Junges Gemüse in der Schule: die GemüseAckerdemie


Im Rahmen der lehrermarktplatz.de-Nachhaltigkeitswoche stellen wir (hier und auf Instagram) euch eine Reihe von tollen Nachhaltigkeits-Initiativen vor, die im Schulkontext arbeiten. Eine davon ist die GemüseAckerdemie – wir durften Jan-Philipp Jansen, Programmleiter und verantwortlich für das Schulangebot GemüseKlasse (Ein Klassenzimmer, bis zu 5 Hochbeete und 20 Wochen voller Gemüse) interviewen.


© Katharina Kühnel 

Wer oder was ist die GemüseAckerdemie?

Die GemüseAckerdemie umfasst die BNE-Bildungsprogramme des gemeinnützigen Vereins Ackerdemia. So können Kinder im Rahmen der AckerSchule auf dem eigenen SchulAcker Gemüse anbauen. Sie erleben, wo ihre Lebensmittel herkommen und entwickeln mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel. Als GemüseKlasse bauen die Schüler*innen 20 Wochen lang direkt im Klassenzimmer Gemüse an. Das Programm ist für den Unterricht der 3. und 4. Klassen ausgelegt und hat zum Ziel, die Kinder für gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit zu begeistern.

Wie kamt ihr auf diese Idee? 

Die meisten Kinder wissen heute nicht mehr, wo ihr Essen herkommt – im Supermarkt sind die Regale immer gut gefüllt – egal zu welcher Jahreszeit. Da verliert man das Gespür für die natürlichen Prozesse hinter dem Produkt. Unser Gründer Dr. Christoph Schmitz hat deshalb schon 2013 neben seiner Promotion das Konzept der GemüseAckerdemie entwickelt. 2019 setzen wir das Programm jetzt bundesweit und in Österreich und der Schweiz an knapp 500 Lernorten um. Außerdem wurden wir mittlerweile mehr als 20 Mal ausgezeichnet, unter anderem für die Wirkung des Programms, den BNE-Ansatz, unseren Beitrag zu ökologischer Vielfalt und für unser Digitalkonzept. Das zeigt einem dann auch, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Wie kann man bei euch mitmachen?

Es kann jede*r mitmachen, denn gärtnerisches Vorwissen ist nicht nötig. Wir begleiten die Lehrer*innen bei der Umsetzung persönlich vor Ort und auch digital über Tipps per Mail oder unserer Online-Plattform. Wir kümmern uns auch um die Ausstattung mit Jungplanzen und Saatgut und stellen Bildungsmaterialien zur Verfügung. Wer sich für das Thema interessiert, kann sich einfach auf unserer Webseite per Kontaktformular melden und hört dann von der/dem zuständigen regionalen Ansprechpartner*in. Bei der AckerSchule geht es im Februar 2020 wieder los, wobei man sich jetzt schon anmelden kann. Der nächste Durchgang der GemüseKlasse startet direkt nach den Sommerferien. Hierfür haben wir eigens Indoor-Hochbeete mit passender Beleuchtung entwickelt. Drei dieser Beete, Saatgut, einen Vor-Ort-Pflanzworkshop, Bildungsmaterialien und Zugang zu unserer Online-Plattform gehören zu dem Programm. Die GemüseKlasse findet im Rahmen der Initiative IN FORM statt und kann deshalb zu einem stark verminderten Kostenbeitrag von 400€ pro Klasse angeboten werden. Wer sich bis 19.6. anmeldet, kann sich einen der letzten 50 Plätze für 2019 sichern und direkt nach den Sommerferien losackern: https://bit.ly/2Md3Tms

Was wollt ihr den Lehrerinnen und Lehrern da draußen sagen?

Die Themen Nachhaltigkeit, Klima und Lebensmittelproduktion sind in der gesellschaftlichen Mitte angekommen. Sie werden diskutiert und sind politisch relevant – es geht schließlich um die Zukunft von uns allen. Deshalb ist es eine sehr gute Zeit, Projekte wie die GemüseAckerdemie durchzuführen. Wo es früher schwierig war Partner in der Region zu finden, stößt man heute auf großes Interesse. Auch Unterrichtsmaterial ist mittlerweile flächendeckend verfügbar, teils durch uns, teils durch andere Anbieter. Das ermöglicht es Lehrer*innen, auf dem eigenen Acker oder direkt im Klassenzimmer gemeinsam mit den Kindern spannende Gemüseerlebnisse zu kreieren.

Was habt ihr durch eure Arbeit gelernt?

Wenn man so eine Idee hat und dahinter steht, können sich erstaunlich viele Menschen dafür begeistern. Es gibt viele, die schon mal an den gleichen Ideen gesessen haben, aber sie zeitlich nicht verwirklichen konnten, oder nicht wussten, wo sie anfangen wollen. Wenn man über diese Idee spricht, einen Weg zur Umsetzung anbietet und mit den Lehrer*innen zusammen arbeitet, kann es gut sein, dass man bald mit einer Gruppe glücklicher Schüler*innen die ersten Brote mit dem Salat aus dem Klassenzimmer belegt.

Über Ackerdemia e. V.

„Eine Generation, die weiß, was sie isst” – genau so lautet die Vision des gemeinnützigen Vereins Ackerdemia, der 2019 mit seinem Bildungsprogramm GemüseAckerdemie 19.000 Kinder an knapp 500 Kitas und Schulen auf den Acker schickt. Mit seinem langjährigen Wissen entwickelt Ackerdemia e. V. darüber hinaus weitere Produkte, Programme und Dienstleistungen, um auch private Haushalte und Unternehmen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Lebensmitteln zu motivieren. Der gemeinnützige Verein Ackerdemia wurde im Jahre 2014 von Dr. Christoph Schmitz in Potsdam gegründet.


© Katharina Kühnel 


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