
Karteikarten – sicher nichts Neues und für viele vermutlich mit einer ordentlichen Staubschicht im Gedächtnis abgelegt. Auch Lernende verbinden damit oft eher „Old School“- Lernen als motivierende Unterrichtspraxis.
Und trotzdem: Karteikarten erleben gerade in meinem Unterricht ein echtes Comeback. Nicht als hippe Innovation, sondern als erstaunlich effektives Werkzeug, um Sicherungs- und Wiederholungseffekte zu schaffen – regelmäßig, strukturiert und für jeden Lerntyp zugänglich.
Gerade in Zeiten, in denen Lernstoff schnell vergessen wird, die Aufmerksamkeit schwankt (Stichwort: Pubertät), und Unterrichtszeit knapp ist, kann etwas so Simples wie eine Karteikarte Erstaunliches leisten.
Wie die Idee entstand – und warum sie geblieben ist
Die erste Umsetzungsidee kam während der Corona-Pandemie, als mein Unterricht nur halb oder gar nicht live stattfand. Zwischen Wechselmodellen, technischen Problemen und „Bin da, aber höre nix“-Momenten war es schwierig einzuschätzen:
Was wurde verstanden? Wo sind die Lücken? Was ist komplett untergegangen?
Also fragte ich meine damalige 8. Klasse direkt:
Und – Überraschung – einige waren erstaunlich offen.
Gemeinsam entwickelten wir die Idee eines Mini-Lernkartensystems, das von den Lernenden selbst erstellt wird:
So lief es ab
Die Klasse bildete Kleingruppen, die je ein Thema übernahmen und dazu:
Danach wurden die Karten gemischt, getauscht und konnten jederzeit genutzt werden – zur Wiederholung, zur spontanen Vertiefung oder als Mini-Vorbereitung auf Tests & Klassenarbeiten.

Wie ich Karteikarten heute nutze
Aktuell setze ich das System wieder in meiner 8. Klasse ein – genauer gesagt als Rettungsanker für die 7./8. Stunden am Mittwoch:
Mathe + Müdigkeit + „Ich hab kein Bock“ = maximaler Motivationsbedarf.
Karteikarten zum Einstieg sind hier Gold wert:
✔ etwas, das sie eigentlich können
✔ etwas, das nicht viel Überwindung kostet
✔ etwas, das sofort ein Erfolgserlebnis schafft
Viele starten damit schneller „ins Arbeiten“, weil die Hürde minimal ist und sie selbstbestimmt üben.
Karteikarten gehören zu den effektivsten Lernmethoden, wenn es um Spaced Repetition, aktive Wiederholung und Abruftraining geht.


Vorteile aus der Unterrichtspraxis
Nachteile (ehrliche Perspektive)
Praktische Erweiterungsideen
Vielleicht wartet in euren Schränken oder Regalen ja auch noch irgendwo ein vergessener Stapel Karteikarten. Vielleicht ist es Zeit, ihm wieder Leben einzuhauchen.
Bei mir haben Karteikarten nicht nur Lücken geschlossen, sondern in manchen Klassen sogar Motivation geschaffen, wo vorher keine war.
Wenn euch die Idee inspiriert hat, freue ich mich über ein Like auf eduki – oder über eure Rückmeldungen, wie ihr Karteikarten im Unterricht nutzt oder nutzen wollt!
Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.