Viele Kinder in der Grundschule können bereits flüssig lesen. Dennoch zeigen sich im Unterricht oder bei den Hausaufgaben Probleme: Sie verstehen den Inhalt des Textes nicht.
Das zeigt sich auch in Fächern wie Mathematik. Aufgaben können nicht bearbeitet werden, wenn der Inhalt der Aufgabenstellung nicht klar ist.
In meiner Arbeit als Lerntherapeutin konnte ich das oft beobachten.
Warum Kinder Texte oft nicht verstehen
Bevor Kinder selber lernen zu lesen und ihnen nur vorgelesen wird, verstehen sie alles, sind fasziniert von Geschichten und können nicht genug bekommen. Sie dürfen einfach zuhören und genießen.
Dann kommt die Wende: Beim Lesenlernen müssen sie plötzlich viele Dinge gleichzeitig leisten.
Sie müssen:
· Inhalte verknüpfen
· Buchstaben aneinanderreihen
· betont lesen
· Zusammenhänge erkennen
· sich dazu alles bildlich vorstellen
Sind die Kinder dabei unsicher oder stehen sie womöglich unter Druck, fällt es ihnen schwer, den Inhalt wirklich zu erfassen.
Diese drei einfachen Tipps können helfen
Tipp 1: Über Texte sprechen und mitdenken lassen
Wählen Sie kurze Texte und sprechen sie gemeinsam darüber.
Stellen Sie Fragen wie:
· Was glaubst du, passiert als Nächstes?
· Warum macht die Figur das?
· Wie sieht die Person aus?
- Das Kind wird aktiv und denkt mit
Tipp 2: Wichtige Wörter markieren
Kurze Texte mit maximal 10 Sätzen anbieten und still lesen lassen.
· Kind markiert mit Buntstift einige Wörter, die es wichtig findet.
· mit Hilfe dieser Wörter erzählt es, was es gelesen und verstanden hat.
- Das Kind entdeckt Wörter, die für die Geschichte wichtig sind.
Tipp 3: Bilder zeichnen lassen und Geschichten entwickeln.
Lassen Sie das Kind eine Szene zeichnen z.B.
· Eine Person spielt mit einem Ball.
· Ein Vogel fliegt zu einem Baum.
· Ein Hund spielt mit einer Katze.
· Kinder unterhalten sich.
Danach beschreibt das Kind die Situation und erzählt eine kleine Geschichte dazu.
- So wird die Fantasie angeregt und eine Verbindung zwischen Bild und Text hergestellt.
Warum Motivation wichtig ist
Wenn Kinder Texte nicht verstehen, verlieren sie die Freude am Lesen.
Deshalb brauchen sie beim Vorlesen Ruhe und die gesamte Aufmerksamkeit und echtes Interesse des Zuhörers.
Der anschließende gemeinsame Austausch über die Geschichte ermutigt sie, sich an neue, unbekannte Texte heranzuwagen.
Mein Ansatz in der Praxis
Auch in meinen Lesungen an Grundschulen verbinde ich die Elemente Aktivität, Mitdenken, Zuhören und Austausch miteinander.
So entsteht eine schöne Verbindung zwischen
· Lesen
· Verstehen
· Freude an der Sprache
Fazit
Wenn Kinder alleine lesen, entwickelt sich nicht automatisch ein Textverständnis. Sie brauchen Unterstützung, Zeit, Ruhe und die Möglichkeit, mitzudenken.
Lesen wird so wieder eine spannende Entdeckungsreise.
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