Mathe + Spiele = Unterricht, der hängen bleibt

Spiele im Unterricht – warum sie mehr können, als nur „Spaß machen“

Spiele im Unterricht – klingt erstmal nach „Juhu, wir spielen“ und nach etwas, das Schülerinnen motiviert, weil es eben kein klassisches Arbeitsblatt ist. Gleichzeitig schwingt bei vielen Kolleginnen aber auch sofort der Gedanke mit: „Schön… aber kostet das nicht unglaublich viel Zeit?“
Kurz gesagt: Ja, manchmal. Aber: Es lohnt sich – besonders in Mathe.

Ich möchte euch heute mitnehmen in meine kleine Spielesammlung, erklären, wann und warum ich Spiele einsetze, welche Vorteile (und ehrliche Nachteile) es gibt und wie ich dabei im Alltag die Balance halte zwischen Freude, Motivation und Fachlichkeit.

Warum Spiele im Matheunterricht so wirksam sind

Mathe lebt von Wiederholung, von Mustern, von Transfer – und davon, dass Lernende eine Idee anwenden statt sie nur „abheften“. Spiele bieten genau das:

  • Wiederholung ohne Langeweile

  • soziales Lernen und Austausch

  • Fehler als Teil des Prozesses (weil sie im Spiel nicht „wehtun“)

  • Zeitdruck oder Wettbewerbscharakter als Aktivator

  • Erfolgserlebnisse sichtbar und spürbar machen

Dazu ein bisschen Fachtheorie für alle, die es mögen:

Lernen über Spiele aktiviert das episodische Gedächtnis, schafft Verknüpfungen und senkt die Hemmschwelle, mathematische Strategien auszuprobieren – man „rechnet“ eben, ohne dass es sich wie Rechnen anfühlt.

Meine Favoriten im Unterricht – und was sie bringen

1. Escape Rooms (Mathe-Edition)

Ich liebe sie – meine Klassen auch.
Ob analog mit Umschlägen oder digital über QR-Codes/PowerPoints: Lernende müssen mathematische Inhalte anwenden, um weiterzukommen. Der Fokus liegt nicht auf „Wer war zuerst fertig?“, sondern auf Problemlösen, Teamwork und Kommunikation.

Vorteile:

  • hoher Motivationsschub

  • authentische Anwendung von Wissen

  • ideal für Wiederholungsphasen

Nachteile:

  • Vorbereitungszeit (lohnt sich aber mehrfach, weil man sie wieder nutzen kann)

  • Gruppenarbeit kann „laut“ werden (aber produktiv laut!)


2. Just One – Mathe-Edition

Bewährt und schnell erklärt.
Die Lernenden geben Hinweise zu Begriffen (z. B. „Term“, „Wurzel“, „Funktion“, …) und müssen präzise, aber nicht offensichtlich formulieren. Klingt simpel, trainiert aber enorm:

  • mathematischen Wortschatz

  • Abstraktionsvermögen

  • Genauigkeit im Denken

Vorteile:

  • wenig Vorbereitung

  • sprachsensibel & differenzierend

  • ideal für Klasseneinstiege

Nachteile:

  • manche Schüler*innen sind zu kreativ… („Winkel = Dreiecksschenkelteil“)


3. Memory (Matheausgabe)

Ich nutze es besonders bei:

  • Termen (z. B. vereinfachte Form – Ausgangsform)

  • linearen Funktionen (Graph – Gleichung)

  • Flächenberechnungen

Gerade schwächere Schüler*innen profitieren davon, weil sie Strukturen wiedererkennen und Muster trainieren.


4. Und dann gibt’s Spiele, die nicht von mir sind – aber die ich liebe

Hier kommt der Satz, der mir wichtig ist:

Man muss das Rad nicht immer neu erfinden.

Ich nutze sehr gerne Materialien anderer Autor*innen – besonders die folgenden zwei Spiele, die längst Klassiker in meinen Stunden geworden sind:

Tik Tac Toe (Mathe-Version)

Perfekt für Rechnen, Vereinfachen & schnelles Denken.
Ideal als Einstieg, als Wettkampf oder als kurze Wiederholungsphase.

Schiffe versenken (Mathe-Version)

Super einsetzbar für:

  • Koordinatensystem

  • Terme

  • lineare Gleichungen

  • zufällige Wiederholungsphasen

Ich verlinke beide im Blog – wirklich tolle Materialien, die sich lohnen.


Vor- und Nachteile von Spielen im Unterricht

Vorteile

  • hohe Motivation (selbst bei „Mittwoch 7./8. Stunde“-Energielevel)

  • Wiederholung ohne Meckern

  • soziale Interaktion

  • Transferleistung steigt

  • viele Spiele sind wiederverwendbar

  • klare Struktur → ideal für Vertretungsstunden

Nachteile

  • manche Spiele brauchen Zeit in der Vorbereitung

  • Motivation bei Einzelnen kann schwanken („Kann ich nicht einfach arbeiten?“ – hat noch nie jemand gesagt…)

  • manche Lernende driften ab → klare Regeln nötig

  • Spiele müssen gut erklärt sein, sonst wird's Chaos

Mein Fazit

Spiele sind kein „Lückenfüller“.
Sie sind ein echtes Werkzeug, um Wiederholung, Verständnis und Motivation zu verbinden – besonders im Matheunterricht.

Wenn du Lust hast, probiere eines davon aus. Und falls du Bilder brauchst: Ich habe passende Beispielbilder aus meinem Unterricht, natürlich ohne Gesichter – und sie zeigen ziemlich gut, wie konzentriert man spielen kann.


Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.

−26%
13 Seiten
−26%
11 Seiten
−26%
2 Materialien
−26%
9 Seiten

Klassenkalender

2,21 €2,99 €
Kommentare und Fragen von anderen Nutzern
Bitte melde dich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.
Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen.