Spiele im Unterricht – warum sie mehr können, als nur „Spaß machen“
Spiele im Unterricht – klingt erstmal nach „Juhu, wir spielen“ und nach etwas, das Schülerinnen motiviert, weil es eben kein klassisches Arbeitsblatt ist. Gleichzeitig schwingt bei vielen Kolleginnen aber auch sofort der Gedanke mit: „Schön… aber kostet das nicht unglaublich viel Zeit?“
Kurz gesagt: Ja, manchmal. Aber: Es lohnt sich – besonders in Mathe.
Ich möchte euch heute mitnehmen in meine kleine Spielesammlung, erklären, wann und warum ich Spiele einsetze, welche Vorteile (und ehrliche Nachteile) es gibt und wie ich dabei im Alltag die Balance halte zwischen Freude, Motivation und Fachlichkeit.
Mathe lebt von Wiederholung, von Mustern, von Transfer – und davon, dass Lernende eine Idee anwenden statt sie nur „abheften“. Spiele bieten genau das:
Wiederholung ohne Langeweile
soziales Lernen und Austausch
Fehler als Teil des Prozesses (weil sie im Spiel nicht „wehtun“)
Zeitdruck oder Wettbewerbscharakter als Aktivator
Erfolgserlebnisse sichtbar und spürbar machen
Dazu ein bisschen Fachtheorie für alle, die es mögen:
Lernen über Spiele aktiviert das episodische Gedächtnis, schafft Verknüpfungen und senkt die Hemmschwelle, mathematische Strategien auszuprobieren – man „rechnet“ eben, ohne dass es sich wie Rechnen anfühlt.
Meine Favoriten im Unterricht – und was sie bringen
Ich liebe sie – meine Klassen auch.
Ob analog mit Umschlägen oder digital über QR-Codes/PowerPoints: Lernende müssen mathematische Inhalte anwenden, um weiterzukommen. Der Fokus liegt nicht auf „Wer war zuerst fertig?“, sondern auf Problemlösen, Teamwork und Kommunikation.
Vorteile:
hoher Motivationsschub
authentische Anwendung von Wissen
ideal für Wiederholungsphasen
Nachteile:
Vorbereitungszeit (lohnt sich aber mehrfach, weil man sie wieder nutzen kann)
Gruppenarbeit kann „laut“ werden (aber produktiv laut!)
Bewährt und schnell erklärt.
Die Lernenden geben Hinweise zu Begriffen (z. B. „Term“, „Wurzel“, „Funktion“, …) und müssen präzise, aber nicht offensichtlich formulieren. Klingt simpel, trainiert aber enorm:
mathematischen Wortschatz
Abstraktionsvermögen
Genauigkeit im Denken
Vorteile:
wenig Vorbereitung
sprachsensibel & differenzierend
ideal für Klasseneinstiege
Nachteile:
manche Schüler*innen sind zu kreativ… („Winkel = Dreiecksschenkelteil“)
Ich nutze es besonders bei:
Termen (z. B. vereinfachte Form – Ausgangsform)
linearen Funktionen (Graph – Gleichung)
Flächenberechnungen
Gerade schwächere Schüler*innen profitieren davon, weil sie Strukturen wiedererkennen und Muster trainieren.
Hier kommt der Satz, der mir wichtig ist:
Man muss das Rad nicht immer neu erfinden.
Ich nutze sehr gerne Materialien anderer Autor*innen – besonders die folgenden zwei Spiele, die längst Klassiker in meinen Stunden geworden sind:
Perfekt für Rechnen, Vereinfachen & schnelles Denken.
Ideal als Einstieg, als Wettkampf oder als kurze Wiederholungsphase.
Super einsetzbar für:
Koordinatensystem
Terme
lineare Gleichungen
zufällige Wiederholungsphasen
Ich verlinke beide im Blog – wirklich tolle Materialien, die sich lohnen.
Vor- und Nachteile von Spielen im Unterricht
hohe Motivation (selbst bei „Mittwoch 7./8. Stunde“-Energielevel)
Wiederholung ohne Meckern
soziale Interaktion
Transferleistung steigt
viele Spiele sind wiederverwendbar
klare Struktur → ideal für Vertretungsstunden
manche Spiele brauchen Zeit in der Vorbereitung
Motivation bei Einzelnen kann schwanken („Kann ich nicht einfach arbeiten?“ – hat noch nie jemand gesagt…)
manche Lernende driften ab → klare Regeln nötig
Spiele müssen gut erklärt sein, sonst wird's Chaos
Mein Fazit
Spiele sind kein „Lückenfüller“.
Sie sind ein echtes Werkzeug, um Wiederholung, Verständnis und Motivation zu verbinden – besonders im Matheunterricht.
Wenn du Lust hast, probiere eines davon aus. Und falls du Bilder brauchst: Ich habe passende Beispielbilder aus meinem Unterricht, natürlich ohne Gesichter – und sie zeigen ziemlich gut, wie konzentriert man spielen kann.
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