von dem außerhalb des ursprünglichen Kerns die meisten Blasen ausgehen. Dieser Begriff ist die neue Idee bzw. das neue Thema
  • Aufgrund dieses neu gefunden Themas können die SchülerInnen nun beginnen einen Fließtext zu schreiben. Die Textsorte sollte dabei vorgegeben sein.



Die Methode kann sowohl in Einzel- als auch in Gruppenarbeit durchgeführt werden.

Ihre Aufgabe beim Clustering ist es:

  • motivierende Themen vorzugeben, die die Erfahrungen der SchülerInnen berücksichtigen und möglichst viele Assoziationen zulassen
  • Die Ideenfindung sollte nie länger als sieben Minuten und das Fließtextschreiben nie länger als zehn Minuten dauern.
  • Die Texte und Clusterrings sollten unkommentiert bleiben.
  • Die Methode des Clustering kannst du auch gerne für deine Klasse und dein Vorhaben abwandeln und neu gestalten


5. Think-Pair-Share

Die Unterrichtsmethode Think-Pair-Share geht von Einzelarbeit in Gruppenarbeit über. Es können damit sowohl komplexe, als auch weniger umfangreiche Themen bearbeitet werden. Ist das grundsätzliche Prinzip der Unterrichtsmethode einmal von deinen SchülerInnen verstanden, kannst du es immer wieder in unterschiedlicher Form im Unterricht anwenden.

Die Methode teilt sich wie folgt auf:
  1. In der ersten Phase der Methode bearbeitet jeder Schüler für sich die Aufgabe (Think). Dafür stellst du den SchülerInnen ausgewählte Aufgaben, wie z.B. das Lesen und Verstehen eines Textes, die Beschreibung eines Bild oder Diagramms oder Notizen zu einer Frage anfertigen. Für die Bearbeitung der Phase sind 5–10 Minuten vorgesehen. Nach Abschluss sollen die SchülerInnen in der Lage sein, ihre Ergebnisse einem Partner vorzustellen
  2. In der zweiten Phase der Methode sollen die Ergebnisse innerhalb von 2-er Teams ausgetauscht werden (Pair). Zunächst stellt dafür Partner 1 Partner 2 die Ergebnisse vor und Partner 2 notiert Kommentare und weitere Informationen dazu. Danach wird das Ganze in umgedrehter Reihenfolge wiederholt. Nach der zweiten Phase sollen die SchülerInnen dazu in der Lage sein, das eigene Thema und das des Partners vorzustellen. Für die Bearbeitung der Phase sind 5–10 Minuten vorgesehen.
  3. In der dritten Phase werden die Ergebnisse in der Gruppe vorgestellt (Share). Ziel der Gruppenarbeit ist es, aus den einzelnen Beiträgen einen Vortrag vorzubereiten (Hilfsmittel, wie Plakat, etc. sollten hier zur Verfügung gestellt werden). Alternativ kann das Vorstellen der Gruppenergebnisse auch im Plenum stattfinden. Auch kann nach der Partnerarbeit die gesamte “Share” Phase im Plenum stattfinden. Für die Bearbeitung der Phase sind 10–20 Minuten vorgesehen.



Deine Aufgaben bei dieser Unterrichtsmethode sind:

  • sich im Vorfeld eine klare Aufgabenstellung zu überlegen
  • die einzelnen Arbeitsschritte transparent und für Schüler nachvollziehbar zu erklären
  • die Partner- und Gruppenarbeit und evtl. Aufteilung planen
  • Zeitmanagement berücksichtigen
  • die Ergebnisse der einzelnen Gruppen zu verbinden und eine Ergebnissicherung vorzunehmen
  • gegenseitiges Feedback geben

Die Methode kann im Unterricht unterschiedlich eingesetzt werden:

    • im Bezug auf ein Thema, arbeitsgleich oder arbeitsteilig
    • für ein Projekt, eine Unterrichtsstunde oder mehrere Stunden
    • als Unterrichtseinstieg
    • zum Entdecken eines Themas
    • zur Wiederholung eines Themas
    • zur Bearbeitung eines oder mehrerer Texte


    Unterrichtsmaterialien zur Unterrichtsgestaltung

        


    Quellen


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