
Der Internationale Tag gegen Rassismus. Ein Tag, der für mich persönlich eine Vielzahl von Emotionen und Erinnerungen hervorruft.
Rückblickend auf mein Leben erinnere ich mich an Momente, die von Vorurteilen und Diskriminierung geprägt waren - Momente, die mich geformt und gestärkt haben, aber auch Momente, die schmerzhaft und demütigend waren.
Einer dieser schmerzhaften Momente war meine Abschlussprüfung im Lehramtsstudium. Nach Jahren harter Arbeit und Vorbereitung betrat ich den Prüfungsraum voller Zuversicht. Ich war gut vorbereitet, mit einer PowerPoint-Präsentation und reichlich Material, bereit, meine Prüfer zu beeindrucken. Ich hatte gute Noten in meinen anderen Prüfungen erzielt - eine 2,0 in Geschichte und eine 1,7 in Sozialwissenschaften. Doch am Ende der Prüfung erhielt ich eine Note, die nicht meine Leistung widerspiegelte, sondern meine Herkunft und mein Aussehen. Der Prüfer teilte mir mit, dass ich bestanden hatte, aber mit einer ausreichenden Note - eine Vier. Als ich nachfragte, warum meine Leistung so schlecht bewertet wurde, erhielt ich eine verheerende Antwort: "Leute wie dich lassen wir eigentlich durchfallen! Sei froh, dass du überhaupt bestanden hast!"
Dies war nicht das einzige Mal, dass ich mit rassistischen Vorurteilen konfrontiert wurde. Schon in meiner Schulzeit musste ich mich gegen Anschuldigungen und ungerechte Behandlung behaupten. Meine Lehrerin in der Grundschule behauptete immer wieder vor der Klasse, dass ich nicht lesen könne, was meine Motivation und mein Selbstbewusstsein stark beeinträchtigte. Trotz meines starken Wunsches, mich weiterzuentwickeln und zu lernen, wurde ich immer wieder mit Zweifeln und Diskriminierung konfrontiert.
Doch ich ließ mich nicht entmutigen. Ich kämpfte für meine Bildung und meinen Erfolg, trotz der Steine, die mir immer wieder in den Weg gelegt wurden. Nach meinem Studium und meinem Referendariat stehe ich heute als Lehrerin vor meinen Schülern, bereit, meine Erfahrungen zu teilen und für eine Welt einzutreten, in der Rassismus keinen Platz mehr hat.
Heute, am Internationalen Tag gegen Rassismus, möchte ich meine Geschichte teilen, um andere zu ermutigen, sich gegen Diskriminierung zu wehren und für Gerechtigkeit einzutreten. Wir alle haben die Verantwortung, aktiv gegen Rassismus vorzugehen und eine Welt zu schaffen, in der jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seiner Religion gleichermaßen respektiert wird.
Auf meiner Instagram-Seite teacher__light teile ich nicht nur meine persönliche Geschichte, sondern auch eine Fülle von Materialien und Informationen zum Thema Antirassismus. Ich glaube fest daran, dass Aufklärung und Sensibilisierung der Schlüssel zur Bekämpfung von Rassismus sind. Deshalb bemühe ich mich, Menschen zu erreichen und sie zum Nachdenken anzuregen. Meine Seite ist ein Ort, an dem ich auch auf aktuelle Ereignisse und Entwicklungen im Bereich der sozialen Gerechtigkeit aufmerksam mache. Ich teile Artikel. Unterrichtsmaterialien und Videos, die das Bewusstsein für Rassismus und seine Auswirkungen schärfen sollen. Dabei ist es mir wichtig, eine positive und konstruktive Atmosphäre zu schaffen, in der wir gemeinsam Lösungen entwickeln können.
Ich glaube fest daran, dass jeder von uns einen Beitrag leisten kann, um Rassismus zu bekämpfen. Indem wir uns informieren, uns gegenseitig unterstützen und uns für Gleichberechtigung und Respekt einsetzen.
Nun möchte ich noch gerne Persönlichkeiten und Projekte empfehlen:
Tupoka Ogette ist eine Expertin für Antirassismus, die seit 2012 aktiv ist. Sie leitet Workshops, Fortbildungen und ist eine gefragte Speakerin. Ihr Buch "Exit Racism - rassismuskritisch denken lernen", das 2017 veröffentlicht wurde, ist eine wichtige Ressource für alle, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Darüber hinaus hat sie ihren eigenen Podcast „tupodcast“, in dem sie mit schwarzen Frauen über verschiedene relevante Themen spricht.
Alice Hasters ist eine Journalistin, die sich seit Jahren gegen Rassismus in Deutschland einsetzt. Ihr Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" aus dem Jahr 2019 hat bereits viele Leserinnen und Leser aufgerüttelt. Sie betreibt ebenfalls einen Podcast namens "Feuer & Brot", in dem sie über gesellschaftlich relevante Themen spricht.
Aminata Belli ist Moderatorin und setzt sich seit geraumer Zeit für Toleranz und gegen Rassismus ein.
Tarik Tesfu ist bekannt für seinen Youtube-Kanal, auf dem er sich humorvoll mit Themen wie Rassismus und Sexismus auseinandersetzt.
Karim Fereidooni ist ein weiterer wichtiger Akteur im Kampf gegen Rassismus. Er ist Forscher und Autor, der sich intensiv mit Themen wie Rassismus, Migration und Identität beschäftigt. Seine Arbeit bietet wichtige Einblicke und Anregungen für die Diskussion über diese komplexen Themen.
Each One Teach One ist ein communitybasiertes Bildungs- und Empowermentprojekt aus Berlin Wedding, das normalerweise viele Veranstaltungen organisiert. Online bieten sie jedoch weiterhin viele informative Inhalte und Materialien an.
Say My Name ist ein Angebot der Bundeszentrale für Politische Bildung, das verschiedene Menschen eine Stimme gibt und wichtige Aufklärungsarbeit leistet. Auf ihrem Instagram-Account werden komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt, darunter auch Begriffe wie "Blackfishing" oder "Othering".
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