Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
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Es gibt einen Moment, in dem alles auf einmal passiert: Zwei reden, während du erklärst, eine Kappe sitzt auf einem Kopf, ein Stift fliegt, und jemand schaut aus dem Fenster. Vier Vorgänge, ein Wort — und meistens eine einzige Reaktion für alle vier. Dabei ist nur einer davon eine Störung im engeren Sinn, einer ist ein Regelverstoß, einer eine Gefährdung, und einer ist gar nichts, das eine Reaktion vor der Klasse verlangt.
Diese fünf Hefte bauen die Antwort von unten auf. Heft 11 klärt, was eine Störung überhaupt ist, und liefert die einzige deutschsprachige Zählung, die es dazu gibt. Heft 12 beschreibt die leise Ebene — eingreifen, ohne den Unterricht zu unterbrechen. Heft 13 stellt die Eskalationsleiter auf und sagt, wo sie endet. Heft 14 nimmt den Einzelfall aus der Klassensache heraus. Heft 15 klärt, was eine Konsequenz von einer Strafe und von einer Ordnungsmaßnahme unterscheidet — mit Paragraf.
Die Reihenfolge ist zwingend: erst unterscheiden, dann leise reagieren, dann abstufen, dann den Einzelfall trennen, dann die Folge festlegen. Wer nur zwei Hefte nimmt, nimmt 11 und 15 — das eine sortiert, das andere sagt, was du überhaupt verhängen darfst.
Heft 11, Was eine Störung ist. Vier Kategorien, sauber getrennt, und vier Fragen, die vor jeder Reaktion beantwortet werden — darunter die, die kein Raster vorsieht: Komme ich selbst darin vor? Dazu die drei Sätze über Störungen, die kursieren und keine Quelle haben, die drei Schwellen des Schulrechts mit Paragraf, ein Sortierbogen und zwölf Vorfallkarten, zwei davon über die eigene Störung.
Heft 12, Die leise Ebene. Sechs Reaktionen von Hinsehen bis Ansagen, ein Rundgang durch den eigenen Raum mit Grundriss, ein Strichbogen für eine Stunde und zwölf Karten — sechs Reaktionen, drei Vorbereitungen, drei Grenzen. Und die Auskunft, dass es für dieses Thema keine Effektstärke gibt: Ein Vergleich „nonverbales Signal gegen verbale Ermahnung“ existiert nicht.
Heft 13, Die Eskalationsleiter. Fünf Stufen, die eine Lehrkraft allein gehen darf, jede mit ihrem Zweck und ihrem Paragrafen — und die Grenze darüber, an der sie nicht mehr entscheidet, sondern beantragt. Dazu sieben Effektstärken auf dieselbe Frage, eine Tabelle der Zuständigkeiten, ein Vorfallbogen und zwölf Karten, darunter vier Reaktionen, die ausdrücklich nicht auf die Leiter gehören.
Heft 14, Der Einzelfall. Die ehrlichste Zahlenseite der Reihe: acht Effektstärken aus Gruppendesigns auf einer Achse, die Werte aus Einzelfalldesigns getrennt daneben in einer eigenen Tabelle. Dazu ein Fallweg über acht Wochen, ein Zählbogen und ein Vorher-Nachher-Raster mit Beispiel, zwölf Karten und der Abschnitt darüber, was mit privaten Notizen rechtlich passiert.
Heft 15, Konsequenzen. Der Unterschied zwischen Konsequenz, Strafe und Ordnungsmaßnahme, acht Effektstärken zu Konsequenzen und Belohnungen auf einer Achse, der Fachstreit um materielle Belohnungen mit beiden Lagern — und der hessische Katalog der sieben pädagogischen Maßnahmen im Wortlaut, mit dem Vergleich zu Bayern und Nordrhein-Westfalen. Dazu eine Stufung zum Aushängen, ein Planungsbogen und zwölf Karten.
Der Aufbau ist in allen fünf Heften derselbe: acht Seiten DIN A4, darin ein Merkplakat auf Seite 5 in A3 kopierbar, eine Arbeitsseite auf Seite 6 mit ausgefüllter Beispielspalte, ein Kartenblatt auf Seite 7 mit zwölf Karten zum Ausschneiden und eine Quellenseite auf Seite 8 mit Abrufdatum und der Ampel belegt, uneinheitlich, nicht belegt. Zusammen sind das 40 Seiten, fünf Merkplakate, fünf Arbeitsseiten und 60 Karten — farbig und in einer echten Graustufenfassung.
Der tragende Befund dieses Blocks ist die einzige deutschsprachige Videostudie, die Unterrichtsstörungen systematisch gezählt statt erfragt hat. Event-Sampling mit zwei Kameras, Cohens Kappa = 0,85, 18 Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 in einem deutschsprachigen Kanton der Schweiz, 82 Stunden Material, davon 61,1 Stunden kodiert: im Mittel 69,58 Störungen je 45-Minuten-Lektion (Scherzinger, Wettstein & Wyler 2018). Die Streuung gehört dazu und steht in jedem der fünf Hefte daneben: SD = 44,68, also größer als der Mittelwert. Daraus folgt keine Norm dafür, wie viele Störungen üblich sind — und genau diesen Satz schreiben diese Hefte nicht.
Zwei Zahlen aus derselben Studie tragen den ganzen Block. Die erste: 94,5 Prozent der kodierten Störungen gingen von Schülerinnen und Schülern aus — und 5,5 Prozent von Lehrpersonen. Fachlehrpersonen unterbrachen Arbeitende doppelt so häufig wie Klassenlehrpersonen (M = 1,9 gegen 0,9) und setzten steuerungsbezogene Kommunikation neunmal so oft ein (M = 1,0 gegen 0,1). Deshalb lautet die vierte Frage des Merkplakats aus Heft 11: Komme ich selbst darin vor? Die zweite: Die Selbsteinschätzung der Klassenlehrperson stimmte mit der Videobeobachtung nur zu r = 0,10 überein, das Urteil der Klasse zu 0,53 bis 0,59, das der Fachlehrperson zu 0,40. Wer wissen will, wie viel in seinem Unterricht gestört wird, zählt oder fragt die Klasse.
Und dann die Sätze, die diese fünf Hefte nicht schreiben. Erstens: „Abgestuftes Reagieren ist nachweislich wirksamer.“ Eine Studie, die eine Stufenfolge gegen eine unabgestufte Reaktion prüft, wurde nicht gefunden — auch keine zur Zahl der Stufen und keine zum Abstand zwischen ihnen. Was die Leiter trägt, ist härter als ein Befund: § 82 Abs. 4 des Hessischen Schulgesetzes lässt eine Ordnungsmaßnahme erst zu, wenn pädagogische Maßnahmen nicht ausreichen oder der Schutz von Personen und Sachen es erfordert; § 65 VOGSV gibt dieselbe Reihenfolge als Soll-Vorschrift vor. Die Abstufung ist keine Methode, sie ist eine Pflicht.
Zweitens: „Der Trainingsraum ist eine bewährte Methode.“ Die einzige gefundene kontrollierte deutsche Evaluation — vier Realschulen in Schleswig-Holstein, 918 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7, 102 Lehrkräfte, zwei Messzeitpunkte — kommt zu dem Ergebnis, das Programm wirke sich auf keinen der untersuchten Bereiche grundsätzlich positiv aus; die Effektstärken bei den signifikanten Werten seien mit 0,25 bis 0,28 eher niedrig (Wollenweber 2013). Eine sonderpädagogische Fachpublikation von 2020 rät sowohl aus empirischer als auch aus theoretischer Hinsicht ausdrücklich von der Umsetzung ab (Hövel u. a.). Es ist der einzige Punkt der ganzen Reihe, zu dem eine deutsche Fachpublikation eine ausdrückliche Abratempfehlung ausspricht.
Drittens: „Individuelle Maßnahmen haben Effektstärken über 2,0.“ Der Satz stimmt und ist trotzdem irreführend. Die Werte 2,20 und 3,48 stammen aus Einzelfalldesigns; dort werden sie anders berechnet, sind systematisch größer und mit Cohens Konventionen nicht vergleichbar. Für dieselbe Frage steht im Zwischen-Gruppen-Design 0,18 für Verhalten und 0,43 für Leistung — und beide nicht signifikant (DuPaul, Eckert & Vilardo 2012, 60 Studien mit 85 Effektstärken). Heft 14 zeigt deshalb ein Diagramm nur mit Gruppendesigns und stellt die großen Zahlen daneben in eine eigene Tabelle. Dasselbe Muster bei der Auszeit: SMD 2,55 innerhalb der Fälle und 1,24 zwischen ihnen aus Einzelfalldesigns, aber d = 0,50 aus Gruppendesigns — dieselbe Übersicht über 13 Arbeiten mit 182 Teilnehmenden (Taylor u. a. 2026), von der nur zwei Studien nach dem Jahr 2000 stammen.
Dazu zwei Stellen, an denen zwei Lager mit Zahlen streiten, und beide stehen im Heft. Ob materielle Belohnungen der intrinsischen Motivation schaden, ist seit 1994 offen: −0,34 aus 128 Studien bei der einen Gruppe (Deci, Koestner & Ryan 1999), −0,08 und nicht signifikant bei der anderen, die dieselbe Literatur neu rechnet (Cameron, Banko & Pierce 2001). Beim gesprochenen Lob sind sich beide einig, dort steht in beiden Auswertungen ein positiver Wert. Und Marzanos Zahlen streuen nach Studienzahl: 1,29 aus fünf Studien, 0,87 aus vier, 0,76 aus zehn, 0,91 aus 68 — nur der letzte hat eine breite Basis, und auch er ist der Betrag einer Reduktion von Störverhalten, kein Leistungsgewinn, aufbereitet aus zweiter Hand.
Für Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I — und für Klassenleitungen besonders, weil drei der fünf Hefte an der Schnittstelle zwischen Unterricht und Verfahren arbeiten. Kein Fach vorausgesetzt; die Bögen brauchen einen Stift, die Karten eine Schere.
Am meisten bringt dieser Block dort, wo sich etwas eingeschliffen hat: eine Klasse, in der jede Reaktion gleich aussieht, ein Fall, der seit Wochen läuft, eine Fachkonferenz, in der über den Trainingsraum oder das Nachsitzen gestritten wird. Für den Vorbereitungsdienst sind Heft 13 und Heft 15 der kürzeste Weg zu der Frage, wer eigentlich was verhängen darf.
Vier der fünf Hefte enthalten Rechtsaussagen. Zitiert werden das Hessische Schulgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 31.03.2023, zuletzt geändert durch Gesetz vom 22.06.2026, in Kraft seit 01.08.2026 — vor allem § 82 mit seinen elf Absätzen —, die Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses (VOGSV, Ausfertigung 19.08.2011, benutzte Fassung Stand 15.01.2024) und die Hessische Schul-Datenschutzverordnung (SchDSV vom 01.12.2023). Zum Vergleich stehen Art. 86 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes und § 53 des Schulgesetzes Nordrhein-Westfalen daneben. Ein Vorbehalt gehört dazu und steht in den Heften selbst: Der Fassungsstand des hessischen Schulgesetzes ist amtlich belegt, sein Wortlaut nicht — das amtliche Rechtsportal sperrt automatisierte Abrufe, die Absätze sind über ein nichtamtliches Portal erhoben. Information, keine Rechtsberatung; in einem anderen Bundesland gelten andere Normen, und vor der Anwendung gehört der Wortlaut an der amtlichen Fassung geprüft.
Dieses Paket ist Block 3 von sechs. Die anderen fünf gibt es ebenso: Der Anfang (Hefte 1 bis 5), Der Ablauf (6 bis 10), Beziehung (16 bis 20), Besondere Lagen (21 bis 25) und Rahmen und Selbst (26 bis 30). Wer alle sechs will, bekommt sie auch als Gesamtpaket aus dreißig Heften.
Jedes Heft ist für sich einsetzbar; die Reihenleiste auf Seite 8 zeigt jedes Mal, wo es steht. Zusammen ergeben die dreißig einen Weg vom ersten Schultag bis zur Prüfung des eigenen Vorgehens. Die Reihe ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile.
Nichtbeteiligung, Regelverstoß, Gefährdung und die tatsächliche Unterbrechung des Unterrichts laufen unter einem einzigen Wort — und bekommen dieselbe Reaktion. Wer im Reflex antwortet, hat entschieden, bevor er wusste, worüber.Dieses Heft zieht die Trennlinie und macht sie benutzbar: vier Fragen vor jeder Reaktion, vier Kategorien, ein Sortierbogen und zwölf Vorfallkarten zum Legen. Die Probe ist immer dieselbe — wenn du nicht sagen kannst, wer gerade am Lernen gehindert wird, hast du keine Störung vor dir, sondern etwas anderes, das eine andere Antwort verlangt.Zwei der zwölf Karten beschreiben die eigene Störung. Das ist kein Zugeständnis an die Bescheidenheit, sondern der einzige Teil des Themas, zu dem eine Zahl vorliegt.Was enthalten istZwei Seiten Einordnung: warum „Störung“ ein Urteil ist und keine Eigenschaft des Verhaltens, woran die Unterscheidung im Alltag scheitert — und ein Beweis an einem zweiten Gegenstand, dass die Definition die Zahl macht. Seite 3 ist die Befundlage mit der einzigen Studie, die Unterrichtsstörungen wirklich gezählt hat, aufgeschlüsselt nach Häufigkeit, Setting und Verursacher.Seite 4 stellt die vier Kategorien vor und daneben die drei Schwellen des Schulrechts mit Paragraf und Fassung; dazu die Unterscheidung in fünf Schritten. Seite 5 ist das Merkplakat „Vier Fragen, bevor du reagierst“, in A3 kopierbar.Seite 6 ist ein Sortierbogen mit sechs Vorfällen, von denen einer ausgefüllt vorgeführt wird, und Platz für drei eigene Fälle. Seite 7 bringt zwölf Vorfallkarten zum Sortieren — die Einordnung auf jeder Karte ist ausdrücklich ein Vorschlag und keine Lösung. Seite 8 sind Quellen mit Abrufdatum und die Ampel.Rund siebzig Störungen je Lektion — und keine Zahl dafür, was normal istDer tragende Befund kommt aus der einzigen gefundenen Arbeit, die Unterrichtsstörungen systematisch zählt statt sie zu erfragen: eine Videostudie mit Event-Sampling und zwei Kameras, Cohens Kappa = 0,85, 18 Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 in einem Schweizer Kanton, 82 Stunden Material, davon 61,1 Stunden kodiert. Im Mittel 69,58 Störungen je 45-Minuten-Lektion, 94,5 Prozent davon von Schülerinnen und Schülern — und 5,5 Prozent von Lehrpersonen (Scherzinger, Wettstein & Wyler 2018). Fachlehrpersonen unterbrachen Arbeitende doppelt so häufig wie Klassenlehrpersonen (1,9 gegen 0,9) und setzten steuerungsbezogene Kommunikation neunmal so oft ein (1,0 gegen 0,1). Wer nur die Klasse zählt, zählt die Hälfte der Ursachen nicht.Der Negativbefund ist dreifach. „Störungen kosten zehn bis 15 Minuten je Stunde“: ein Ratgeberbeitrag ohne Studie, Autor und Jahr. „Nach einer Ablenkung dauert es bis zu 20 Minuten“: eine Erläuterungsseite der UNESCO ohne Autor und Titel. „Der erste Eindruck entsteht in sieben Sekunden“: keine wissenschaftliche Fundstelle auffindbar. Alle drei wurden für dieses Heft am Original auf Quellenlosigkeit geprüft. Dazu die vierte Fehlstelle: Eine geprüfte Taxonomie von Unterrichtsstörungen gibt es nicht — die vier Kategorien des Hefts sind als Setzung gekennzeichnet.Und die unbequemste Zahl steht in derselben Studie: Die Selbsteinschätzung der Klassenlehrperson stimmte mit der Videobeobachtung nur zu r = 0,10 überein, die der Fachlehrperson zu 0,40 — die Schülerurteile dagegen zu 0,53 bis 0,59. Der eigene Eindruck ist das schlechteste verfügbare Messgerät. Deshalb steht im Heft auch keine Norm: Die Standardabweichung der Zählung ist mit 44,68 größer als ihr eigener Mittelwert, und die Zahlen stammen aus der Primarstufe eines Kantons — für die deutsche Sekundarstufe I ist keine davon nachgewiesen.Für wen und wannFür Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I, und besonders für Tandems, Fachkonferenzen und Ausbildungsgruppen: Der Wert des Sortierbogens liegt darin, dass zwei Lehrkräfte an derselben Zeile verschieden entscheiden — und darüber sprechen.Ab Jahrgang 7 lassen sich sechs der Karten auch mit der Klasse sortieren; wie das gemeint ist, steht als Einsatzidee auf Seite 7. Die Rechtsangaben gelten für Hessen, sind Information und keine Rechtsberatung; andere Länder regeln das eigenständig, und das Heft nennt die entsprechenden Vorschriften für Bayern und Nordrhein-Westfalen.Einordnung in die ReiheHeft 11 eröffnet den dritten Block, „Störungen“ (Hefte 11 bis 15). Es liefert die Unterscheidung, auf der Heft 12 (die leise Ebene), Heft 13 (die Eskalationsleiter) und Heft 15 (Konsequenzen) aufbauen; den vollständigen Rechtsrahmen entfaltet Heft 26. Jedes Heft ist für sich einsetzbar; die Reihe ist abgeschlossen und es kommen keine weiteren Teile.
Zwischen „nichts sagen“ und „das reicht jetzt, raus“ liegen in vielen Stunden keine Zwischenschritte. Wer nur zwei Stufen hat, steht nach der ersten schon oben — und die im Ärger erfundene Ankündigung wird entweder nicht vollzogen, was die ganze Leiter senkt, oder sie ist unverhältnismäßig, was ein rechtlicher Fehler ist.Dieses Heft baut fünf Stufen, die eine Lehrkraft allein gehen darf: Blick, Nähe, Ansage, Folge, Gespräch. Zu jeder steht, welchen Zweck sie hat und was sie rechtlich ist — und wo die Leiter endet, nämlich dort, wo die Lehrkraft nicht mehr entscheidet, sondern beantragt.Die Zahl der Stufen ist eine Setzung. Was die Abstufung trägt, ist trotzdem härter als ein Befund: Das Schulrecht verlangt sie.Was enthalten istZwei Seiten Einordnung: vier Ebenen und drei Zuständigkeiten in einer Tabelle, der Rechtsrahmen im Wortlaut mit Fassung und Abrufdatum, die vier Stellen, an denen es im Alltag scheitert — und der Negativbefund, dass die Leiter selbst nie untersucht wurde. Seite 3 stellt sieben Effektstärken zum selben Gegenstand auf eine Achse und erklärt, warum zwei sehr verschiedene Zahlen dasselbe messen.Seite 4 zeigt die Leiter von unten nach oben, daneben eine Tabelle, was jede Stufe rechtlich ist, und den Betrieb in sechs Schritten. Seite 5 ist das Merkplakat mit den fünf Stufen, in A3 kopierbar, samt der klaren Ansage, wo die Leiter endet und wer dann entscheidet.Seite 6 ist ein Vorfallbogen in vier Spalten mit drei ausgefüllten Zeilen, dazu die Auskunft, was in eine Notiz gehört und was nicht. Seite 7 bringt zwölf Karten: die fünf Stufen, drei Vorbereitungen und vier Reaktionen, die ausdrücklich nicht auf die Leiter gehören — jede mit Paragraf oder Studie. Seite 8 sind Quellen, Rechtshinweis und Ampel.Eine Pflicht, keine MethodeDer Negativbefund steht am Anfang: Gesucht wurde nach einer Studie, die eine abgestufte Reaktionsfolge gegen eine unabgestufte prüft — nach Effektstärken für die Reihenfolge, für die Zahl der Stufen, für den Abstand zwischen ihnen. Gefunden wurde keine. Der Satz „Abgestuftes Reagieren ist nachweislich wirksamer“ steht deshalb nicht im Heft. Was die Leiter trägt, ist eine Rechtspflicht: § 82 Abs. 4 des Hessischen Schulgesetzes lässt eine Ordnungsmaßnahme erst zu, wenn pädagogische Maßnahmen nicht ausreichen oder der Schutz von Personen und Sachen es erfordert, und § 65 VOGSV gibt dieselbe Reihenfolge als Soll-Vorschrift vor. Wer keine kleinen Stufen hat, hat keine mildere Maßnahme — und darf die härtere dann nicht verhängen.Der tragende Zahlenbefund ist ein Muster, kein Einzelwert. Eine systematische Übersicht über 13 begutachtete Arbeiten mit 182 Teilnehmenden zur Auszeit berichtet aus Einzelfalldesigns 2,55 innerhalb und 1,24 zwischen den Fällen — und aus Gruppendesigns d = 0,50 (Taylor u. a. 2026). Je strenger das Design, desto kleiner der Effekt. Die Autoren nennen selbst dazu: nur zwei Studien nach dem Jahr 2000, überwiegend jüngere Grundschulkinder mit diagnostizierten emotional-sozialen Störungen, Hinweise auf Publikationsbias — und bei ausschließenden Formen raten sie ausdrücklich zur Vorsicht. Daneben stehen 0,91 aus 68 Studien für Eingriffe bei Störungen (Marzano 2003, über eine Sekundäraufbereitung belegt, ein Betrag und kein Leistungseffekt), 0,80 auf Klassenebene und rund 0,20 auf Schülerebene aus derselben Arbeit (Oliver u. a. 2011) sowie 0,24 verhaltensbezogen aus 54 Interventionsstudien und 0,23 im Update über 76 Studien (Korpershoek u. a. 2016 und 2025).Der einzige Punkt beider Rechercheblöcke mit einer ausdrücklichen Abratempfehlung ist der Trainingsraum. Die einzige gefundene kontrollierte deutsche Evaluation — vier Realschulen in Schleswig-Holstein, 918 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7, 102 Lehrkräfte, zwei Messzeitpunkte — kommt zu dem Ergebnis, das Programm wirke sich auf keinen der untersuchten Bereiche grundsätzlich positiv aus; die Effektstärken bei den signifikanten Werten seien mit 0,25 bis 0,28 eher niedrig (Wollenweber 2013). Eine sonderpädagogische Fachpublikation rät von der Umsetzung ausdrücklich ab (Hövel u. a. 2020). Das Heft sagt das und ordnet daneben ein, ab wann ein solcher Raum in das Verfahren einer Ordnungsmaßnahme hineinwächst — als Auslegung gekennzeichnet, weil dazu keine Fundstelle gefunden wurde.Für wen und wannFür Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I, und für Fachkonferenzen: Über die fünf Stufen wird man sich schnell einig, über den Flur, die Klassenstrafe, den Trainingsraum und das spontane Nachsitzen nicht — genau deshalb sind die vier Sackgassenkarten die nützlichsten.Die Rechtsangaben gelten für Hessen, mit Fassung und Abrufdatum, und sind Information und keine Rechtsberatung; vor einer Verwendung im Verfahren ist die amtliche Fassung zu prüfen. Für Bayern und Nordrhein-Westfalen nennt das Heft die abweichenden Vorschriften, weil die Länder unterschiedlich viele Ordnungsmaßnahmen führen.Einordnung in die ReiheHeft 13 steht in der Mitte des dritten Blocks, „Störungen“ (Hefte 11 bis 15). Seine unteren beiden Stufen sind die leise Ebene aus Heft 12, seine Unterscheidungsgrundlage steht in Heft 11, und was eine Folge inhaltlich sein darf, entfaltet Heft 15; den vollständigen Rechtsrahmen bringt Heft 26. Jedes Heft ist für sich einsetzbar; die Reihe ist abgeschlossen und es kommen keine weiteren Teile.
„Beim nächsten Mal rufe ich zu Hause an“ — und dann passiert nichts. Danach ist jede weitere Ankündigung entwertet. Wer sofort mit dem Ausschluss droht, hat für den zweiten Vorfall nichts mehr übrig und darf ihn ohnehin nicht selbst verhängen. Und die Sammelstrafe ist die verbreitetste und zugleich die rechtlich heikelste Reaktion überhaupt.Dieses Heft trennt drei Wörter, die durcheinandergehen: Die Konsequenz gehört zur Sache, die Strafe nicht, und die Ordnungsmaßnahme ist ein Verwaltungsakt mit Verfahren, Anhörung und Widerspruchsfrist. Daraus werden fünf Schritte, eine Stufung zum Aushängen und ein Planungsbogen, der vor der ersten Stunde ausgefüllt wird — solange niemand wütend ist.Dazu die Auskunft, die im Alltag am meisten zählt: was in Hessen eine Lehrkraft allein darf, mit Paragraf, Absatz und Satz — und was sie nur beantragen kann.Was enthalten istZwei Seiten Einordnung mit der Dreiteilung, den vier Stellen, an denen es im Alltag scheitert, und zwei Sätzen, die das Heft ausdrücklich nicht schreibt. Seite 3 bringt acht Werte zu Konsequenzen und Belohnungen auf eine Achse — mit zwei Bezugsgrößen, die an jedem Balken stehen — und erklärt, warum eine kleinere Zahl hier mehr wert ist als eine größere.Seite 4 zeigt vier Stufen und die Grenze, die im Alltag zählt, dazu fünf Schritte für eine Konsequenz, die trägt, und einen Rechtskasten mit dem hessischen Katalog samt den Abweichungen in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Seite 5 ist ein Aushang „Wenn eine Regel gebrochen wird“ mit fünf Stufen, in A3 kopierbar.Seite 6 ist ein Planungsbogen: sechs Zeilen mit der angekündigten Konsequenz und der Zuständigkeit daneben, dazu der Ankündigungstext für die Klasse und fünf Prüffragen vor jeder Reaktion. Seite 7 bringt zwölf Karten — sieben pädagogische Maßnahmen im Wortlaut des Gesetzes und fünf Prüfkarten. Seite 8 sind Quellen, Rechtshinweis und die Ampel.0,91 aus 68 Studien — und der Streit, der seit 1994 läuftDer tragende Zahlenbefund ist zugleich eine Lektion im Lesen von Effektstärken. Für Eingriffe bei Störungen steht bei Marzano 2003 ein Wert von 0,91 aus 68 Studien; daneben stehen in derselben Tabelle 1,29 aus fünf Studien, 0,87 aus vier und 0,76 aus zehn. Nur die 0,91 hat eine breite Basis — und auch sie ist ein Betrag: Im Buch sind die Werte als Reduktion von Störverhalten negativ notiert, es sind keine Leistungseffekte, und sie sind über die Aufbereitung des Wing Institute belegt, also über eine Sekundärquelle. Eine methodenkritische Prüfung dieser Metaanalyse in einer etablierten Fachzeitschrift wurde nicht gefunden; die Kritik muss deshalb aus den Studienzahlen selbst geführt werden.Der Negativbefund betrifft den Satz, mit dem in Kollegien Diskussionen beendet werden: „Belohnungen zerstören die intrinsische Motivation.“ Das ist eine Seite eines seit 1994 laufenden Fachstreits. Für materielle Belohnungen berichten Deci, Koestner & Ryan 1999 aus 128 Studien d = minus 0,34, für erwartete materielle minus 0,36, für unerwartete plus 0,01 und nicht signifikant. Cameron, Banko & Pierce 2001 rechnen dieselbe Literatur anders und kommen für alle Belohnungen auf minus 0,08, ebenfalls nicht signifikant. Beim gesprochenen Lob sind sich beide Lager einig: plus 0,33 gegen plus 0,31. Der Streit betrifft ausschließlich materielle, erwartete Belohnungen — und der Schaden ist dort, wo er auftritt, klein. Ebenso wenig steht die verbreitete Faustzahl im Heft: Für ein Lob-Tadel-Verhältnis von 4:1 oder 5:1 als Schwellenwert wurde keine Primärstudie gefunden.Der zweite Negativbefund ist ein Baustein, den dieses Heft ausdrücklich nicht empfiehlt. Die einzige gefundene kontrollierte deutsche Evaluation des Trainingsraums — vier Realschulen, 918 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7, 102 Lehrkräfte — findet keine grundsätzlich positive Wirkung; die signifikanten Effektstärken liegen bei 0,25 bis 0,28 (Wollenweber 2013), und eine sonderpädagogische Fachzeitschrift rät sowohl aus empirischer als auch aus theoretischer Hinsicht von der Umsetzung ab (Hövel u. a. 2020). Was dagegen belegt ist, ist schmal und brauchbar: Von allen Merkmalen wirksamer Klassenregeln gelten genau zwei — Regeln unterrichten und sie mit Konsequenzen verknüpfen (Alter & Haydon 2017); wie viele Studien dahinterstehen, geht aus dem Abstract nicht hervor, und das Heft sagt es.Für wen und wannFür Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I, und für Fachkonferenzen, die ihre üblichen Reaktionen einmal den sieben Maßnahmen des Gesetzes zuordnen wollen: Was sich keiner Karte zuordnen lässt, ist entweder keine pädagogische Maßnahme — oder es fehlt die Grundlage.Der richtige Zeitpunkt ist die erste Woche eines Halbjahres, nicht der Tag nach dem Vorfall. Die Rechtsangaben gelten für Hessen, mit Fassung, Abrufdatum und dem ausdrücklichen Vermerk, dass der Wortlaut nichtamtlich erhoben wurde; für Bayern und Nordrhein-Westfalen nennt das Heft die abweichenden Regelungen. Information, keine Rechtsberatung.Einordnung in die ReiheHeft 15 schließt den dritten Block, „Störungen“ (Hefte 11 bis 15), ab. Heft 13 liefert die Abstufung, in die diese Konsequenzen eingehängt werden, Heft 11 die Unterscheidung davor; den vollständigen Rechtsrahmen mit Verfahren und Fristen entfaltet Heft 26, und der Streit um Lob und Belohnung wird in Heft 17 und Heft 18 ausgetragen. Jedes Heft ist für sich einsetzbar; die Reihe ist abgeschlossen und es kommen keine weiteren Teile.
Auf rund siebzig Ereignisse in einer Lektion kann man nicht siebzigmal antworten. Wer es versucht, unterbricht sich selbst öfter, als die Klasse ihn unterbricht. Die leise Ebene ist keine Haltungsfrage — sie ist die Antwort auf eine Rechenaufgabe.Dieses Heft ordnet sechs leise Reaktionen von oben nach unten: hinsehen, hingehen, hinlegen, zeigen, anhalten, ansagen. Vor allen sechs steht etwas anderes — der Weg. Nähe ist die einzige leise Reaktion, die ankommt, ohne dass jemand hinsehen muss, und sie setzt voraus, dass du in zwanzig Sekunden neben jedem Platz stehen kannst. In den meisten Räumen gibt es eine Spalte, an der der übliche Weg nie vorbeiführt.Und es hört rechtzeitig auf: Nach drei Anläufen kommt die kurze Ansage. Wer dreißigmal leise reagiert und nie deutlich, hat keine leise Ebene, sondern gar keine.Was enthalten istZwei Seiten Einordnung mit der Zahl, aus der alles folgt, den vier Stellen, an denen die leise Ebene im Alltag scheitert, und zwei Sätzen, die in jeder Fortbildung fallen und beide nicht tragen. Seite 3 zeigt, woraus die rund siebzig Störungen bestehen, wo im Ablauf gestört wird, und was die viel zitierte Forschung zur nonverbalen Zuwendung wirklich misst.Seite 4 ist die leise Ebene in sechs Schritten, mit einem Grundriss der Plätze, an denen niemand vorbeikommt, und drei Wegen, den eigenen Rundgang zu prüfen. Seite 5 ist das Merkplakat mit den sechs Reaktionen in ihrer Reihenfolge, in A3 kopierbar.Seite 6 ist ein Strichbogen für eine einzige Stunde mit einer ausgefüllten Beispielspalte: acht Zeilen, ein Strich je Reaktion, und danach ein Verhältnis von leise zu laut. Seite 7 bringt zwölf Karten — sechs Reaktionen, drei Vorbereitungen, drei Grenzen —, jede mit der Angabe, ob dahinter ein Befund, eine Ableitung oder eine Setzung steht. Seite 8 sind Quellen mit Abrufdatum und die Ampel.Der Vergleich, den es nicht gibtDer tragende Befund ist eine Zählung, keine Wirkung. In 61,1 kodierten Unterrichtsstunden aus 18 Klassen der 5. und 6. Jahrgangsstufe wurden im Mittel 69,58 Störungen je Lektion gezählt (Standardabweichung 44,68); 94,5 Prozent gingen von Schülerinnen und Schülern aus, 79,9 Prozent aller Störungen waren nicht aggressiv — Schwatzen statt Arbeiten, Dreinreden bei Erklärungen, kleine Störversuche (Scherzinger, Wettstein & Wyler 2018). Vier Fünftel sind also harmlos, und genau das begründet die leise Ebene. Was daraus nicht folgt, steht daneben: Störungen sind dort Ereignisse und keine Zeitanteile, und die Streuung ist größer als der Mittelwert.Der Negativbefund ist der Satz, den man in diesem Heft erwarten würde und der nicht darin steht: „Ein nonverbales Signal wirkt besser als eine verbale Ermahnung.“ Nach diesem Vergleich wurde gesucht — keine Metaanalyse, keine kontrollierte Studie, kein Feldexperiment. Was es gibt, misst etwas anderes: Eine systematische Übersicht über 30 Arbeiten zur Lehrkraft-Immediacy findet Zusammenhänge nonverbaler Zuwendung mit der Schülermotivation — ausschließlich Fragebogenerhebungen, 74 Prozent korrelative Designs, 53 Prozent dieselbe Motivationsskala (Liu 2021). Untersucht ist, wie eine Lehrkraft dauerhaft auftritt; nicht untersucht ist, was sie in der einen Sekunde tut, in der jemand stört. Ebenso zurückgewiesen wird die Zahl, mit der das Thema sonst begründet wird: „93 Prozent der Kommunikation sind nonverbal“ stammt aus zwei Laborexperimenten von 1967 mit 30 beziehungsweise 37 Versuchspersonen und einzelnen Wörtern — vom Autor selbst zurückgewiesen.Zwei Dinge stützen die Praxis trotzdem. Die Präkorrektur — der Hinweis, bevor die vorhersehbare Störung eintritt — ist in einem Fachartikel mit 19 Literaturverweisen beschrieben, allerdings ohne Effektstärken (Evanovich & Kern 2018). Und das Verhältnis von Lob und Tadel hängt in 151 Klassen mit 2 536 Kindern linear mit der Mitarbeit zusammen (r = 0,52); steigt es von nahe null auf nahe eins, steigt das aufgabenbezogene Verhalten um rund 30 Prozentpunkte — einen Kipppunkt bei 4:1 gibt es nicht, der quadratische Term war nicht signifikant (Caldarella u. a. 2020, Grundschule). Deshalb steht auf der Befundseite dieses Hefts kein Effektstärkendiagramm: Es gäbe keinen Balken, der das Thema misst.Für wen und wannFür Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I. Die beiden wichtigsten Karten werden vor der Stunde erledigt und kosten in ihr keine Sekunde — der Rundgang und die Präkorrektur.Am meisten bringt das Heft in Klassen mit vielen kleinen Störungen und wenig Ernstfall, in großen Räumen mit ungünstigem Zuschnitt und in der kollegialen Hospitation: Der Strichbogen lässt sich von einer Kollegin führen. Die rechtlichen Hinweise gelten für Hessen und sind Information, keine Rechtsberatung.Einordnung in die ReiheHeft 12 steht im dritten Block, „Störungen“ (Hefte 11 bis 15). Heft 11 liefert die Unterscheidung, ohne die jede Reaktion beliebig wird; Heft 13 setzt genau dort an, wo die leise Ebene endet, und baut die Abstufung nach oben aus. Der Standort im Raum, den dieses Heft voraussetzt, wird in Heft 5 geübt. Jedes Heft ist für sich einsetzbar; die Reihe ist abgeschlossen und es kommen keine weiteren Teile.
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