
Halloween ist eines der wenigen Themen, bei denen fast die ganze Klasse sofort mitmacht. Gerade in Klasse 5–7 kannst du diese Begeisterung gut für echte Spracharbeit nutzen: Wortschatz, Sprechen, Lesen und das Simple Past. Hier findest du fünf Ideen, die du ohne Vorbereitungsmarathon und ohne zusätzliche Anschaffungen einsetzen kannst. Du brauchst nur Tafel, Papier und Stifte.
Halloween geht auf das keltische Fest Samhain zurück. Es markierte das Ende der Erntezeit und den Beginn des Winters. Man glaubte, dass in dieser Nacht die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten besonders durchlässig sei. Der Name „Halloween“ kommt von All Hallows’ Eve, dem Abend vor Allerheiligen (1. November). Irische und schottische Einwanderinnen und Einwanderer brachten viele Bräuche im 19. Jahrhundert mit in die USA. Dort wurde aus ihnen das Fest, das wir heute kennen.
Der Jack-o’-lantern wurde ursprünglich aus Rüben geschnitzt. Eine irische Legende erzählt von „Stingy Jack“, der mit einer Laterne in der Hand ewig umherwandern muss. In Amerika setzte sich dann der Kürbis durch. Trick or treat hat Vorläufer in älteren Bräuchen wie dem „guising“ (verkleidet von Haus zu Haus ziehen). In seiner heutigen Form verbreitete es sich im 20. Jahrhundert in Nordamerika. Dieser Hintergrund passt gut als kurzer Lesetext oder als Einstieg mit drei True-or-false-Sätzen.
Dauer: 15 Minuten
Sprachfokus: Halloween-Wortschatz (ghost, witch, bat, spider, pumpkin, broom, skeleton, haunted house …)
So geht’s: Sammle mit der Klasse 10–12 Wörter an der Tafel und zeichne zu jedem Wort eine schnelle Skizze. Danach stellt ein Kind ein Wort pantomimisch dar und die anderen raten auf Englisch: “Are you a witch?” – “Yes, I am!” / “No, I’m not.” Wer richtig geraten hat, ist als Nächstes dran.
Differenzierung: Schwächere Lernende dürfen auf die Tafel schauen. Stärkere raten in ganzen Sätzen oder beschreiben das Wort mündlich, statt es vorzuspielen (“It’s orange and round. You can put a candle in it.”).
Dauer: 20–25 Minuten
Sprachfokus: have got / has got, can, Adjektive, Körperteile
So geht’s: Jedes Kind denkt sich ein Monster aus und schreibt vier bis fünf Rätselsätze dazu: “I have got three eyes. I can fly. I’m green and very hairy.” Die Zettel werden eingesammelt und vorgelesen. Die Klasse zeichnet das beschriebene Monster. Anschließend vergleicht ihr die Zeichnungen mit dem Original. Das sorgt fast immer für Gelächter.
Differenzierung: Gib Satzanfänge an der Tafel vor (I have got … / I can … / I am …). Fitte Lernende ergänzen can’t und Vergleiche (bigger than a car).
Dauer: 20 Minuten
Sprachfokus: Höflichkeitsformen, Fragen und Antworten, Aussprache
So geht’s: Erarbeite mit der Klasse einen kurzen Dialog an der Haustür: “Trick or treat!” – “Oh, hello! What are you?” – “I’m a vampire.” – “Here you are.” – “Thank you! Happy Halloween!” Die Hälfte der Klasse sitzt als „Hausbewohner“ an den Tischen, die andere Hälfte geht von Tisch zu Tisch. Nach fünf Minuten wird gewechselt. Statt Süßigkeiten kannst du kleine gemalte Papier-„Candies“ verwenden.
Differenzierung: Der Dialog bleibt für alle an der Tafel stehen. Stärkere Paare bauen eine Wendung ein: “Sorry, I haven’t got any sweets.” – “Then … trick!”
Dauer: 30–45 Minuten
Sprachfokus: Simple Past (regelmäßige und unregelmäßige Verben), Fragen mit did, Leseverstehen
So geht’s: Schreib eine kurze Krimigeschichte (6–8 Sätze), zum Beispiel: “On Halloween night, all the sweets disappeared from Mrs Brown’s kitchen. Tom went to the party at seven. Lucy stayed at home because she felt ill. Max left early and took a big bag with him …” Die Lernenden markieren alle Verben im Simple Past und ordnen sie in eine Tabelle (regular/irregular). Danach befragen sie sich gegenseitig als „Detektive“: “Where did Max go?” – “He went …” Am Ende stellt jede Gruppe ihre Lösung vor und begründet sie mit Hinweisen aus dem Text.
Differenzierung: Gib schwächeren Gruppen eine Liste der Infinitive mit Simple-Past-Formen. Stärkere Gruppen schreiben ein alternatives Ende oder ein Geständnis des Täters.
Dauer: 20–30 Minuten
Sprachfokus: Simple Past, Konnektoren (first, then, suddenly, after that, in the end), kreatives Schreiben
So geht’s: Schreib den ersten Satz an die Tafel: “It was a dark and stormy night …” In Vierergruppen schreibt jedes Kind einen Satz auf ein Blatt und gibt es weiter. Jeder Satz muss ein Verb im Simple Past und ab der dritten Runde einen Konnektor enthalten. Nach zwei bis drei Durchgängen liest jede Gruppe ihre Geschichte vor, gern mit Taschenlampe vom Handy und Gruselstimme.
Differenzierung: Eine Wortbank mit Verben (hear – heard, see – saw, run – ran) hilft schwächeren Lernenden. Stärkere bauen wörtliche Rede oder Adjektive für die Atmosphäre ein (creepy, cold, silent).
Du musst nicht alle fünf Ideen umsetzen. Eine oder zwei davon reichen in der Halloween-Woche völlig aus, um Abwechslung in den Unterricht zu bringen. Gleichzeitig wiederholt ihr dabei Themen, die ohnehin im Lehrplan stehen. Happy Halloween!
Wenn du lieber auf fertig ausgearbeitete Materialien zurückgreifen möchtest, findest du hier eine Detektivgeschichte zum Simple Past (Klasse 6–7) und ein Halloween-Heft für Klasse 5–6. Vom Heft gibt es auch eine kostenlose Leseprobe.
https://eduki.com/de/material/2306510
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