Die Sommerferien sind vorbei, die Schultaschen wieder gepackt – und plötzlich sitzen 25 oder 30 Schüler:innen vor dir, die gleichzeitig viel zu erzählen haben, noch ein bisschen im Ferienmodus stecken und wissen möchten, was sie im neuen Schuljahr erwartet.
Gerade die erste Unterrichtsstunde nach den Sommerferien ist deshalb eine besondere Stunde. Natürlich könnte man direkt mit Heften, Büchern, Regeln und dem ersten Unterrichtsthema beginnen. Oft lohnt es sich aber, zunächst etwas anderes in den Mittelpunkt zu stellen: ankommen, miteinander ins Gespräch kommen, die Klassengemeinschaft stärken und gemeinsam den Blick auf das neue Schuljahr richten.
Das gilt besonders für die Klassen 5 und 6. In Klasse 5 ist möglicherweise noch vieles neu: neue Schule, neue Lehrkräfte, neue Mitschüler:innen und neue Abläufe. In Klasse 6 kennen sich die meisten bereits, müssen nach sechs Wochen Pause aber häufig erst wieder als Gruppe zusammenfinden.
Doch was kann man in der ersten Stunde oder den ersten Stunden nach den Sommerferien konkret machen, ohne stundenlang Material vorzubereiten?
Hier findest du 10 unkomplizierte Ideen für den Unterricht nach den Sommerferien, die sich einzeln einsetzen oder zu einer kompletten ersten Schulstunde kombinieren lassen.

Die erste Stunde muss nicht möglichst viel Stoff enthalten. Viel wichtiger ist, dass sie einen guten Übergang zwischen Ferien und Schulalltag schafft.
Aus meiner Sicht sind dabei vor allem fünf Dinge sinnvoll:
Zeit zum Ankommen geben,
Gespräch und Begegnung ermöglichen,
positive Stimmung schaffen,
Orientierung für das neue Schuljahr geben,
und erste Ziele oder Wünsche sichtbar machen.
Dabei sollte niemand gezwungen sein, ausführlich von seinen Ferien zu erzählen. Nicht jedes Kind war im Urlaub. Nicht jedes Ferienerlebnis ist positiv. Manche Schüler:innen möchten Privates schlicht nicht vor der ganzen Klasse teilen. Deshalb eignen sich offene Aufgaben besonders gut, bei denen die Schüler:innen selbst entscheiden können, was und wie viel sie erzählen möchten.
Und jetzt geht es an die konkrete Gestaltung der Stunde.
Zeit: ca. 5 Minuten
Sozialform: Plenum oder Einzelarbeit
Geeignet für: Klasse 5 und 6
Nach mehreren Wochen Ferien direkt mit organisatorischen Punkten zu beginnen, wirkt schnell etwas abrupt. Ein kurzer Check-in schafft einen deutlich angenehmeren Übergang.
Du kannst beispielsweise verschiedene Emojis oder Symbole zeigen:
😴 müde
😊 gut gelaunt
😎 noch im Ferienmodus
🤩 gespannt auf das neue Schuljahr
😬 ein bisschen nervös
🚀 bereit zum Durchstarten
Die Schüler:innen wählen ein Symbol, das momentan am besten zu ihnen passt.
Wer möchte, ergänzt einen kurzen Satz:
„Ich habe dieses Emoji gewählt, weil …“
Wichtig: Die Begründung sollte freiwillig bleiben.
Wenn die Klasse neu zusammengesetzt ist, kannst du zusätzlich fragen: „Worauf bist du heute besonders gespannt?“ Dadurch erfährst du gleichzeitig etwas über Erwartungen und mögliche Unsicherheiten.
Hier darf es etwas rückblickender sein: „Was ist gerade anders als am letzten Schultag vor den Ferien?“ So entsteht schnell ein Gespräch, ohne dass daraus eine lange Ferienerzählrunde wird. Pädagogischer Vorteil: Ein kurzer emotionaler Check-in gibt dir außerdem einen ersten Eindruck davon, wie die Gruppe an diesem Tag ankommt.

Zeit: ca. 10–15 Minuten
Sozialform: Bewegung im Klassenraum
Geeignet für: neue und bekannte Klassen
Ein Ferien-Bingo ist für mich eine der unkompliziertesten Möglichkeiten, nach den Sommerferien Bewegung und Gespräche miteinander zu verbinden.
Auf dem Bingo-Blatt stehen Aussagen wie:
hat in den Ferien ein Eis gegessen,
war schwimmen,
hat lange ausgeschlafen,
hat ein Buch gelesen,
war im Kino,
hat etwas Neues ausprobiert,
hat viel Zeit draußen verbracht,
hat einen Spieleabend gemacht.
Nun bewegen sich die Schüler:innen durch den Raum und suchen Personen, auf die eine der Aussagen zutrifft. Passt eine Aussage, wird der Name eingetragen. Wer am schnellsten eine Reihe mit Namen gefüllt hat, gewinnt das Bingo.
Bei der typischen Frage „Was habt ihr in den Ferien gemacht?“ sprechen oft dieselben Schüler:innen. Andere sagen kaum etwas. Beim Bingo entstehen dagegen viele kleine Gespräche gleichzeitig. Außerdem stehen nicht außergewöhnliche Urlaubsreisen im Mittelpunkt, sondern Erlebnisse, mit denen sich viele Kinder identifizieren können.
Ich würde vereinbaren: Eine Person darf nicht das gesamte Bingo-Blatt füllen. Es ist sinnvoll, eine Regel dazu festzulegen, wie oft derselbe Name auf einem Bingo-Blatt stehen darf. So müssen die Schüler:innen mit mehreren Klassenkamerad:innen sprechen. Das Ferien-Bingo eignet sich außerdem besonders gut, wenn sich eine Klasse neu kennenlernen soll.
👉 Ein fertiges Ferien-Bingo findest du beispielsweise in meinem Back-to-School-Material für Klasse 5 und 6.
Zeit: ca. 10 Minuten
Sozialform: Einzelarbeit + Partnergespräch
Geeignet für: besonders ruhige Einstiege
Nicht jede Klasse braucht sofort ein Bewegungsspiel. Manchmal ist ein ruhiger Einstieg genau richtig. Eine schöne Alternative ist ein Ferienrückblick mit Emojis. Die Schüler:innen wählen beispielsweise drei Emojis, die zu ihren Ferien passen: ☀️ 📚 🎮 🍦 🏖️ 😴 ⚽ 🎬 🌧️ 🐕 🚲 Anschließend ergänzen sie kurze Erklärungen.
Zum Beispiel:
🍦 – Ich habe ziemlich viel Eis gegessen.
🎮 – Ich hatte endlich Zeit für ein neues Spiel.
😴 – Ich habe morgens sehr lange geschlafen.
Danach können die Ergebnisse zu zweit ausgetauscht werden.
Die Aufgabe bietet einen Gesprächsanlass, ohne vorauszusetzen, dass in den Ferien etwas Spektakuläres passiert sein muss. Auch ein ruhiger Sommer zu Hause lässt sich problemlos darstellen.
Für Schüler:innen mit geringerem Wortschatz kannst du Satzanfänge bereitstellen:
In meinen Ferien habe ich …
Besonders schön war …
Häufig habe ich …
Mein Emoji bedeutet …
Ich habe … gewählt, weil …
Auch Vokabellisten oder Wortspeicher können hier eine sinnvolle Differenzierung bzw. Hilfestellung sein. Dadurch wird aus einem einfachen Ferienrückblick gleichzeitig eine kleine Übung zum Sprechen und Schreiben.
Zeit: ca. 10–20 Minuten
Sozialform: Partnerarbeit
Geeignet für: Deutsch, Klassenleitung, DaZ/DaF
Statt alle Schüler:innen nacheinander vor der gesamten Klasse berichten zu lassen, kannst du kleine Ferien-Interviews durchführen. Je zwei Schüler:innen interviewen sich gegenseitig.
Mögliche Fragen sind:
Was hast du in den Ferien besonders gern gemacht?
Was war ein schöner Moment?
Was hast du häufig gemacht?
Gab es etwas Neues, das du ausprobiert hast?
Was hat dir in den Ferien gefehlt?
Worauf freust du dich jetzt?
Was möchtest du im neuen Schuljahr erleben?
Anschließend kann jede Person eine Sache über die Partnerperson vorstellen. Zum Beispiel: „Ich habe erfahren, dass Amir in den Ferien Schwimmen gelernt hat.“
Gute Gespräche entstehen meistens nicht dadurch, dass zehn Fragen einfach abgearbeitet werden. Deshalb kannst du eine Zusatzregel einführen: Zu mindestens einer Antwort soll eine passende Rückfrage gestellt werden. Aus „Ich war oft bei meiner Oma.“ könnte beispielsweise werden: „Was habt ihr dort gemacht?“ Damit trainieren die Schüler:innen ganz nebenbei zwei Kompetenzen, die im Deutschunterricht häufig gebraucht werden: aktives Zuhören und sinnvolles Nachfragen.

Zeit: 5–20 Minuten
Sozialform: Partnerarbeit, Kleingruppen oder Sitzkreis
Geeignet für: sehr flexible Unterrichtsplanung
Manchmal möchtest du keine komplette Ferienaktivität durchführen, sondern brauchst einfach gute Fragen, die ein Gespräch in Gang bringen. Dann eignen sich Gesprächskarten. Dabei müssen übrigens nicht alle Fragen direkt mit Urlaub oder Reisen zu tun haben. Spannender finde ich eine Mischung.
Was hast du in den Ferien besonders oft gemacht?
Welche drei Wörter passen zu deinen Ferien?
Was war überraschend?
Was würdest du gerne noch einmal machen?
Worauf freust du dich im neuen Schuljahr?
Welches Fach interessiert dich besonders?
Was möchtest du dieses Jahr besser können?
Was kann eine Klasse tun, damit sich alle wohlfühlen?
Lieber Freibad oder See?
Lieber sechs Wochen Sommerferien oder zweimal drei Wochen?
Welches Eis könnte für immer verschwinden?
Welchen perfekten Ferientag würdest du erfinden?
Gerade die Mischung aus persönlichen, lustigen und schulbezogenen Fragen hält das Gespräch lebendig.
Du kannst die Schüler:innen …
zufällig eine Karte ziehen lassen,
in Zweiergruppen sprechen lassen,
Karten auf Gruppentische legen,
ein kleines Speeddating durchführen,
oder eine einzelne Frage als Stundenbeginn nutzen.
Dadurch eignet sich diese Methode auch hervorragend als 5-Minuten-Lückenfüller in der ersten Schulwoche.
👉 In meinem Back-to-School-Paket für Klasse 5/6 findest du dafür auch fertige Gesprächskarten, die du flexibel einsetzen kannst.
Zeit: ca. 10–15 Minuten
Sozialform: Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit
Geeignet für: besonders gut im Deutsch- und DaF-/DaZ-Unterricht
Beim Ferien-ABC werden zu möglichst vielen Buchstaben passende Begriffe rund um Sommer und Ferien gesammelt.
Zum Beispiel:
A – Ausflug
B – baden
C – Camping
E – Eis
F – Freibad
M – Meer
S – Sonne
Z – Zelten
Dabei geht es nicht darum, unbedingt für jeden Buchstaben eine perfekte Lösung zu finden. Viel interessanter ist das gemeinsame Suchen.
Variante 1: allein
Jede Person versucht zunächst, möglichst viele Begriffe zu finden.
Variante 2: im Team
Kleine Gruppen sammeln gemeinsam Wörter. Anschließend werden besonders kreative Lösungen vorgestellt.
Variante 3: als Klassenchallenge
Die Klasse versucht gemeinsam, das komplette Alphabet zu füllen.
Das funktioniert besonders gut an der Tafel.
Du kannst Kategorien oder Bilder als Unterstützung anbieten oder die Aufgabe auf bekannte Buchstaben beschränken. Sprachlich stärkere Schüler:innen können dagegen nicht nur einzelne Wörter, sondern kurze Sätze formulieren.
Beispiel:
F – Freibad:
„In den Ferien war ich mehrmals im Freibad.“
So wird aus einem lockeren Schulstart gleichzeitig eine kleine Wortschatzaktivierung.

Zeit: ca. 15–25 Minuten
Sozialform: Einzelarbeit oder kleine Gruppen
Geeignet für: Deutsch, DaZ/DaF, Vertretungsstunden
„Stadt, Land, Fluss“ kennen viele Schüler:innen bereits. Genau das ist zu Beginn des Schuljahres ein Vorteil: Du musst kaum Zeit in komplizierte Spielregeln investieren.
Statt der klassischen Kategorien kannst du sommerliche Begriffe verwenden.
Zum Beispiel:
Urlaubsziel
Eissorte
Sommergetränk
Freizeitaktivität
Sommerobst
etwas für den Strand
Ein Buchstabe wird ausgewählt – und los geht es.
Die Schüler:innen müssen passende Wörter aus ihrem Wortschatz abrufen, korrekt aufschreiben und anschließend miteinander vergleichen.
Besonders interessant wird die Auswertung:
„Gilt Hamburg als Urlaubsziel mit H?“
„Ist Wassermelone Obst?“
„Kann Wandern eine Sommeraktivität sein?“
Plötzlich wird begründet, diskutiert und Sprache aktiv verwendet.
Für Lerngruppen mit unterschiedlichen Voraussetzungen kannst du:
weniger Kategorien verwenden,
mehr Zeit geben,
Wörterbücher erlauben,
Partnerteams bilden,
Anfangsbuchstaben bewusst auswählen,
oder eigene Kategorien entwickeln lassen.
👉 Wenn du nicht erst eigene Kategorien erstellen möchtest, gibt es hier meine fertige Stadt, Land, Fluss – Sommeredition für Klasse 4–6.
Die Aktivität eignet sich übrigens nicht nur für die erste Stunde, sondern auch gut als Reserve für die ersten Schultage oder eine spontane Vertretungsstunde.
Zeit: ca. 5–15 Minuten
Sozialform: ganze Klasse, Teams oder Partnerarbeit
Geeignet für: Unterrichtseinstieg und Stundenabschluss
Nicht jede Aktivität nach den Sommerferien muss persönlich sein. Wenn du eine Lerngruppe noch kaum kennst oder zunächst eine unverbindliche gemeinsame Aktivität möchtest, kann ein kleines Quiz sehr angenehm sein.
Das Prinzip ist einfach:
Du stellst eine Frage mit mehreren Antwortmöglichkeiten. Die Klasse stimmt ab, berät sich oder spielt in Teams. Gerade kuriose Sommerfragen oder kleine Fun Facts funktionieren hier gut. Ein Quiz eignet sich außerdem hervorragend, wenn du organisatorisch noch nicht genau weißt, wie viel Zeit in der ersten Stunde übrig bleiben wird. Du kannst nach fünf Fragen aufhören – oder weitermachen, wenn noch zehn Minuten frei sind.
Als Einstieg:
Das Quiz startet direkt nach der Begrüßung und sorgt für einen gemeinsamen Fokus.
Als Energizer:
Nach organisatorischen Informationen gibt das Quiz der Klasse noch einmal neue Energie.
Als Stundenabschluss:
Nach einer ruhigeren Arbeitsphase endet die erste Stunde locker und positiv.
👉 Mein Sommer-Quiz für Klasse 5/6 kannst du dafür direkt als kleine Zusatzaktivität einsetzen.

Zeit: ca. 10–20 Minuten
Sozialform: Einzelarbeit, anschließend freiwilliger Austausch
Geeignet für: Klasse 5 und 6
Nach dem Rückblick auf die Ferien lohnt sich ein Perspektivwechsel: Was wünsche ich mir eigentlich für das neue Schuljahr? Dabei würde ich nicht ausschließlich nach klassischen Leistungszielen fragen. „Ich möchte in Mathe eine Zwei schreiben“ ist zwar ein mögliches Ziel, aber Schule besteht aus mehr als Noten. Spannender wird die Aufgabe mit verschiedenen Bereichen.
Das möchte ich besser können.
Dabei möchte ich mich mehr anstrengen.
Darauf möchte ich stolz sein können.
So möchte ich mit anderen umgehen.
Das wünsche ich mir von meiner Klasse.
Dazu kann ich selbst beitragen.
Das möchte ich mich dieses Jahr trauen.
Das möchte ich ausprobieren.
Darin möchte ich sicherer werden.
Darauf freue ich mich.
Das soll dieses Jahr entspannter werden.
Diese Gewohnheit möchte ich verändern.
Schüler:innen können daraus beispielsweise drei persönliche Ziele auswählen.
Statt: „Ich möchte besser in Deutsch werden.“ hilft die Frage: „Woran würdest du in einigen Wochen merken, dass du deinem Ziel nähergekommen bist?“ Dann entstehen deutlich konkretere Vorhaben: „Ich möchte mich mindestens einmal pro Deutschstunde melden.“ oder: „Ich möchte meine Hausaufgaben in den nächsten vier Wochen vollständig dabeihaben.“
Besonders sinnvoll wird die Aktivität, wenn die Zettel nicht anschließend in irgendeiner Mappe verschwinden. Du kannst die Ziele nach vier oder sechs Wochen noch einmal hervorholen:
Was klappt schon?
Was ist schwieriger als gedacht?
Muss ein Ziel verändert werden?
So bekommt der Schuljahresbeginn eine Verbindung zum weiteren Schuljahr.
Zeit: ca. 15–30 Minuten
Sozialform: Kleingruppen + Plenum
Geeignet für: Klassenleitungsstunde und neue Klassen
Zum Schluss noch eine Idee, die besonders gut zur Klassenbildung passt.
Statt der klassischen Frage „Welche Klassenregeln brauchen wir?“ kannst du zunächst fragen: „Was braucht eine Klasse eigentlich, damit ein Schuljahr gut wird?“ Daraus entsteht ein gemeinsames Klassen-Rezept.
Zum Beispiel:
Man nehme …
3 große Portionen Respekt,
2 Löffel Humor,
eine Menge Hilfsbereitschaft,
eine Prise Geduld,
genügend Ruhe zum Arbeiten,
viele gute Gespräche,
und möglichst wenig Ausgrenzung.
Die Schüler:innen können zunächst in Gruppen eigene Rezepte entwickeln. Anschließend werden Gemeinsamkeiten gesammelt.
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Die Begriffe sollten nicht abstrakt bleiben. Frage deshalb: „Woran würde man konkret merken, dass wir respektvoll miteinander umgehen?“
Dann entstehen beobachtbare Verhaltensweisen:
Wir lassen andere ausreden.
Wir lachen niemanden wegen einer falschen Antwort aus.
Wir helfen, wenn jemand etwas nicht verstanden hat.
Wir sprechen Probleme direkt und fair an.
Auf diese Weise kannst du später auch zu gemeinsamen Klassenregeln übergehen, ohne dass die erste Stunde sofort wie eine Belehrung wirkt.
Ein Klassen-Rezept sowie weitere Aktivitäten zu Wünschen und Zielen für das Schuljahr findest du ebenfalls in meinem Back-to-School-Material für Klasse 5 und 6.
Grundsätzlich kannst du alle zehn Ideen in beiden Jahrgangsstufen einsetzen. Ich würde den Schwerpunkt allerdings etwas unterschiedlich setzen.
Wenn sich die Klasse neu zusammensetzt, stehen Sicherheit, Orientierung und Kennenlernen stärker im Vordergrund.
Gut passen beispielsweise:
Stimmungscheck
Ferien-Bingo
Partnerinterview
Gesprächskarten
Klassen-Rezept
Versuche, möglichst früh Situationen zu schaffen, in denen Schüler:innen mit unterschiedlichen Personen sprechen. Gerade in einer neuen Klasse bilden sich sonst schnell kleine Gruppen aus Kindern, die sich bereits aus der Grundschule kennen.
In Klasse 6 kennen sich die Schüler:innen normalerweise bereits besser.
Hier kannst du stärker mit Rückblick, Wiederankommen und neuen Zielen arbeiten.
Zum Beispiel:
Emoji-Ferienrückblick
Stadt, Land, Fluss – Sommeredition
Gesprächskarten
Ziele fürs Schuljahr
Klassen-Rezept oder gemeinsame Wünsche
Spannend kann außerdem die Frage sein: „Was sollten wir aus dem letzten Schuljahr unbedingt beibehalten – und was könnten wir dieses Jahr besser machen?“ Damit nimmst du die Erfahrungen der Klasse ernst und leitest gleichzeitig in das neue Schuljahr über.
Du möchtest nicht zehn einzelne Methoden auswählen, sondern brauchst einfach einen Plan für die erste Schulstunde? Dann könnte eine 45-minütige erste Stunde nach den Sommerferien so aussehen:
Kurze Begrüßung und Stimmungsabfrage. Noch keine lange organisatorische Ansprache.
Die Schüler:innen bewegen sich durch den Raum und kommen miteinander ins Gespräch.
Nach der bewegten Phase folgt ein etwas ruhigerer Austausch.
Jede Person notiert ein persönliches Ziel oder einen Wunsch.
Zum Abschluss vervollständigt jede Person freiwillig einen Satz: „Auf dieses Schuljahr freue ich mich, weil …“ oder: „Für dieses Schuljahr wünsche ich mir …“ Damit hat die Stunde eine klare Dramaturgie: ankommen → bewegen → begegnen → nach vorne schauen → gemeinsam abschließen.
Mit mehr Zeit würde ich nicht einfach jede Aktivität verlängern. Besser ist ein Wechsel aus Bewegung, Gespräch und ruhigen Phasen.
Ein möglicher Ablauf:
Emoji-Check-in
Ferien-Bingo
Partnerinterview oder Gesprächskarten
Stadt, Land, Fluss – Sommeredition
persönliche Ziele oder Schuljahres-Bucket-List
Klassen-Rezept oder gemeinsame Wünsche
Blitzlicht oder Gute-Wünsche-Runde
So entsteht eine abwechslungsreiche Doppelstunde, bei der die Schüler:innen nicht 90 Minuten lang erzählen oder Arbeitsblätter bearbeiten müssen.
Manchmal besteht die erste Stunde größtenteils aus Stundenplan, Bücherausgabe und organisatorischen Dingen.
Wenn dir nur etwa 15 Minuten bleiben, reicht bereits eine kleine Kombination:
5 Minuten: Emoji-Check-in
7 Minuten: zwei oder drei Gesprächskarten in Partnerarbeit
3 Minuten: Abschlussfrage „Worauf freust du dich dieses Schuljahr?“
Auch eine kurze Aktivität kann den Unterschied zwischen einer rein organisatorischen ersten Stunde und einem bewussten gemeinsamen Schulstart ausmachen.
Es gibt natürlich nicht die eine richtige erste Unterrichtsstunde. Trotzdem würde ich einige Dinge bewusst dosieren.
Stundenplan, Bücher, Regeln, Materiallisten und Termine sind wichtig.
Wenn möglich, würde ich aber zumindest fünf oder zehn Minuten für eine gemeinsame Aktivität reservieren.
Bei 25 Schüler:innen kann das sehr lang werden – und für einige Kinder unangenehm sein.
Partnergespräche, freiwillige Beiträge oder offene Ferienrückblicke schaffen mehr Beteiligung und weniger Druck.
Natürlich braucht Unterricht Regeln.
Gerade bei einer neuen Klasse kann es aber sinnvoll sein, zuerst darüber zu sprechen, wie die Schüler:innen miteinander lernen möchten, bevor fertige Regeln präsentiert werden.
Auch spielerische Methoden können irgendwann anstrengend werden.
Ein sinnvoller Wechsel ist meist:
Bewegung → Gespräch → ruhige Reflexion → gemeinsamer Abschluss.
Extra-Tipp: Plane die erste Stunde modular
Die erste Schulstunde ist erstaunlich schwer minutengenau zu planen. Vielleicht dauert die Begrüßung länger. Vielleicht fehlen noch Schüler:innen. Vielleicht müssen Bücher ausgeteilt werden. Vielleicht gibt es plötzlich zehn Minuten mehr – oder zwanzig Minuten weniger. Deshalb plane ich für solche Stunden lieber Bausteine statt eines starren Ablaufs.
Zum Beispiel:
Emoji-Check-in
einzelne Gesprächskarten
Blitzlicht
kurze Ziel-Frage
Ferien-Bingo
Ferien-ABC
Sommerquiz
Partnerinterview
Stadt, Land, Fluss
Schuljahresziele
Klassen-Rezept
Dann kannst du während der Stunde flexibel entscheiden, was noch passt.
Wenn du diese Vorbereitung nicht selbst zusammenstellen möchtest, findest du in meinem Back-to-School-Material für Klasse 5 und 6 12 verschiedene Bausteine und 32 Gesprächskarten für den Ferienrückblick, zum Kennenlernen und für den gemeinsamen Start ins neue Schuljahr.
Nach sechs Wochen Sommerferien müssen Schüler:innen nicht innerhalb der ersten fünf Minuten wieder vollständig im Schulmodus sein. Die erste Unterrichtsstunde kann deshalb bewusst eine Übergangsstunde sein. Eine gute Mischung aus Ankommen, Bewegung, Gespräch, Gemeinschaft und einem kleinen Blick auf das neue Schuljahr reicht vollkommen aus. Du musst dafür weder ein riesiges Kennenlernprojekt vorbereiten noch die komplette erste Woche durchplanen. Oft genügen schon zwei oder drei gut ausgewählte Aktivitäten.
Für eine 45-minütige Stunde würde ich beispielsweise Ferien-Bingo, Partnergespräch und eine kleine Zielsetzung kombinieren. Bei einer neuen fünften Klasse würde ich zusätzlich mehr Raum für Kennenlernen und Klassengemeinschaft einplanen. Und wenn zwischendurch plötzlich zehn Minuten übrig sind, sind Gesprächskarten, ein Sommerquiz oder eine schnelle Runde Stadt, Land, Fluss ideale Reserven.
Das Wichtigste ist am Ende nicht, wie viele Programmpunkte ihr geschafft habt. Sondern dass die Schüler:innen nach der ersten Stunde das Gefühl haben:
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