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Stundenentwürfe - Ethogramm – Verhaltensbiologie Q-Phase (Haushuhn) - Die Rabenkiste - Deckblatt
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Beschreibung

Verhalten beschreiben, bevor man es zählt. Ein Merkblatt erklärt, was ein Ethogramm ist, wie eine Katalogzeile aufgebaut ist und welche fünf Regeln für ihre Einträge gelten. Drei Übungsblätter trainieren den Kern: Form statt Funktion, Ereignis gegen Zustand, und die drei Aufzeichnungsregeln — mit einem Diagramm, das an drei gerechneten Zahlen zeigt, warum das 0/1-Intervall den Zeitanteil von 40 % auf 83 % aufbläht. Dazu ein Beobachtungsbogen zum Kopieren, vollständige Lösungen, ein Ablauf für 90 Minuten, fünf Landeslehrpläne mit ehrlicher Auskunft und ein Kasten mit dreizehn offengelegten Unsicherheiten. 10 Seiten, farbig und schwarzweiß.

„Das Huhn sucht Futter“ ist kein Verhalten, das man protokollieren kann — es ist eine Vermutung über den Zweck einer Bewegung. „Die Schnabelspitze wird in schneller Abwärtsbewegung zum Boden geführt und berührt das Substrat“ ist eins. Genau diesen Unterschied übt dieses Material, und danach zeigt es, was aus der Beschreibung eine Zahl macht.

Der Satz, der hängen bleiben soll:Das Ethogramm ist das Wörterbuch, das Protokoll ist der Text.

Die zehn Seiten

  • S. 1 · Merkblatt „Das Ethogramm“:Definition und Abgrenzung zum Protokoll, die sechs Felder einer Katalogzeile, die fünf Regeln, die Unterscheidung Ereignis/Zustand samt Maßen — und eine Faustregel für die Grenzfälle.

  • S. 2 · Übung „Form statt Funktion“:Zehn Sätze über dasselbe Huhn. Welche gehören in einen Verhaltenskatalog, welche nicht — und woran liegt es: Funktion, Deutung oder zu unscharf? Dazu zwei Sätze zum Umformulieren und ein Grenzfall als Urteilsaufgabe.

  • S. 3 · Übung „Der Katalog“:Ein Ausschnitt aus einem Ethogramm des Haushuhns mit zehn Elementen, jedes mit eigener Zeichnung. Ereignis/Zustand und Maß ergänzen, zwei Formbeschreibungen selbst schreiben.

  • S. 4 · Übung „Wie man zählt“:Auswahlregeln (Fokustier, Scan, ad libitum, Ereignis-Sampling) und Aufzeichnungsregeln (kontinuierlich, Momentaufnahme, 0/1-Intervall), das Vergleichsdiagramm und eine Urteilsaufgabe.

  • S. 5 · Beobachtungsbogen (Kopiervorlage):20 Momentaufnahmen im Abstand von 30 Sekunden für die sechs Zustände, Strichliste für die vier Ereignisse, Restzeile „anderes“, Kontrollsumme, Notizfeld und eine Ausfüllanleitung in vier Schritten.

  • L1 · Lösungen zu den Aufgaben 1 bis 3mit Begründung zu jedem Satz — und fünf Einwände, mit denen zu rechnen ist, je mit fertiger Antwort.

  • L2 · Lösungen zu den Aufgaben 4 bis 8, einschließlich der Grenzfälle, bei denen zwei Antworten zählen.

  • L3 · Ablauf und Kopierplan:eine Doppelstunde ohne Beobachtung mit Puffer, eine zweite Fassung mit Erhebung am Video und Auswertung in der Folgestunde, dazu Differenzierung nach oben und unten.

  • L4 · Lehrplan:fünf Länder, getrennt bewertet nach „Verhalten“ und „Ethogramm“ — und der Anschluss an die KMK-Bildungsstandards.

  • L5 · „Was hier nicht sicher ist“:Dreizehn Punkte, an denen dieses Material vereinfacht, sich entschieden oder etwas festgelegt hat, jeder mit Grund. Dazu vierzehn Quellen.

Die acht Aufgaben

  1. Ordne zu.(AFB II) Zehn Sätze über dasselbe Huhn. Kreuze an, welche davon in ein Ethogramm gehören. Kreuze bei den übrigen an, woran es liegt – die drei Zeichen stehen im Kasten darunter.

  2. Formuliere um.(AFB II) Schreibe die beiden unten genannten Sätze so, dass sie in ein Ethogramm passen. Nur beschreiben, was zu sehen ist.

  3. Entscheide dich begründet.(AFB III) Der Grenzfall auf diesem Blatt. Zwei Antworten sind vertretbar – es zählt die Begründung.

  4. Ordne zu.(AFB II) Trage in den Katalog ein, ob das Element ein Ereignis oder ein Zustand ist und welches Maß dazu passt. Die Faustregel auf dem Merkblatt hilft bei den Grenzfällen.

  5. Erkläre.(AFB II) Warum steht die Kategorie in einer eigenen Spalte und nicht im Namen des Elements?

  6. Formuliere.(AFB II) In zwei Zeilen fehlt die Formbeschreibung. Schreibe sie selbst – so, dass eine Mitschülerin damit protokollieren könnte, ohne nachzufragen.

  7. Ordne zu.(AFB II) Welche Kombination aus Auswahlregel und Aufzeichnungsregel passt zu welcher Frage?

  8. Beurteile.(AFB III) Eine Lehrkraft empfiehlt: „Nehmt das 0/1-Intervall, das ist am einfachsten.“ Beurteile diese Empfehlung mithilfe der drei Zahlen unter dem Diagramm.

Was dieses Material anders macht

  • Es trennt Katalog und Protokoll — und sagt, dass andere das anders machen.Fachlich ist ein Ethogramm derKatalogder Verhaltenselemente, nicht die Aufzeichnung einer Beobachtung. Mehrere deutsche Schulportale setzen beides gleich. Dieses Material entscheidet sich für den Katalog, sagt das offen und gibt der Klasse einen Merksatz mit, der die Unterscheidung in sechs Wörtern festhält:„Das Ethogramm ist das Wörterbuch, das Protokoll ist der Text.“

  • Der Kern ist eine Übung, keine Definition.Zehn Sätze über dasselbe Huhn, von „Das Huhn zieht den Schnabel mehrfach durch die Federn des rechten Flügels“ bis „Das Huhn verteidigt seinen Rang“. Wer sie sortiert, hat den Unterschied zwischen Form und Funktion begriffen — und bei fünf Sätzen zählen zwei Antworten, weil sie sich wirklich beide begründen lassen. Das steht in der Lösung, statt angestrichen zu werden.

  • Das Diagramm rechnet, es illustriert nicht.Ein Verhaltensstrom über 60 Sekunden, dreimal aufgezeichnet. Wirklicher Zeitanteil40 %, Momentaufnahme33 %, 0/1-Intervall83 %. Die Zahlen sind aus dem gezeichneten Strom berechnet, jeder Punkt und jedes Kästchen im Bild passt dazu, und der Startzeitpunkt der Momentaufnahmen steht dabei — die Klasse kann alles nachrechnen. Genau daran hängt die Urteilsaufgabe.

  • Der Beobachtungsbogen ist methodisch sauber gebaut.Zustände oben im Raster mit 20 Momentaufnahmen, Ereignisse unten als Strichliste — beides getrennt, weil man Zeitanteile und Häufigkeiten nicht mit demselben Verfahren erhebt. Dazu eine Restzeile „anderes“, eine Kontrollsumme, die 20 Kreuze ergeben muss, Spalten für Anteil und Rate und die Angabe der vorher festgelegten Methode im Kopf.

  • Die Lehrplanseite sagt auch, wo es nicht passt.Fünf Länder, zwei getrennt bewertete Spalten. In vier von fünf steht beim Ethogramm „nein“ — das Wort kommt in keinem aktuellen Oberstufenplan vor. Verankert wird das Material deshalb über die Methode: KMK-Bildungsstandards, Erkenntnisgewinnung E 4, „hypothesengeleitete Beobachtungen … durchführen und protokollieren“.

Der Ablauf (90 Minuten)

  • 10 min: Einstieg mit dem Merkblatt — Merksatz vorlesen lassen. Die fünf Regeln nur benennen, nicht erklären – Aufgabe 1 erklärt sie.

  • 15 min: Blatt 1, Aufgaben 1 und 2 — Einzeln. Aufgabe 2 erst freigeben, wenn Aufgabe 1 verglichen ist, sonst rät man die Fehlerart aus dem Umformulieren.

  • 10 min: Vergleich und Aufgabe 3 — Besprochen werden nur die strittigen Zeilen 2, 4, 5, 6 und 9 – dort zählen zwei Antworten. Aufgabe 3 anlesen, schriftlich zu Ende führen lassen.

  • 15 min: Blatt 2, Aufgaben 4 bis 6 — Aufgabe 4 zu zweit. Wer fertig ist, vergleicht seine Definition aus Aufgabe 6 mit der eines Nachbarn – das ist der Reliabilitätstest im Kleinen.

  • 20 min: Blatt 3, Aufgaben 7 und 8 — Das Diagramm gemeinsam lesen, die drei Prozentzahlen an die Tafel. Aufgabe 8 schriftlich; sie braucht die Zeit.

  • 10 min: Sicherung — Zwei Antworten zu Aufgabe 8 vorlesen lassen. Den Merksatz und die Faustregel zu den Grenzfällen an die Tafel.

  • 10 min: Puffer — Geht regelmäßig für Austeilen, Übergänge und Nachfragen drauf. Wer ihn nicht braucht, teilt schon den Beobachtungsbogen aus und bespricht ihn.

Auf L3 steht dazu eine zweite Fassung mit echter Beobachtung: Erhebung am Video, Auswertung in der Folgestunde. Für eine Beobachtung im Stall reicht eine Doppelstunde nicht — auch das steht dort.

Lehrplan

Ein Hinweis, den ich Ihnen schulde, bevor Sie kaufen.Der Satz „Ethogramm (Prinzip): Beschreibung und Bestandsaufnahme aller Verhaltensweisen eines Individuums / einer Art“ stand wörtlich im hessischen Kerncurriculum der gymnasialen Oberstufe, Themenfeld Q3.2. ImKerncurriculum Ausgabe 2024, das seit dem Halbjahreswechsel 2024/25 gilt, ist die Verhaltensbiologiegestrichen. Für auslaufende Jahrgänge nach altem Plan passt das Material weiter, für die neuen nicht mehr. Ein eigener Lernbereich existiert heute nur noch inBayern(Jahrgangsstufe 12, Verhaltensökologie) und als Wahlpflichtthema inBerlin und Brandenburg(Jahrgangsstufe 11). Das steht auf L4 im Klartext, mit Fundstelle.

  • Bayern(LehrplanPLUS Gymnasium, Biologie 12): Lernbereich 4 „Verhaltensökologie“ – eigener, benannter Lernbereich, ca. 15 Stunden (grundlegend) bzw. 24 Stunden (erhöht). Die Kompetenzerwartung lautet wörtlich: „wenden Methoden der verhaltensökologischen Forschung an“. Genau dort passt dieses Material hinein.Verhalten: ja. Ethogramm: nein.

  • Berlin und Brandenburg(Rahmenlehrplan GOST Teil C Biologie, 2021): Themenfeld 3.1.1 „Biologie des Verhaltens“, Einführungsphase (Jgst. 11), und dort ausdrücklich Wahlpflicht – eine Schule kann es weglassen. Genannt werden Freiland- und Laborbeobachtungen.Verhalten: ja (Wahlpflicht). Ethogramm: nein.

  • Nordrhein-Westfalen(Kernlehrplan Biologie Sek II, 2022): Nur am Rand, im Inhaltsfeld Genetik und Evolution: „adaptiver Wert von Verhalten“ (GK) und „Sozialverhalten bei Primaten“ (LK). Der Plan nummeriert seine Inhaltsfelder nicht. Ein eigenes Verhaltensfeld gibt es nicht.Verhalten: am Rand. Ethogramm: nein.

  • Hessen(Kerncurriculum gymnasiale Oberstufe, Ausgabe 2024): Verhaltensbiologie ist gestrichen. Das Kerncurriculum, das seit dem Halbjahreswechsel 2024/25 gilt, kennt kein Themenfeld Verhaltensbiologie mehr. Im Vorgängerplan stand in Q3.2 wörtlich: „Ethogramm (Prinzip): Beschreibung und Bestandsaufnahme aller Verhaltensweisen eines Individuums / einer Art.“ Für auslaufende Jahrgänge nach altem KC passt das Material, für die neuen nicht mehr.Verhalten: nein (seit 2024). Ethogramm: früher ja.

  • Baden-Württemberg(Bildungsplan 2016, Kursstufe 11/12): Kein eigener Themenbereich. Im Leistungsfach 3.5.3 Evolution aber ausdrücklich: „den adaptiven Wert von Verhalten an einem Beispiel begründen (Kosten-Nutzen-Analyse …)“, dazu proximate gegen ultimate Erklärungen und Sozialverhalten von Primaten. Im Basisfach fehlt das. Verhalten ist hier Werkzeug der Evolutionsargumentation, nicht eigener Inhalt – wie in Nordrhein-Westfalen.Verhalten: am Rand. Ethogramm: nein.

Der tragfähige Anker ist deshalb nicht der Inhalt, sondern die Methode. Die KMK-Bildungsstandards Biologie für die Allgemeine Hochschulreife (2020) formulieren im Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung unter E 4: „planen und führen hypothesengeleitete Beobachtungen, Vergleiche, Experimente und Modellierungen durch und protokollieren sie.“ Diese Formulierung ist in die Länderpläne durchgereicht worden – auch in die, in denen Verhalten inhaltlich fehlt.

Was dieses Material nicht verspricht

Dieses Material istnicht im Unterricht erprobt. Es ist fachlich recherchiert und zweimal unabhängig gegengelesen worden — einmal aus der Sicht einer Schülerin, die nur die fünf Schülerseiten vor sich hat und alle acht Aufgaben lösen musste, und einmal fachlich gegen die Standardliteratur und die Originallehrpläne. Beide Durchgänge haben Fehler gefunden, und die sind eingearbeitet. Aber niemand hat es mit einer echten Q-Phase durchgespielt. Die Zeiten sind gerechnet, nicht gestoppt, und die fünf Einwände auf L1 sind aus der Sache erschlossen, nicht in einer Klasse gesammelt.

Auf L5 stehen dreizehn Punkte, an denen vereinfacht oder gesetzt wurde — darunter echte fachliche Kontroversen: dass „alle Verhaltensweisen einer Art“ nicht einlösbar ist, dass die Regel „nie funktional“ strenger ist als der Konsens der Fachliteratur, und dass die Einordnung als Ereignis oder Zustand eine Setzung ist. Dazu vierzehn Quellen.

Im Paket

  • 00 Alles farbig, 10 Seiten

  • 01 Die 5 Schülerseiten (Merkblatt, drei Übungen, Beobachtungsbogen)

  • 02 Nur der Beobachtungsbogen — die Kopiervorlage

  • 03 L1 bis L5 — Lösungen, Ablauf, Lehrplan, Unsicherheiten

  • 04 Alles schwarzweiß für den Kopierer

  • LIESMICH mit Kopierplan, Zeitfenstern und dem Hinweis, welche Seite wann ausgeteilt wird

Beispieltier: Haushuhn (Gallus gallus domesticus). Stand aller Quellenangaben: 1. September 2026.

eduki Qualität

Ethogramm – Verhaltensbiologie Q-Phase (Haushuhn)

4,99 €
Produktdetails
  • Klassenstufe:
    Q1 (11./12. Jhg.), Q2 (12./13. Jhg.)
  • Umfang:
    32 Seiten
  • Materialtyp:
    Stundenentwürfe, Unterrichtsreihen, Arbeitsblätter, Quiz, Prüfungsvorbereitung
  • Format:
    PNG, PDF

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Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
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