Manchmal steht die Vertretungsstunde schneller im Raum, als einem lieb ist. Eine Kollegin fällt aus, der Plan ändert sich kurzfristig oder eine Klasse braucht plötzlich eine sinnvolle Beschäftigung für 45 Minuten. Genau dann ist Material hilfreich, das ohne lange Einführung funktioniert, aber trotzdem mehr ist als reine Beschäftigung.
Ich finde: Eine gute Vertretungsstunde muss nicht spektakulär sein. Sie muss klar, ruhig und machbar sein. Die Schüler*innen sollen schnell verstehen, was zu tun ist, und die Lehrkraft sollte nicht erst zehn Minuten lang erklären müssen, wie das Material gedacht ist.
Hier sind 5 Ideen, die sich im Alltag besonders gut für spontane Stunden eignen.
In Vertretungsstunden ist der Einstieg entscheidend. Wenn die Klasse sofort erkennt, was zu tun ist, entsteht weniger Unruhe.
Gut funktionieren Aufgaben mit kurzer Arbeitsanweisung, sichtbarem Beispiel, eindeutigem Ziel und Lösungsmöglichkeit oder Selbstkontrolle. Besonders praktisch sind Arbeitsblätter, Karten oder kleine Stationen, bei denen die Schüler*innen direkt loslegen können.
Mehr Auswahl klingt erst einmal gut, kann aber im spontanen Einsatz schnell überfordern. Für Vertretungsstunden reichen oft 1 bis 2 klare Aufgabenformate: eine kurze Wiederholung, eine Übungsphase und eine kleine kreative oder offene Zusatzaufgabe.
So haben schnelle Kinder noch etwas zu tun, ohne dass die gesamte Stunde komplizierter wird.
Gerade wenn fachfremd vertreten wird, sollte das Material selbsterklärend sein. Die Lehrkraft muss nicht jedes Detail des aktuellen Unterrichtsstands kennen.
Geeignet sind zum Beispiel Lesetexte mit Aufgaben, Wiederholungsübungen, Suchsel, Rätsel, Logicals, kreative Schreibanlässe oder einfache Trainingsformate mit Lösung. Wichtig ist, dass die Aufgaben nicht zu stark an eine vorherige Stunde gebunden sind.
Vertretungsstunden sind nicht der beste Moment für ein kompliziertes Differenzierungssystem. Besser sind einfache Zusatzaufgaben oder Wahlmöglichkeiten.
Zum Beispiel: Pflichtaufgabe plus Sternchenaufgabe, Basisaufgabe plus Knobelaufgabe, Einzelarbeit mit optionalem Partnervergleich oder eine kurze Reflexionsfrage am Ende. So bleibt die Stunde übersichtlich und trotzdem nicht für alle gleich schwer.
Am entspanntesten wird es, wenn man nicht erst im Notfall suchen muss. Eine kleine digitale oder ausgedruckte Vertretungsmappe reicht oft schon aus.
Praktisch ist eine Mischung aus Deutsch- oder Lesematerialien, Mathe- oder Logikaufgaben, kreativen Schreibaufgaben, ruhigen Zusatzaufgaben und Lösungen oder Selbstkontrollmöglichkeiten. Dann hat man für viele Situationen etwas griffbereit und muss nicht jedes Mal neu entscheiden.
Gute Vertretungsstunden brauchen keine riesige Vorbereitung. Entscheidend ist, dass die Aufgaben klar, ruhig und flexibel einsetzbar sind. Wenn Material selbsterklärend ist, spart das nicht nur Zeit, sondern hilft auch der Klasse, schneller ins Arbeiten zu kommen.
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Vielleicht ist ja etwas dabei, das dir die nächste ungeplante Stunde ein bisschen leichter macht.
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