
Welche Cajon-Rhythmen fordern, aber überfordern Grundschulkinder nicht?
Sicher hast Du Dich das auch schon mal gefragt.
Die meisten Klassen sind ja nicht homogen.
Wir brauchen also einen gemeinsamen Nenner, auf dem wir aufbauen können.
Das Schöne am Trommeln mit Kindern ist aber:
Auf der Cajon gibt es einige Rhythmus-Klassiker, die wirklich immer funktionieren.
Zwei von ihnen stelle ich Dir heute vor.
Und das Beste:
Du kannst sie genauso wie in meinem E-Book Klopf, Klatsch, Cajon! notenfrei mit den Lernenden erarbeiten.
Wunderbar. :-)
Zuerst müssen wir wissen, wie unsere Trommeln klingen.
Als Richtwert gilt:
Tief klingt die Cajon etwas oberhalb der Mitte auf ihrer Schlagfläche.
Erinnere die Kinder gerne daran, dass die Schlagfläche gegenüber dem Schallloch liegt.
Vielleicht möchtet ihr vor dem Spielen auch noch einen Blick ins Innere der Cajon werfen?
Erfahrungsgemäß sind Kinder davon immer total begeistert.
Anschließend könnt ihr auch schon top-motiviert Euren ersten Rhythmus einstudieren.
Beginnt dabei gerne mit der rechten Hand (R), dann mit Links (L).
Der Handsatz für Rhythmus 1 ist also RLRL RLRL usw.
Linkshändige Kinder dürfen - müssen aber nicht! - den Handsatz umdrehen: LRLR LRLR usw.
Diesen Rhythmus spielt ihr so lange, bis sich die ganze Klasse sicher fühlt.
Hier könnt ihr jetzt auch mit Dynamiken
differenzieren.
Nutze dazu gerne auch meine sofort einsatzbereiten Bildkarten, die Dynamik-Kreise.
Mit diesem Rhythmus - nur tiefe Bassschläge - könnt ihr tatsächlich auch schon erste Lieder begleiten.
„Wellerman“ ist dafür ein Paradebeispiel.
Oder der „Wackelkontakt“ von Oimara, wobei dieser Song schon ein wenig schneller ist.
Tipp: Achte bitte immer darauf, dass die Kinder ihren Rücken beim Trommeln nicht extrem krümmen.
Sie müssen nicht „pfeilgerade“ sitzen, aber auch nicht wie eine Buckel-Katze.
Juhu! Rhythmus 2 bringt einen neuen Ton ins Spiel: den hohen Slap, Open oder Tone, wie er auch genannt wird.
Ihn spielt ihr in den oberen Ecken Eurer Sitztrommeln.
Im Endeffekt geht es bei Rhythmus 2 darum, beide Töne abzuwechseln:
Tief, hoch, tief, hoch sollen die Kinder jetzt spielen.
Bass, Slap, Bass, Slap - so klingt unser zweiter Cajon-Beat.
Wichtig ist hier, langsam zu beginnen und das Tempo mit fortschreitender Spielsicherheit zu erhöhen.
Spielsicherheit kommt immer (!) vor der Geschwindigkeit.
Und wenn die Kinder sicher beim Trommeln sind, könnt ihr den Takt wieder zur Musik ausprobieren.
Wie wäre es mit
Schön ist dabei auch, Rhythmus 1 und Rhythmus 2 beim „Wellerman“ zu verbinden:
Rhythmus 1 empfehle ich für die Strophe, Rhythmus 2 für den Refrain.
Beim Musizieren kommt es nicht so sehr darauf an, was gespielt wird - sondern wie.
Daher kommst Du mit den zwei Cajon-Rhythmen von heute schon sehr, sehr weit.
Ja, sie sind schnell gelernt.
Es lohnt sich, diese kreativen Fragen in die Runde zu stellen.
Du wirst überrascht sein, worauf die Kinder kommen. :-)
Und denke daran:
Langsam beginnen und die Geschwindigkeit schrittweise steigern!
Wenn wir gemeinsam musizieren, dann zähle bitte auch immer ein.
So finden alle den Einstieg.
Den 4/4 Takt kannst Du zum Beispiel mit 1, 2, 3, 4 einzählen, den 3/4 1, 2, 3 etc.
Auch das ist ein wichtiger Tipp, der nicht nur das Cajon-Spielen in der Gruppe leichter macht.
Übrigens:
Druckbereite Arbeitsblätter und Unterrichtsmaterialien rund um die Cajon findest Du in meinem wachsenden Materialpaket bei Eduki.
Schau es Dir gerne hier an, wenn Du Deine Klasse langfristig fürs Musizieren mit der Sitztrommel begeistern möchtest.
Alles Liebe Dir.
Manu Holmer
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