
Im Musikunterricht treffen ganz unterschiedliche Kinder aufeinander:
Manche setzen Rhythmusübungen sofort sicher um, andere verlieren leider schon nach wenigen Takten den Anschluss.
Die Frage ist:
Wie kannst Du Rhythmusübungen niederschwellig differenzieren, um alle Kinder in einer heterogenen Klasse mitzunehmen?
Hier sind 3 einfache Ideen mit großer Wirkung.
Nicht jedes Kind muss sofort eine komplette Rhythmusübung spielen können.
Es ist völlig in Ordnung, wenn jemand zunächst den Viertelpuls mitklatscht oder auf einem Instrument mitspielt.
So bleiben alle Kinder aktiv und niemand muss untätig herumsitzen.
Und wer weiß?
Oft entsteht durch das Erfolgserlebnis doch noch der Wunsch, eine schwierigere Rhythmusübung auszuprobieren.
Nimm also bewusst Druck aus einer Übung, indem Du den Grundpuls als Sicherheitsnetz anbietest.
Viele Kinder profitieren davon, einen Rhythmus erst einmal laut zu sprechen.
So wirkt ein Rhythmus nicht länger abstrakt, sondern wird erlebbar.
Zum Beispiel:
Anstelle der typischen Zählweise mit 1 + 2 + etc. könnt ihr Viertel- und Achtelnoten als lange und kurze Schläge rhythmisch sprechen.
Wenn Du mit der Gruppe mitsprichst, finden selbst die unsichersten Kinder schon nach wenigen Durchgängen den Mut zum Mitmachen.
Zusätzlich kannst Du solche Rhythmusübungen einfach erweitern, indem
eigene Rhythmuswörter für einzelne Noten bestimmt
oder sogar ganze Takte von den Kindern vertont werden.
Gruppe A darf den einzelnen Notenwerten Wörter zuordnen (Baum = Viertelnote, Ap-fel = zwei Achtelnoten, Stopp = Viertelpause)
Gruppe B soll aus den Wörtern sinnvolle Sätze (Takte) bilden, sie der Klasse vorstellen und vorspielen.
Alle spielen oder klatschen als Abschluss gemeinsam nach.
Während einige Kinder noch den Grundpuls verinnerlichen, brauchen andere auf jeden Fall eine neue Herausforderung.
Dafür musst Du aber keine komplett neue Aufgabe vorbereiten.
Schnelle Kinder können bei einer Rhythmusübung selbstständig kleine Zusatzaufgaben übernehmen.
In meinem Unterricht sind sie als Bonus-Aufgaben bekannt, zum Beispiel
den Takt besonders leise begleiten („Der leise Schatten sein.“)
ein rhythmisches Echo ergänzen („Musikalische Post“)
einen passenden Bodypercussion-Beat erfinden oder
den Takt auf ein neues Instrument übertragen.
So bleiben alle Kinder bei derselben Übung motiviert, profitieren aber von unterschiedlichen Lernimpulsen.
Welche meiner drei Ideen wirst Du mit Deiner Rhythmusklasse ausprobieren?
Alles Liebe Dir.
Manu Holmer
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