Klimadiagramme gehören in Klasse 7/8 zu den Methoden, die immer wieder vorkommen: in der Klimazonen-Reihe, bei den Vegetationszonen, in Klassenarbeiten und später in der Oberstufe. Trotzdem zeigt sich oft, dass viele Schülerinnen und Schüler Werte zwar ablesen, aber nicht deuten können. Sie schreiben Zahlen ab und wissen danach nicht, was das Klima eigentlich ausmacht. Mit einem festen Ablauf in vier Schritten wird aus dem Ablesen eine echte Auswertung. Hier zeige ich dir, wie ich das im Unterricht aufbaue, und am Ende findest du ein kostenloses Arbeitsblatt zum direkten Üben.
Bevor jemand eine Kurve anschaut, beantwortet die Klasse drei Fragen: Wo liegt die Station? Auf welcher Halbkugel? Wie hoch liegt sie? Diese Angaben stehen im Kopf des Diagramms. Lass die Station im Atlas suchen und kurz im Gradnetz verorten. Das dauert zwei Minuten und verhindert den häufigsten Denkfehler: Wer nicht merkt, dass eine Station auf der Südhalbkugel liegt, wundert sich später über den „Sommer im Januar“.
Jetzt geht es um die rote Kurve. Die Schülerinnen und Schüler suchen den wärmsten und den kältesten Monat und berechnen die Jahresschwankung (wärmster minus kältester Monat). Wichtig ist der Satz danach: Ist die Kurve eher flach oder stark geschwungen? Eine flache Kurve spricht für ein ausgeglichenes Klima, eine stark geschwungene für große Unterschiede zwischen Sommer und Winter.
Tipp: Lass die Werte in eine kleine Tabelle eintragen. So kannst du mehrere Stationen auf einen Blick vergleichen.
Nun kommen die blauen Säulen dazu. Wie viel Niederschlag fällt im Jahr? Ist er gleichmäßig verteilt oder gibt es eine Regenzeit und eine Trockenzeit? Ein guter Impuls für die Klasse: „Beschreibe das Jahr an diesem Ort so, als würdest du dort wohnen.“ Dann merken die Lernenden schnell, ob es dort eher immer nass, immer trocken oder je nach Jahreszeit verschieden ist.
Erst jetzt wird das Diagramm einer Klimazone zugeordnet. Dafür reichen vereinfachte Steckbriefe der fünf Hauptklimate nach Köppen-Geiger, also tropisch, trocken, gemäßigt, kontinental und polar, jeweils mit einer klaren Regel zu Temperatur oder Niederschlag. Die Begründung ist der eigentliche Lernschritt: „Die Station gehört zur Zone …, weil …“. Besonders ergiebig ist der Vergleich von zwei Orten, die nah beieinander liegen und trotzdem verschiedenen Zonen angehören. So wird klar, dass die Lage allein nicht reicht und die Werte entscheiden.
Schwächere Lernende arbeiten nur mit Schritt 2 und einem Steckbrief-Raster, in dem die Regeln schon markiert sind. Stärkere Lernende vergleichen zwei Diagramme und formulieren die Begründung schriftlich. Wer schnell fertig ist, sucht im Atlas eine weitere Station derselben Klimazone.
Im Gratis-Arbeitsblatt „Klimadiagramme zuordnen“ (Klasse 7/8) wenden deine Schülerinnen und Schüler genau diese Schritte an: Sie werten die Klimadiagramme von fünf echten Wetterstationen aus (Hannover, Utqiaġvik und Fairbanks in Alaska, Koror auf Palau und Phoenix in Arizona, Messwerte 1991–2020 von DWD und NOAA), berechnen die Jahresschwankung, ordnen die Stationen mit Steckbriefen zu und begründen, warum zwei Orte in Alaska in verschiedenen Klimazonen liegen. Eine Lösung im gleichen Layout ist dabei.
https://eduki.com/de/material/2330505
Für die ganze Reihe gibt es „Klimazonen der Erde“ mit vier differenzierten Arbeitsblättern: vom Einstrahlungswinkel mit einem kleinen Taschenlampen-Versuch über eine Weltkarte der Klimazonen bis zu Klima und Vegetation, jeweils mit Lösungen.
https://eduki.com/de/material/2330174
Und wenn deine Klasse bei Schritt 1 noch unsicher im Gradnetz ist, hilft das Gratis-Arbeitsblatt „Orte im Gradnetz bestimmen“ (Klasse 5/6) als kurze Wiederholung.
https://eduki.com/de/material/2330142
Viel Erfolg beim Auswerten!
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