Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
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Im Café entscheidet sich im ersten Lernjahr etwas, das man leicht übersieht: Sprachlich richtige Sätze können unhöflich sein. Wer an den Tisch nur un café setzt, hat grammatisch nichts falsch gemacht und trotzdem etwas falsch gemacht. Diese Einheit behandelt deshalb die Höflichkeit als Lerngegenstand und nicht als Zugabe — in fünf Schritten, die als Kette auf dem Merkplakat stehen und im Heft dreimal wiederkehren: als Sortieraufgabe, als Übersichtstafel und im Dialog.
Je voudrais ist dabei Wortschatz und keine Grammatik. Das Heft nennt den Fachbegriff für diese Verbform an keiner Stelle und sagt der Leserin ausdrücklich, dass sie später erfährt, warum das Verb so aussieht. Die Deckung dafür steht auf Seite 2: Der bayerische Lehrplan führt je voudrais im ersten Lernjahr unter Wortschatz, die Verbform kommt dort weder in Jahrgangsstufe 6 noch in 7 vor.
Und dieses Heft ist das prüfungsnächste der Reihe. Das offizielle DELF-Begleitheft nennt für A1 und A2 die Rollenspielpaare wörtlich, darunter le client und le vendeur — ein Bestellgespräch ist damit genau das Format, das die Prüfungspraxis kennt.
Sechzehn Seiten in festem Aufbau. Seite 2 ordnet ein, mit dem Curriculumsbefund, den Deskriptoren des Referenzrahmens samt Fassung und der Lizenzfehlstelle. Seite 3 ist die Bildtafel mit sechs Motiven und sechs Wörtern, dazu zwei Merkkästen, die zwei Fallen dieses Wortfelds auffangen: le café ist das Getränk und der Ort, beides maskulin, und eine feminine Form dieses Wortes gibt es nicht; und la carte ist die Speisekarte, während le menu das feste Angebot ist. Seite 4 ist das Merkplakat mit der Höflichkeitskette in fünf Schritten. Seite 5 trägt die Bildszene mit sechs Zeigern.
Die Seiten 6 bis 10 sind die fünf Arbeitsseiten: die Bestellung; die Höflichkeitskette als Sortieraufgabe; die Speisekarte; vous gegen tu; und der Schluss mit l’addition. Die Seite zu vous und tu ist die Stelle, an der die Einheit ihren Kern zeigt: Dort stehen zwei Sätze, die sprachlich richtig und trotzdem unhöflich sind, und die kommentierte Lösung sagt, warum.
Seite 11 ist das Kartenblatt, Seite 12 der Dialog mit dem Rollenspiel. Die Seiten 13 und 14 geben zu jeder der 18 Aufgaben eine kommentierte Lösung, Seite 15 die Wortliste mit 22 Wörtern, den Redemitteln und einer Selbstkontrolle, Seite 16 die Quellen und die Reihenleiste.
In Zahlen: 18 Aufgaben, 18 kommentierte Lösungen, 17 Aquarelle, 12 Karten, 22 Wörter mit Artikel, fünf der fünfzehn gezeichneten Zeichen der Reihe, ein Merkplakat zum Aushängen.
Zum Kartenblatt gehört eine Erklärung, die im Heft steht und deshalb auch hier: Nicht jede der zwölf Karten trägt ein Bild. Fünf tragen ein Aquarell, zwei ein gezeichnetes Zeichen, fünf Rahmen bleiben leer. Der Grund steht auf der Karte selbst: Für dieses Wort hat die Sammlung kein Motiv, das eindeutig diese Sache zeigt — oder es hat eines, das an anderer Stelle im Heft schon steht, und kein Bild kommt in einer Einheit zweimal vor. Ein beliebiges Bild danebenzulegen wäre schlechter als ein leerer Rahmen, in den die Klasse selbst zeichnet. Die Rückseiten bleiben frei.
Wie die Seiten aussehen, gehört zur Sache. Die Hefte sind handgezeichnet gesetzt: gezeichnete Rahmen mit unruhiger Linie statt gerader Kästen, Aquarellkleckse hinter den Konturen, Beschriftungen und Bildunterschriften in Handschrift, warmes Papier. Jedes Aquarell sitzt in einem gezeichneten Rahmen oder auf einem Klecks in der Leitfarbe der Einheit, damit die freigestellte Kante nicht in der Seite verschwimmt. Und eine Regel gilt ohne Ausnahme: nie Text über einem Bild. Beschriftungen stehen daneben, darunter oder an einer gezeichneten Linie, die ins Bild zeigt — ein Wort auf einem Aquarell ist auf der Kopie das erste, was verschwindet.
Dazu die Regel, die aus dem Kopierer kommt: Keine Aufgabe stützt sich auf eine Farbe im Bild. Es gibt in diesen Heften kein rotes Auto, nach dem gefragt würde. Gefragt wird nach Ort, Anzahl, Form und Handlung — danach, was auch in der Schwarzweißfassung zu sehen ist. Geprüft wurde das nicht am Bildschirm, sondern an einer echten Graustufenumrechnung aller achtzig Seiten. Eine Schwarzweißfassung jedes Hefts liegt bei.
Die drei Niveaus heißen I, II und III, und sie arbeiten am selben Gegenstand. Das ist keine Floskel, sondern die Bauvorschrift dieser Reihe: Jede der fünf Arbeitsseiten eines Hefts trägt drei Aufgaben, und alle drei hängen an demselben Bild und an derselben Sache. Niveau I gibt die Aufgabe mit Vorentlastung: ein Wortkasten mit den Antworten in falscher Reihenfolge, eine vorstrukturierte Tabelle, ein Lückentext, dazu ein Hilfekasten. Niveau II gibt dieselbe Sache ohne Stütze — kein Hilfekasten, keine Randhilfe, keine Wörter am Rand; das war eine Prüffrage bei der Abnahme, und der Bericht bestätigt, dass Niveau II in keinem der fünf Hefte eine Hilfe trägt. Niveau III denkt dieselbe Sache weiter: mehr Sätze, verbinden statt aufzählen, begründen, eine Variante erfinden, die eigene Lösung an einem Raster prüfen.
In dieser Einheit sieht das so aus: Auf der Seite zur Speisekarte arbeiten alle drei Aufgaben an derselben Karte. Niveau I sucht heraus und trägt ein, mit vorgegebenen Antworten. Niveau II bestellt ohne Kasten und ohne Hilfe. Niveau III unterscheidet la carte von le menu und begründet, welches Wort in welchem Satz stehen muss — an einer Stelle, an der beide Wörter grammatisch passen und nur eines die Sache trifft.
Der Nutzen davon ist das Plenum. Wenn drei Kinder an drei verschiedenen Aufgaben gearbeitet haben, kann man die Ergebnisse hinterher nicht nebeneinanderlegen. Wenn alle drei am selben Bild gearbeitet haben, kann man es — und der Unterschied zwischen den Stufen wird zum Gesprächsgegenstand statt zum Sortierkriterium. Der Satz „Alle drei Niveaus arbeiten am selben Gegenstand“ steht deshalb in jedem Heft mindestens zweimal, einmal ausführlich auf der Lehrkraftseite und einmal kurz über einer Arbeitsseite. Die Stufen werden ausgelegt, nicht zugeteilt: Über jeder Arbeitsseite steht, dass man sich die Stufe aussuchen oder sich hocharbeiten kann. Kein Blatt sagt, für wen Niveau I gedacht sei.
Zusätzlich trägt jede der 18 Aufgaben eines Hefts eine Marke für den Anforderungsbereich. Sie steht neben der Niveaumarke und sagt etwas anderes: Das Niveau ist der Grad der Unterstützung, der Anforderungsbereich ist die Art der Denkleistung. Eine Aufgabe kann Niveau I und trotzdem Anforderungsbereich II sein, und das kommt vor. Für die Vorbereitung einer Lernkontrolle ist das die brauchbarere Angabe von beiden.
Der Grund, aus dem diese Reihe so gebaut ist, steht in einer einzigen Regel: Kein französisches Substantiv erscheint hier ohne seinen Artikel. Nicht in einer Aufgabe, nicht in einer Lösung, nicht auf einer Vokabelkarte, nicht unter einem Bild, nicht in der Wortliste — und nicht in diesem Text. Über die fünf Hefte sind das 215 geprüfte Einträge: 102 mit le, 76 mit la, 29 mit dem apostrophierten l’ und 8 im Plural mit les.
Die Regel hat eine Zahl hinter sich. Johanna Wolf hat 2025 freie Texte von 35 deutschsprachigen Lernenden ausgewertet, die Französisch als dritte Sprache lernen, und rund 10 % Genusfehler gefunden — nicht auf einem Niveau, sondern stabil über A2 und B1 hinweg, „fossilisation seems to occur“. Die Fehlerquote sinkt also nicht von selbst. Der Schluss der Autorin ist die Bauregel dieser Reihe: Artikel und Nomen gehören als ein Stück gelernt, nie das nackte Nomen. Daneben steht die zweite Zahl, die zeigt, warum Endungsregeln das nicht ersetzen: Dalila Ayoun hat 2018 die Genuszuweisung von 168 französischen Muttersprachlern untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass sich das Genus aus der Wortform nicht zuverlässig ableiten lässt. Wenn schon Muttersprachler daran scheitern, ist es keine Aufgabe für Sechstklässler. Die Einschränkungen stehen im Heft neben den Zahlen: 35 ist eine kleine Stichprobe, die Lernenden sind 14 bis 19 Jahre alt, und es ist Österreich.
Geprüft heißt hier: einzeln nachgeschlagen. Jeder der 215 Einträge ist an einem Wörterbuch abgerufen und dort das Genus-Etikett abgelesen worden — 163 bei Larousse, 49 im Wiktionnaire, zwei bei le-dictionnaire.com, einer bei Le Robert; sechs Stichwörter sind zusätzlich zur Kontrolle an einem zweiten Wörterbuch geprüft. Die Prüftafeln nennen zu jedem Wort das Genus, das Belegzitat, die Quelle und den Abruf vom 07.09.2026. Die Lautschrift steht nur dort, wo das Wörterbuch sie mitgeliefert hat: bei 72 der 215 Einträge. Wo sie fehlt, fehlt sie auch im Heft — sie wird nicht geraten. Und ein Vorbehalt gehört dazu, weil er in jedem Heft auf der Quellenseite steht: In der Werkstatt war der Direktabruf für jeden geprüften Server gesperrt, auch für alle vier Wörterbücher; alle Angaben sind über ein Abrufwerkzeug vermittelt. Ein Fehler dieser Art wurde dabei nachgewiesen und korrigiert.
Sichtbar wird der Nutzen an den Stellen, an denen das französische Genus dem deutschen widerspricht. Der Tisch heißt la table, das Fenster heißt la fenêtre, und die Treppe heißt l’escalier und ist maskulin — was man dem apostrophierten l’ nicht ansieht. Diese Reihe weist solche Fälle eigens aus, statt sie im Fließtext untergehen zu lassen: Die Tafel der Genusabweichungen führt 18 deutsche Neutra, denen im Französischen ein Genus gegenübersteht, dazu 8 Wörter, die im Deutschen maskulin und im Französischen feminin sind, und 11, bei denen es umgekehrt läuft. Dazu die Fälle, die auch ein Wörterbuch nicht auf einen Blick hergibt: la personne bleibt feminin, auch wenn ein Mann gemeint ist; l’enfant gibt es maskulin und feminin; l’ami und l’amie klingen gleich, und weder der Artikel noch der Klang sagt, welches Genus gemeint ist. Deshalb steht das Genus in jeder Wortliste zusätzlich als m oder f dabei, auch da, wo der Artikel es schon sagt.
In dieser Einheit sind es die Wörter vom Tisch: die Cola heißt le coca und ist maskulin, das Frühstück heißt le petit déjeuner, und l’addition ist feminin — was das apostrophierte l’ verschweigt. Und le café ist ausdrücklich geprüft, weil man hier zweimal falsch liegen kann: Getränk und Lokal stehen im Wörterbuch unter demselben maskulinen Eintrag, und eine feminine Form dieses Wortes gibt es nicht.
Die Prüfungsnähe dieses Hefts ist belegt, und zwar mit dem Dokument selbst. Das offizielle DELF-Begleitheft nennt für A1 und A2 die Rollenspielpaare wörtlich: „Jeu de rôles : élève/professeur, client/vendeur, ami/ami, adolescent/parent“. Ein Bestellgespräch ist damit prüfungsformatnah. Der Satz steht auf Seite 12 neben dem Rollenspiel, und er ist kein Werbesatz, sondern ein Zitat mit Fundstelle.
Eine Grenze liegt dort, wo Bildmaterial üblicherweise verkauft wird — und genau deshalb steht sie hier. Diese Reihe behauptet nicht, sie wirke besser, weil sie Bilder hat. „Bilder schlagen Wortlisten“ ist nicht belegt, und die neueste Metaanalyse zu Glossen (2026, k = 26, N = 3 232) zeigt sogar in die Gegenrichtung: multimodale Glossen d = 0,638, rein textuelle zweisprachige d = 1,110. Zu dem Satz „Bildimpulse erzeugen mehr Sprechanlass“ wurde gezielt gesucht und keine Studie gefunden; auch das steht als eigene Fehlstelle im Heft, mit der Angabe, wo gesucht wurde. Belegt ist etwas Bescheideneres, und es genügt: Bild und Wort gemeinsam wirken besser als das Wort allein (Metaanalyse 2016, k = 34, ES = 0,839).
Was diese Reihe stattdessen für sich in Anspruch nimmt, sind drei Sätze, die man nachprüfen kann. Die Bilder machen den Gegenstand sichtbar: Wer sagen soll, wo etwas ist, braucht etwas, das irgendwo ist. Jede Aufgabe hat einen Anlass — es wird nicht eingesetzt, weil eine Lücke da ist, sondern weil eine Frage gestellt ist, die das Bild beantwortet. Und die Sprache steht am Bild statt in einer Liste: Das Wort mit seinem Artikel steht neben dem Ding, das es benennt, und nicht in einer Spalte auf Seite 15. Die Wortliste gibt es trotzdem, aber sie ist der Nachschlageort, nicht der Lernort.
Die Grenze in der Progression ist eine Entscheidung, und sie ist begründet. Der Teilungsartikel du, de la und des gehört nicht ins erste Lernjahr: Der bayerische LehrplanPLUS führt ihn erst in Jahrgangsstufe 7, wörtlich als „article partitif et expression de la quantité + « de »“, ein geprüftes nordrhein-westfälisches Schulcurriculum sogar später. Die Hefte 1 bis 4 arbeiten deshalb durchgehend mit bestimmtem und unbestimmtem Artikel und mit Zahlwort: Je voudrais une baguette. Je voudrais deux croissants. Der Teilungsartikel steht in genau einem ausdrücklich markierten Kasten „Das kommt im zweiten Lernjahr“ und wird dort nicht geübt, sondern nur gezeigt — keine Aufgabe, keine Lücke, keine Karte, keine Lösung. Erst Einheit 5, die im zweiten Lernjahr steht, darf ihn verwenden. Wer Mengenangaben im ersten Lernjahr sucht, findet sie hier nicht, und das steht vor dem Kauf.
In diesem Heft ist die Grenze besonders eng, weil im Café beinahe jeder Satz nach einer Mengenform ruft. Sie steht trotzdem nur in einem markierten Kasten, und der Prüfbericht hat das nachgezählt: Im ganzen gedruckten Heft gibt es fünf Stellen mit einer solchen Form — zwei im markierten Kasten, zwei im Lehrkrafttext auf Seite 2 als Zitat und Gegenbeispiel und eine, die ausdrücklich als typischer Fehler ausgewiesen ist. Keine in einer Aufgabe, einer Lücke, auf einer Karte oder in einer Musterlösung.
Die Grenze bei den Bildern gehört vor den Kauf und nicht dahinter. Die Illustrationen dieser Reihe sind Aquarelle aus einem gekauften Bildpaket. Sie sind nicht selbst gezeichnet — andere Reihen dieser Werkstatt sagen das von ihren Zeichnungen, diese darf es nicht sagen. Der Auftraggeber gibt die Lizenz mit „freie kommerzielle Nutzung“ an und verwahrt die Lizenzurkunde; der Lizenztext selbst lag beim Bau der Hefte nicht vor und wurde nicht eingesehen. Das steht auf Seite 2 und auf Seite 16 jedes Hefts, es steht in allen sechs dieser Texte, und es wird nicht beschönigt.
Zwei Regeln folgen daraus, und beide sind im Material eingehalten. Erstens: Kein Heft enthält eine Seite, die nur Bilder zeigt. Jedes gedruckte Bild steht in einer Aufgabe, in einer Tafel oder auf einer Karte — ein Bilderbogen zum Ausschneiden ohne Aufgabe wäre die Weitergabe der Bilder selbst. Zweitens: Die Sammlung wird nicht ausgeschüttet. Von 118 Dateien sind 86 gedruckt, jede genau einmal und keine in zwei Einheiten. Zwölf sind gesperrt, weil auf ihnen etwas steht, das man in einem Französischheft nicht abdrucken kann: zweimal ein Métro-Schild mit einem Háček statt des Accent aigu, einmal eine Markise mit einem grammatisch falschen Straßennamen, einmal ein Wort, das nicht sicher zu entziffern ist, einmal ein englisch-französisches Mischwort und siebenmal Scheinschrift, die aussieht wie Text und keiner ist. Die Sperrliste steht mit Begründung im Material. Was in dieser Reihe wirklich selbst gezeichnet ist, sind die fünfzehn kleinen Zeichen — der Eiffelturm, der Métro-Wagen, die Fahrkarte, der Stadtplan, das Croissant, die Münze und die Arbeitszeichen —, und die Hefte sagen auch das genau so.
Die bindende Regel des Auftraggebers heißt, dass die Klasse die Aufgaben auch wirklich lösen können muss, und sie ist beim Bau jedes Hefts einzeln durchgerechnet worden: Steht jedes Wort, das die Lösung braucht, vorher im Heft? Reicht das Bild, um die Frage zu beantworten? Ist die Lösung eindeutig? Ist Platz zum Schreiben? Hält die Aufgabe in der Graustufenkopie? Eine Aufgabe, deren Lösung von Wissen über Paris abhängt, das im Heft nicht steht, ist in dieser Reihe keine Aufgabe. Die Rechnung steht Aufgabe für Aufgabe in den Bauprotokollen, und sie hat in mehreren Heften zu Änderungen geführt, bevor gedruckt wurde.
Und weil eine Behauptung nur so viel wert ist wie ihre Gegenprobe: Die fünf Hefte sind nach dem Bau noch einmal gegen ihre eigenen Quellen gelesen worden — achtzig Seiten, jedes Substantiv maschinell gegen die Wortliste, jedes Bild gegen die Bildvergabe und die Sperrliste, jeder Weg auf dem gedruckten Stadtplan Schritt für Schritt abgelaufen, alle achtzig Seiten zusätzlich in echter Graustufe angesehen. Der Bericht nennt 50 Funde: 12 Fehler, 25 unsaubere Stellen, 13 Hinweise. Siebenundvierzig davon sind geändert; drei stehen mit Begründung unverändert. Der Befund, auf den es ankommt, steht im Bericht als eigener Punkt: In achtzig gedruckten Seiten steht kein französisches Substantiv mit falschem Artikel.
Dieses Heft hat bei der Abnahme am meisten davon abbekommen, und das steht hier, weil es zum Produkt gehört. Der Bericht hat festgestellt, dass es strukturell nicht dasselbe war wie die anderen vier: 15 statt 18 Aufgaben, und nur eine seiner fünf Arbeitsseiten trug wirklich drei Niveaus, während der Satz „Alle drei Niveaus arbeiten am selben Gegenstand“ viermal darin stand. Das Heft ist daraufhin umgebaut worden, nicht der Satz gestrichen: Jetzt tragen alle fünf Arbeitsseiten drei Aufgaben in drei Niveaus, es sind 18 Aufgaben mit 18 kommentierten Lösungen, und jede einzelne ist danach noch einmal auf Lösbarkeit durchgerechnet worden.
Für Klasse 6 am Gymnasium, erstes Lernjahr Französisch, für das Wortfeld Café und Bestellen und für die Einführung von je voudrais als Wendung. Besonders geeignet für eine Doppelstunde, an deren Ende die Klasse zu zweit ein Bestellgespräch spielt — das Rollenspiel auf Seite 12 ist dafür fertig gebaut, mit Musterdialog und Variante.
Die curriculare Grenze ist die unbequemste von allen. Das hessische Kerncurriculum Moderne Fremdsprachen für die Sekundarstufe I am Gymnasium, Fassung Juli 2023, enthält keine Themenliste. Kapitel 7.2 für das Ende der Jahrgangsstufe 6 lautet wörtlich: „Kompetenzerwartungen wurden nicht erstellt.“ Für das erste Lernjahr gibt es in Hessen also keine curriculare Vorgabe irgendeiner Art, an der sich ein Heft messen oder mit der es werben könnte. Die einzige wörtliche Anknüpfung im ganzen Dokument ist „Lebensraum, Metropolen, ländliche Regionen“ im Inhaltsfeld 2, und sie trägt genau eine der fünf Einheiten. Kein Heft dieser Reihe behauptet eine Deckung, die es nicht gibt. Die Fundstelle steht mit Seitenzahl und Abrufdatum auf Seite 2.
Für diese Einheit gibt es keine hessische Anknüpfung. Was das Heft stattdessen anführt, steht mit Land dabei: Der bayerische LehrplanPLUS nennt für Jahrgangsstufe 6 unter Wortschatz ausdrücklich je voudrais, und das DELF-Begleitheft nennt das Rollenspielpaar le client und le vendeur. Das eine ist bayerisch und in Hessen nicht verbindlich, das andere ist ein Prüfungsdokument und kein Lehrplan. Beides steht mit Fundstelle auf Seite 2.
Was stattdessen angeführt wird, trägt immer das Land dazu. Der bayerische LehrplanPLUS ist die ergiebigste amtliche Quelle für diese Progression, und die Hefte zitieren ihn wörtlich — aber jedes Mal mit dem Satz, dass das der bayerische Lehrplan und in Hessen nicht verbindlich ist. Er taugt als fachdidaktische Referenz und als Progressionsargument, nicht als hessische Vorgabe. Dasselbe gilt für den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen: Wo ein Deskriptor zitiert wird, steht die Fassung dabei, weil der Begleitband von 2020 an einigen Stellen anders formuliert als die Fassung von 2001. Die Zuordnung zu einer Jahrgangsstufe trifft am Ende die Einzelschule; prüfen Sie sie am Schulcurriculum Ihrer Schule gegen.
Und die Grenze bei den Bildern, vor dem Kauf: Die Aquarelle sind gekauft und nicht selbst gezeichnet; der Lizenztext lag beim Bau nicht vor.
Einheit 3 von fünf. Sie steht nach den Läden, weil sie deren Wortschatz voraussetzt und die Situation verengt: nicht mehr irgendwo einkaufen, sondern an einem Tisch sitzen und mit einer Person sprechen. Die Höflichkeitskette, die hier gelernt wird, ist dieselbe, die das Rollenspiel in Einheit 5 wieder braucht.
Mit 22 Wörtern hat dieses Heft den knappsten eigenen Wortschatz der Reihe, und das hat einen Grund: Es kann auf die Einheiten 1 und 2 zurückgreifen und tut es. Aufgaben verwenden nur Wörter der eigenen und der früheren Einheiten; die Wortliste auf Seite 15 nennt die 22 neuen vollständig, mit Artikel, Genus und Aussprachehilfe.
Jede Einheit ist für sich einsetzbar; die Reihe ist abgeschlossen, es kommen keine weiteren Teile. Die Leitfarbe dieses Hefts ist Bistroocker.
Im ersten Lernjahr Französisch entscheidet sich etwas, das später kaum noch zu korrigieren ist: ob ein Wort mit seinem Artikel gelernt wird oder ohne ihn. Wer das Wort für den Tisch ohne seinen Artikel notiert, schreibt sich das deutsche Genus mit und wird es wiederfinden: la table ist feminin. Die Zahl dazu ist unbequem: In freien Texten von 35 deutschsprachigen Lernenden liegt die Genusfehlerquote bei rund 10 % — und sie sinkt von A2 bis B1 nicht.Diese fünf Hefte ziehen daraus eine einfache Konsequenz und halten sie durch. Jedes französische Substantiv steht mit Artikel, überall: in der Aufgabe, in der Lösung, auf der Karte, unter dem Bild, in der Wortliste. 215 Wörter, jedes einzeln am Wörterbuch nachgeschlagen, mit Quelle und Abrufdatum. Wo das französische Genus dem deutschen widerspricht, sagt das Heft es hin, statt zu hoffen, dass es auffällt.Der Weg dorthin führt durch Paris: von den Orten in der Stadt über die Läden und das Café zu den Wegen — und in der fünften Einheit wird beschrieben, was man unterwegs gesehen hat. Die Sprache steht dabei am Bild und nicht in einer Spalte, jede Aufgabe hat einen Anlass, und alle drei Niveaus arbeiten am selben Gegenstand. Zusammen 80 Seiten, fünfmal sechzehn.Was diese Reihe nicht behauptet, steht in denselben Texten wie das, was sie behauptet — vier Grenzen, alle vor dem Kauf: Die Illustrationen sind gekauft und nicht selbst gezeichnet. Der Teilungsartikel kommt im ersten Lernjahr nicht dran. Das hessische Kerncurriculum trägt von den fünf Einheiten genau eine. Und dass Bilder besser wirken als Wortlisten, sagt hier niemand, weil es nicht belegt ist.Was enthalten istEinheit 1, En ville. Orte in der Stadt benennen und sagen, wo etwas ist. Tragend ist il y a, der eigentliche Kern sind aber die beiden Präpositionsgruppen: devant, derrière und entre auf der einen Seite, à côté de, en face de und près de mit ihrem de und der Verschmelzung auf der anderen. 18 Aufgaben, 18 kommentierte Lösungen, 22 Aquarelle, 12 Karten, 58 Wörter.Einheit 2, Les magasins. Läden, Waren und das kurze Verkaufsgespräch, grammatisch getragen von aller à mit dem verschmolzenen Artikel: au marché, à la boulangerie, à l’épicerie, aux caisses. Dazu die falschen Freunde, an denen sich diese Einheit aufhält — la librairie ist die Buchhandlung und nicht die Bibliothek. 18 Aufgaben, 18 Lösungen, 18 Aquarelle, 12 Karten, 74 Wörter.Einheit 3, Au café. Bestellen mit je voudrais, höflich sein, die Rechnung verlangen. Die Höflichkeitskette in fünf Schritten trägt das Merkplakat und kehrt dreimal wieder — als Sortieraufgabe, als Übersichtstafel und im Dialog; eine eigene Arbeitsseite gehört der Entscheidung zwischen vous und tu, die das Café erzwingt. 18 Aufgaben, 18 Lösungen, 17 Aquarelle, 12 Karten, 22 Wörter.Einheit 4, Les transports. Wie man vorankommt und wie man einen Weg beschreibt, mit dem vollständig durchkonjugierten prendre und einem selbst gezeichneten Stadtplan, den es in zwei Fassungen gibt: einmal mit Bildern zum Lesen des Wegs, einmal ohne zum Schreiben. 18 Aufgaben, 18 Lösungen, 10 Aquarelle, 11 gezeichnete Zeichen, 12 Karten, 23 Wörter.Einheit 5, Décris l’image. Die Bildbeschreibung: sur l’image, on voit, dazu au premier plan, à l’arrière-plan und das Ortsraster von en haut bis en bas — und der Schritt vom Einzelsatz zur verbundenen Aufzählung mit et, aussi und mais. Daneben, gleichberechtigt, das Rollenspiel. 18 Aufgaben, 18 Lösungen, 19 Aquarelle, 12 Karten, 38 Wörter.Jedes Heft ist gleich gebaut, und der Aufbau ist der Nutzen. Seite 2 gehört der Lehrkraft: Einordnung, Curriculumsbefund mit Fundstelle, die Sätze, die das Heft ausdrücklich nicht sagt, und die Lizenzfehlstelle. Seite 3 ist die Bildtafel, auf der sechs Wörter am Bild stehen. Seite 4 ist ein Merkplakat, auf A3 kopierbar; Seite 5 die große Bildszene mit Zeigern, die in einzelne Dinge hineinzeigen. Die Seiten 6 bis 10 sind die fünf Arbeitsseiten mit je drei Aufgaben in drei Niveaus am selben Bild. Seite 11 ist das Kartenblatt mit zwölf Vokabelkarten zum Ausschneiden, Seite 12 der Dialog mit dem Rollenspiel. Die Seiten 13 und 14 tragen die kommentierten Lösungen, Seite 15 die Wortliste mit Artikel, Genus und Aussprachehilfe, Seite 16 die Quellen mit den Fehlstellen und der Reihenleiste.Zusammen sind das 90 Aufgaben mit 90 kommentierten Lösungen, 60 Vokabelkarten, 25 Arbeitsseiten, fünf Merkplakate zum Aushängen, 25 Lehrkraftseiten, 64 Redemittel und 215 Wörter mit geprüftem Artikel. Dazu 86 Aquarelle, jedes genau einmal gedruckt und keines in zwei Einheiten, und fünfzehn eigene Zeichen, die durch alle Hefte laufen.Wie die Seiten aussehen, gehört zur Sache. Die Hefte sind handgezeichnet gesetzt: gezeichnete Rahmen mit unruhiger Linie statt gerader Kästen, Aquarellkleckse hinter den Konturen, Beschriftungen und Bildunterschriften in Handschrift, warmes Papier. Jedes Aquarell sitzt in einem gezeichneten Rahmen oder auf einem Klecks in der Leitfarbe der Einheit, damit die freigestellte Kante nicht in der Seite verschwimmt. Und eine Regel gilt ohne Ausnahme: nie Text über einem Bild. Beschriftungen stehen daneben, darunter oder an einer gezeichneten Linie, die ins Bild zeigt — ein Wort auf einem Aquarell ist auf der Kopie das erste, was verschwindet.Dazu die Regel, die aus dem Kopierer kommt: Keine Aufgabe stützt sich auf eine Farbe im Bild. Es gibt in diesen Heften kein rotes Auto, nach dem gefragt würde. Gefragt wird nach Ort, Anzahl, Form und Handlung — danach, was auch in der Schwarzweißfassung zu sehen ist. Geprüft wurde das nicht am Bildschirm, sondern an einer echten Graustufenumrechnung aller achtzig Seiten. Eine Schwarzweißfassung jedes Hefts liegt bei.Wie differenziert wirdDie drei Niveaus heißen I, II und III, und sie arbeiten am selben Gegenstand. Das ist keine Floskel, sondern die Bauvorschrift dieser Reihe: Jede der fünf Arbeitsseiten eines Hefts trägt drei Aufgaben, und alle drei hängen an demselben Bild und an derselben Sache. Niveau I gibt die Aufgabe mit Vorentlastung: ein Wortkasten mit den Antworten in falscher Reihenfolge, eine vorstrukturierte Tabelle, ein Lückentext, dazu ein Hilfekasten. Niveau II gibt dieselbe Sache ohne Stütze — kein Hilfekasten, keine Randhilfe, keine Wörter am Rand; das war eine Prüffrage bei der Abnahme, und der Bericht bestätigt, dass Niveau II in keinem der fünf Hefte eine Hilfe trägt. Niveau III denkt dieselbe Sache weiter: mehr Sätze, verbinden statt aufzählen, begründen, eine Variante erfinden, die eigene Lösung an einem Raster prüfen.Der Nutzen davon ist das Plenum. Wenn drei Kinder an drei verschiedenen Aufgaben gearbeitet haben, kann man die Ergebnisse hinterher nicht nebeneinanderlegen. Wenn alle drei am selben Bild gearbeitet haben, kann man es — und der Unterschied zwischen den Stufen wird zum Gesprächsgegenstand statt zum Sortierkriterium. Der Satz „Alle drei Niveaus arbeiten am selben Gegenstand“ steht deshalb in jedem Heft mindestens zweimal, einmal ausführlich auf der Lehrkraftseite und einmal kurz über einer Arbeitsseite. Die Stufen werden ausgelegt, nicht zugeteilt: Über jeder Arbeitsseite steht, dass man sich die Stufe aussuchen oder sich hocharbeiten kann. Kein Blatt sagt, für wen Niveau I gedacht sei.Zusätzlich trägt jede der 18 Aufgaben eines Hefts eine Marke für den Anforderungsbereich. Sie steht neben der Niveaumarke und sagt etwas anderes: Das Niveau ist der Grad der Unterstützung, der Anforderungsbereich ist die Art der Denkleistung. Eine Aufgabe kann Niveau I und trotzdem Anforderungsbereich II sein, und das kommt vor. Für die Vorbereitung einer Lernkontrolle ist das die brauchbarere Angabe von beiden.Bei einer Fremdsprache hat die Differenzierung eine zweite Seite, und die steht in den Lösungen. Zu jeder der 90 Aufgaben gibt es eine kommentierte Lösung, und jede trägt eine Begründung dazu: warum diese Form richtig ist. Viele nennen zusätzlich, was ebenfalls richtig wäre — bei offenen Schreibaufgaben ist das die halbe Arbeit —, und viele nennen den typischen Fehler, der an dieser Stelle zu erwarten ist. Damit kann eine Klasse die Aufgaben selbst kontrollieren, ohne dass die Lehrkraft vorher jede Variante durchdacht hat.Was dieses Material von anderem unterscheidetDer Grund, aus dem diese Reihe so gebaut ist, steht in einer einzigen Regel: Kein französisches Substantiv erscheint hier ohne seinen Artikel. Nicht in einer Aufgabe, nicht in einer Lösung, nicht auf einer Vokabelkarte, nicht unter einem Bild, nicht in der Wortliste — und nicht in diesem Text. Über die fünf Hefte sind das 215 geprüfte Einträge: 102 mit le, 76 mit la, 29 mit dem apostrophierten l’ und 8 im Plural mit les.Die Regel hat eine Zahl hinter sich. Johanna Wolf hat 2025 freie Texte von 35 deutschsprachigen Lernenden ausgewertet, die Französisch als dritte Sprache lernen, und rund 10 % Genusfehler gefunden — nicht auf einem Niveau, sondern stabil über A2 und B1 hinweg, „fossilisation seems to occur“. Die Fehlerquote sinkt also nicht von selbst. Der Schluss der Autorin ist die Bauregel dieser Reihe: Artikel und Nomen gehören als ein Stück gelernt, nie das nackte Nomen. Daneben steht die zweite Zahl, die zeigt, warum Endungsregeln das nicht ersetzen: Dalila Ayoun hat 2018 die Genuszuweisung von 168 französischen Muttersprachlern untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass sich das Genus aus der Wortform nicht zuverlässig ableiten lässt. Wenn schon Muttersprachler daran scheitern, ist es keine Aufgabe für Sechstklässler. Die Einschränkungen stehen im Heft neben den Zahlen: 35 ist eine kleine Stichprobe, die Lernenden sind 14 bis 19 Jahre alt, und es ist Österreich.Geprüft heißt hier: einzeln nachgeschlagen. Jeder der 215 Einträge ist an einem Wörterbuch abgerufen und dort das Genus-Etikett abgelesen worden — 163 bei Larousse, 49 im Wiktionnaire, zwei bei le-dictionnaire.com, einer bei Le Robert; sechs Stichwörter sind zusätzlich zur Kontrolle an einem zweiten Wörterbuch geprüft. Die Prüftafeln nennen zu jedem Wort das Genus, das Belegzitat, die Quelle und den Abruf vom 07.09.2026. Die Lautschrift steht nur dort, wo das Wörterbuch sie mitgeliefert hat: bei 72 der 215 Einträge. Wo sie fehlt, fehlt sie auch im Heft — sie wird nicht geraten. Und ein Vorbehalt gehört dazu, weil er in jedem Heft auf der Quellenseite steht: In der Werkstatt war der Direktabruf für jeden geprüften Server gesperrt, auch für alle vier Wörterbücher; alle Angaben sind über ein Abrufwerkzeug vermittelt. Ein Fehler dieser Art wurde dabei nachgewiesen und korrigiert.Sichtbar wird der Nutzen an den Stellen, an denen das französische Genus dem deutschen widerspricht. Der Tisch heißt la table, das Fenster heißt la fenêtre, und die Treppe heißt l’escalier und ist maskulin — was man dem apostrophierten l’ nicht ansieht. Diese Reihe weist solche Fälle eigens aus, statt sie im Fließtext untergehen zu lassen: Die Tafel der Genusabweichungen führt 18 deutsche Neutra, denen im Französischen ein Genus gegenübersteht, dazu 8 Wörter, die im Deutschen maskulin und im Französischen feminin sind, und 11, bei denen es umgekehrt läuft. Dazu die Fälle, die auch ein Wörterbuch nicht auf einen Blick hergibt: la personne bleibt feminin, auch wenn ein Mann gemeint ist; l’enfant gibt es maskulin und feminin; l’ami und l’amie klingen gleich, und weder der Artikel noch der Klang sagt, welches Genus gemeint ist. Deshalb steht das Genus in jeder Wortliste zusätzlich als m oder f dabei, auch da, wo der Artikel es schon sagt.Eine Ausnahme gibt es, und sie ist im Material offengelegt, nicht versteckt: Sechs feste Wendungen tragen keinen Artikel, weil die Sprache dort keinen setzt — à pied, à vélo, en métro, en bus, en voiture und en train. Sie stehen in Einheit 4, und die Wortliste dieses Hefts sagt auf Seite 15, dass sie die Ausnahme sind und warum. Der Prüfbericht hat genau diese Offenlegung nachgezählt, weil sie vorher eine Wendung zu wenig nannte.Eine Grenze liegt dort, wo Bildmaterial üblicherweise verkauft wird — und genau deshalb steht sie hier. Diese Reihe behauptet nicht, sie wirke besser, weil sie Bilder hat. „Bilder schlagen Wortlisten“ ist nicht belegt, und die neueste Metaanalyse zu Glossen (2026, k = 26, N = 3 232) zeigt sogar in die Gegenrichtung: multimodale Glossen d = 0,638, rein textuelle zweisprachige d = 1,110. Zu dem Satz „Bildimpulse erzeugen mehr Sprechanlass“ wurde gezielt gesucht und keine Studie gefunden; auch das steht als eigene Fehlstelle im Heft, mit der Angabe, wo gesucht wurde. Belegt ist etwas Bescheideneres, und es genügt: Bild und Wort gemeinsam wirken besser als das Wort allein (Metaanalyse 2016, k = 34, ES = 0,839).Was diese Reihe stattdessen für sich in Anspruch nimmt, sind drei Sätze, die man nachprüfen kann. Die Bilder machen den Gegenstand sichtbar: Wer sagen soll, wo etwas ist, braucht etwas, das irgendwo ist. Jede Aufgabe hat einen Anlass — es wird nicht eingesetzt, weil eine Lücke da ist, sondern weil eine Frage gestellt ist, die das Bild beantwortet. Und die Sprache steht am Bild statt in einer Liste: Das Wort mit seinem Artikel steht neben dem Ding, das es benennt, und nicht in einer Spalte auf Seite 15. Die Wortliste gibt es trotzdem, aber sie ist der Nachschlageort, nicht der Lernort.Die Grenze bei den Bildern gehört vor den Kauf und nicht dahinter. Die Illustrationen dieser Reihe sind Aquarelle aus einem gekauften Bildpaket. Sie sind nicht selbst gezeichnet — andere Reihen dieser Werkstatt sagen das von ihren Zeichnungen, diese darf es nicht sagen. Der Auftraggeber gibt die Lizenz mit „freie kommerzielle Nutzung“ an und verwahrt die Lizenzurkunde; der Lizenztext selbst lag beim Bau der Hefte nicht vor und wurde nicht eingesehen. Das steht auf Seite 2 und auf Seite 16 jedes Hefts, es steht in allen sechs dieser Texte, und es wird nicht beschönigt.Zwei Regeln folgen daraus, und beide sind im Material eingehalten. Erstens: Kein Heft enthält eine Seite, die nur Bilder zeigt. Jedes gedruckte Bild steht in einer Aufgabe, in einer Tafel oder auf einer Karte — ein Bilderbogen zum Ausschneiden ohne Aufgabe wäre die Weitergabe der Bilder selbst. Zweitens: Die Sammlung wird nicht ausgeschüttet. Von 118 Dateien sind 86 gedruckt, jede genau einmal und keine in zwei Einheiten. Zwölf sind gesperrt, weil auf ihnen etwas steht, das man in einem Französischheft nicht abdrucken kann: zweimal ein Métro-Schild mit einem Háček statt des Accent aigu, einmal eine Markise mit einem grammatisch falschen Straßennamen, einmal ein Wort, das nicht sicher zu entziffern ist, einmal ein englisch-französisches Mischwort und siebenmal Scheinschrift, die aussieht wie Text und keiner ist. Die Sperrliste steht mit Begründung im Material. Was in dieser Reihe wirklich selbst gezeichnet ist, sind die fünfzehn kleinen Zeichen — der Eiffelturm, der Métro-Wagen, die Fahrkarte, der Stadtplan, das Croissant, die Münze und die Arbeitszeichen —, und die Hefte sagen auch das genau so.Die bindende Regel des Auftraggebers heißt, dass die Klasse die Aufgaben auch wirklich lösen können muss, und sie ist beim Bau jedes Hefts einzeln durchgerechnet worden: Steht jedes Wort, das die Lösung braucht, vorher im Heft? Reicht das Bild, um die Frage zu beantworten? Ist die Lösung eindeutig? Ist Platz zum Schreiben? Hält die Aufgabe in der Graustufenkopie? Eine Aufgabe, deren Lösung von Wissen über Paris abhängt, das im Heft nicht steht, ist in dieser Reihe keine Aufgabe. Die Rechnung steht Aufgabe für Aufgabe in den Bauprotokollen, und sie hat in mehreren Heften zu Änderungen geführt, bevor gedruckt wurde.Und weil eine Behauptung nur so viel wert ist wie ihre Gegenprobe: Die fünf Hefte sind nach dem Bau noch einmal gegen ihre eigenen Quellen gelesen worden — achtzig Seiten, jedes Substantiv maschinell gegen die Wortliste, jedes Bild gegen die Bildvergabe und die Sperrliste, jeder Weg auf dem gedruckten Stadtplan Schritt für Schritt abgelaufen, alle achtzig Seiten zusätzlich in echter Graustufe angesehen. Der Bericht nennt 50 Funde: 12 Fehler, 25 unsaubere Stellen, 13 Hinweise. Siebenundvierzig davon sind geändert; drei stehen mit Begründung unverändert. Der Befund, auf den es ankommt, steht im Bericht als eigener Punkt: In achtzig gedruckten Seiten steht kein französisches Substantiv mit falschem Artikel.Für wen und wannFür den Französischunterricht am Gymnasium, Klasse 6 und 7, Französisch als zweite Fremdsprache. Die Einheiten 1 bis 4 stehen im ersten Lernjahr, Einheit 5 im zweiten. Für den laufenden Unterricht, für Vertretungsstunden mit einer Arbeitsseite, für Freiarbeit mit dem Kartenblatt, für eine Übungsphase vor der ersten Klassenarbeit — und für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, weil jede Angabe ihre Fundstelle mitbringt und man am Material sehen kann, wie eine Auskunft geprüft wird.Die curriculare Grenze ist die unbequemste von allen. Das hessische Kerncurriculum Moderne Fremdsprachen für die Sekundarstufe I am Gymnasium, Fassung Juli 2023, enthält keine Themenliste. Kapitel 7.2 für das Ende der Jahrgangsstufe 6 lautet wörtlich: „Kompetenzerwartungen wurden nicht erstellt.“ Für das erste Lernjahr gibt es in Hessen also keine curriculare Vorgabe irgendeiner Art, an der sich ein Heft messen oder mit der es werben könnte. Die einzige wörtliche Anknüpfung im ganzen Dokument ist „Lebensraum, Metropolen, ländliche Regionen“ im Inhaltsfeld 2, und sie trägt genau eine der fünf Einheiten. Kein Heft dieser Reihe behauptet eine Deckung, die es nicht gibt. Die Fundstelle steht mit Seitenzahl und Abrufdatum auf Seite 2.Was stattdessen angeführt wird, trägt immer das Land dazu. Der bayerische LehrplanPLUS ist die ergiebigste amtliche Quelle für diese Progression, und die Hefte zitieren ihn wörtlich — aber jedes Mal mit dem Satz, dass das der bayerische Lehrplan und in Hessen nicht verbindlich ist. Er taugt als fachdidaktische Referenz und als Progressionsargument, nicht als hessische Vorgabe. Dasselbe gilt für den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen: Wo ein Deskriptor zitiert wird, steht die Fassung dabei, weil der Begleitband von 2020 an einigen Stellen anders formuliert als die Fassung von 2001. Die Zuordnung zu einer Jahrgangsstufe trifft am Ende die Einzelschule; prüfen Sie sie am Schulcurriculum Ihrer Schule gegen.Die Grenze in der Progression ist eine Entscheidung, und sie ist begründet. Der Teilungsartikel du, de la und des gehört nicht ins erste Lernjahr: Der bayerische LehrplanPLUS führt ihn erst in Jahrgangsstufe 7, wörtlich als „article partitif et expression de la quantité + « de »“, ein geprüftes nordrhein-westfälisches Schulcurriculum sogar später. Die Hefte 1 bis 4 arbeiten deshalb durchgehend mit bestimmtem und unbestimmtem Artikel und mit Zahlwort: Je voudrais une baguette. Je voudrais deux croissants. Der Teilungsartikel steht in genau einem ausdrücklich markierten Kasten „Das kommt im zweiten Lernjahr“ und wird dort nicht geübt, sondern nur gezeigt — keine Aufgabe, keine Lücke, keine Karte, keine Lösung. Erst Einheit 5, die im zweiten Lernjahr steht, darf ihn verwenden. Wer Mengenangaben im ersten Lernjahr sucht, findet sie hier nicht, und das steht vor dem Kauf.Und die Grenze bei den Bildern noch einmal, weil sie vor den Kauf gehört und nicht dahinter: Die Illustrationen sind gekauft, nicht selbst gezeichnet, und der Lizenztext lag beim Bau nicht vor. Wer Material mit eigenen Zeichnungen sucht, sucht hier falsch. Wer Material sucht, das sagt, woher seine Bilder kommen und was es über sie nicht weiß, ist richtig.Einordnung in die ReiheDie Reihe umfasst fünf Einheiten und ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile. Zusammen ergeben sie einen Weg durch die Stadt: von den Orten über die Läden und das Café zu den Wegen — und in Einheit 5 wird beschrieben, was man auf dem Weg gesehen hat.Der Wortschatz baut aufeinander auf, und zwar überprüfbar: Eine Aufgabe verwendet nur Wörter der eigenen und der früheren Einheiten. Deshalb stehen einzelne Wörter dort, wo man sie zunächst nicht sucht — la table und la chaise in Einheit 1, weil ein Bild der ersten Einheit sie braucht, le chien und la robe in Einheit 2 aus demselben Grund. Die Einordnung folgt der Progression und nicht dem Thema; wo sie das tut, sagt das Material warum.Jede Einheit ist trotzdem für sich einsetzbar. Jedes Heft bringt seine eigene vollständige Wortliste mit Artikel, Genus und Aussprachehilfe mit, sein eigenes Merkplakat und seine eigene Lehrkraftseite mit dem Curriculumsbefund. Kein Bild kommt in zwei Einheiten vor, sodass auch die Bilder eines einzelnen Hefts nicht schon anderswo verbraucht sind.Die fünf Leitfarben sind Seineblau, Markisenrosa, Bistroocker, Métrogrün und Lavendel. Sie kommen aus dem Gegenstand: der Fluss, an dem Einheit 1 die Stadt sortiert; die gestreifte Ladenmarkise; der Café crème und das Korbgeflecht der Bistrostühle; das Grün der Métro-Wagen; und die Farbe, in der man in ein Bild hineinzeigt. Sie sind gerechnet und nicht gewählt: Der schlechteste Kontrastwert von Weiß auf der dunklen Variante liegt bei 7,95:1 und erfüllt damit auch die strengere Kontraststufe von 7:1.
Klassenstufen: 5-7. Klasse
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