Wie eigenverantwortliche Lernen und visuelles Denken zusammenhängen


Als ich vor etwa 8 Jahren das erste mal diese Technik der Visualisierung in einem Workshop kennengelernt haben, haben sich für mich Welten eröffnet. Das Denken mit dem Stift in der Hand, das Kritzeln auf dem Papier, entsprach exakt meiner Art des Denkens. Eben nicht linear, von oben nach unten, sondern assoziativ und sprunghaft. 

Gestern hatte sich dann bei der Vorbereitung eines neuen Kurses diese 8 Jahre alte Erfahrung mit einer neuen Erkenntnis verknüpft, die ich euch nicht vorenthalten möchte. 

Wir wissen, dass neue Informationen entweder durch viele, viele Wiederholungen in unserem Langzeitgedächtnis abgespeichert werden oder aber wie bei einem Puzzle dadurch, dass sich die neuen Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpfen. Je vielfältiger die Verknüpfungen sind, desto effektiver und nachhaltiger wird das neue Wissen abgespeichert und desto leichter kann es auch wieder abgerufen werden. 

Die Visualisierung unterstützt dieses Verknüpfungsprozess quasi automatisch. Denn immer wenn wir neue Informationen in Form von Skizzen,  Sketchnotes oder visuellen Zusammenfassungen festhalten, setzt das von mir 

  1. eine FILTERUNG der Informationen in für mich relevante bzw. irrelevante Informationen voraus. 
  2. voraus BEZÜGE und ZUSAMMENHÄNGE herzustellen und  die Informationen auf dem Blatt zu ORDNEN und zu STRUKTURIEREN 

Beides tue ich auf sehr individuelle Art und Weise. Das liegt in der Natur der Sache. Keine Sketchnote gleicht einer anderen. Und das heißt weiter, das es immer exakt meiner ganz persönlichen Art zu denken entspricht. Übrigens unabhängig von der Qualität der zeichnerischen Leistung ;-)

Und das ist eben auch der Grund, warum Sketchnotes und visuelles Denken das eigenverantwortliche Lernen so sehr unterstützen. Jede*r der eine Sketchnotes zu einem bestimmten Thema anfertigt, eignet sich das Thema auf seine individuelle Art und Weise an, setzt unterschiedliche Schwerpunkte und findet unterschiedliche Zugänge zum Thema, jeweils gekoppelt an das eigene Lernverhalten und das eigenen Vorwissen. Sowohl als SchülerIn, als auch als LehrerIn kann ich auf einen Blick erkennen, welcher Zugang gewählt wurde, wo es noch Lücken gibt und an welcher Stelle ggf. nachgesteuert werden muss. 

Ich finde es großartig und hat mich nur einmal mehr darin bestärkt, Sketchnotes und visuelles Denken mehr in meinen Unterricht zu integrieren. 

Wie geht es euch mit dem Thema? Habt ihr bereits Erfahrungen mit visuellem Denken in eurem Unterricht gemacht? Lasst ihr eure SchülerInnen neue Themen visuell darstellen? Oder verzichtet ihr drauf, weil es euch zu zeitaufwendig erscheint? 



Tags: visuelles Denken, visuelles lernen, Sketchnotes, Skecthnotes im Unterricht, eigenverabnwtortliches Lernen

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Autor Katja Reetz bietet 43 Materialien für Kunst, Fachübergreifendes und 3 weitere Fächer an - zum Beispiel:

Kommentare und Fragen von anderen Nutzern
Anonymer Besucher
Anonymer Besucher
5. Juni 2022
Das würde super zum Thema der FoBi in Berlin passen! LG Gosia
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