
Auch wenn die deutsche Mannschaft nun bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden ist, haben meine Schülerinnen und Schüler die Lust noch nicht verloren, sich weiter mit dem Thema Fußball zu beschäftigen.
Bereits letzte Woche haben wir begonnen die Porträts der Lieblingsfußballer der Jugendlichen zu zeichnen. Gleich zu Anfang ein komplettes Porträt zu zeichnen ist freilich sehr schwer. Deswegen gehe ich gerne den Mittelweg. Bei meiner diesjährigen siebten Klasse wählten wir also die Fußballer der deutschen Nationalmannschaft.
Im Vorfeld klären wir, worauf es bei der Porträtzeichnung ankommt und schauen auch das entsprechende Material an. Hier sind Bleistifte mit verschiedenen Härtegraden oder auch Kohlestifte gut, denn man muss auch schattieren und die Linien müssen fließend ineinander übergehen und dürfen nicht zu hart sein.
Für motorisch eher ungeschicktere Hände, erkläre ich gerne auch, wie ein Auge, eine Nase oder ein Mund nicht aussehen sollten, denn sonst nimmt das Porträt schnell kubistische Züge an, was ja auch nicht gewollt ist.
Danach geht es an die Auswahl der Spieler. Jeder bekommt seinen Lieblingsspieler. Das Gesicht wird dann in der Mitte halbiert. Eine Hälfte wird auf ein Zeichenblatt aufgeklebt, so dass es nicht mehr verrutschen kann. Die andere darf als "Spicker" daneben liegen.
Schwierig war in diesem Jahr die Auswahl der Bilder, da es am besten ist, wenn man eine Frontalansicht des Kopfes hat. Das Internet ist zwar voll von Fußballerfotos, aber das passende war nicht dabei.
Deshalb boten sich schließlich einige der berühmten Sammelbildchen einer Supermarktkette an. Diese wurden groß kopiert und "voila" hatten wir die besten "Poster".
In zwei mal zwei Doppelstunden haben die Siebtklässler nun die halbierten Porträts wieder zu einem Ganzen zusammengefügt.
Wenn keine WM oder ähnliches ansteht, nehme ich gerne Poster von den Lieblingsstars. Das ist allerdings insofern schwierig, da die Jugendlichen nicht mehr so viele Teenie-Zeitschriften lesen, wie wir früher. Auch einschlägige Zeitschriften werden nur noch alle 2 oder gar 4 Wochen verlegt und nicht mehr wöchentlich wie früher. So haben viele Kids einfach auch keine Poster mehr zu Hause. Ich nutze dafür aber gerne die Aktion "Zeitschriften in die Schulen" der Stiftung Lesen. Dort kann man sich einmal im Jahr bewerben und bekommt, wenn man Glück hat bei der Auslosung, Zeitschriften in die Schulen geliefert. Meine Schülerinnen und Schüler lesen diese super gerne und dürfen auch, vor dem Unterricht einmal schmökern. Wenn einer schneller fertig ist als die anderen ist dies eine ebenso willkommene Zusatzaufgabe, in den Zeitschriften zu lesen. Da es aber gerade bei den Jugendzeitschriften oft Diskussionen genau wegen der Poster gibt, entferne ich diese vorher. Entweder wir verwenden diese dann im Kunstunterricht für die oben beschriebene Porträtzeichnung, oder ich verlose sie am Ende des Jahres gerecht und ohne Streitereien.
Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.

