Im schulischen Kontext wird KI häufig vor allem als Werkzeug betrachtet: Sie erstellt Materialien, vereinfacht Texte, gibt Feedback und spart Zeit.
Aus politikwissenschaftlicher Perspektive greift das jedoch zu kurz.
Denn KI-Systeme entstehen nicht unabhängig von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen. Sie werden von Unternehmen entwickelt, mit großen Datenmengen trainiert und nach bestimmten technischen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen eingesetzt.
Deshalb sollten wir im Unterricht nicht nur fragen:
Was kann KI?
Sondern auch:
Wer entwickelt sie? Wer profitiert von ihr? Welche Interessen stehen dahinter? Und wer trägt die Risiken?
KI kann Bildungszugänge verbessern, aber auch bestehende Ungleichheiten verstärken. Sie kann Wissen leichter verfügbar machen, gleichzeitig aber Abhängigkeiten von wenigen großen Technologieunternehmen schaffen. Sie kann Entscheidungen unterstützen, bleibt dabei aber von Daten, Auswahlprozessen und menschlichen Wertvorstellungen geprägt.
Für mich gehört KI deshalb nicht nur in den Informatikunterricht. Sie ist auch ein Thema für Politik, Wirtschaft, Ethik und Gesellschaft.
Schülerinnen und Schüler müssen nicht nur lernen, KI zu bedienen. Sie sollten auch verstehen, welche Machtstrukturen, Geschäftsmodelle und gesellschaftlichen Konflikte mit ihr verbunden sind.
Wie stark wird dieser kritische Blick auf KI an euren Schulen bereits berücksichtigt?
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