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Beschreibung

Materialpaket: Gedichtanalyse im Stil der neuen Abschlussprüfung BW 2027

Von Goethe und der Romantik über den Expressionismus bis zur Nachkriegs- und Gegenwartslyrik – dieses Materialpaket bündelt meine prüfungsnahen Gedichtanalyse-Einheiten in einer Sammlung. Jede Einheit bereitet deine Schüler*innen genau im Stil der neuen Abschlussprüfung Deutsch 2027 (Realschule Baden-Württemberg, Klasse 9/10) auf die Gedichtanalyse vor.

Das steckt drin – verschiedene Epochen auf einen Blick:

Empfindsamkeit & Sturm und Drang – Naturbild, Nacht & Warnung

Ludwig Christoph Heinrich Hölty: Die Mainacht— empfindsame Naturlyrik des Göttinger Hainbunds, silbernes Mondlicht und schlagende Nachtigall, das glückliche Taubenpaar als Kontrast zur eigenen Einsamkeit, sehnsüchtiges Warten auf die Liebe, Tränenmotiv, wohlklingende Odenstrophen, Stimmung zwischen Naturidyll und Liebessehnsucht.

Christian Friedrich Daniel Schubart: Die Forelle— lebhaftes Naturbild des Sturm und Drang, die munter schwimmende Forelle im klaren Bach, der Angler trübt tückisch das Wasser und fängt sie mit List, Kontrast von Freiheit und Fang, anschauliche Bewegung und Klang, (oft weggelassene) mahnende Schlussstrophe als Warnung vor Verführung, bekannt durch Schuberts Vertonung.

Liebe & Gefühl (Sturm und Drang)

Johann Wolfgang von Goethe: Willkommen und Abschied— Liebeserlebnis & Aufbruch, Natur als Spiegel der Gefühle (Beseelung), dynamischer nächtlicher Ritt, Personifikation/Metaphorik, Ich-Empfinden, Strophenbau.

Ballade – Naturmagie, Angst & Tod (Sturm und Drang)

Johann Wolfgang von Goethe: Erlkönig— Kunstballade des Sturm und Drang, Dialog dreier Stimmen (Erzähler, Vater, Kind, Erlkönig), Naturmagie & Verlockung gegen rationale Deutung, Steigerung von Angst und Spannung, Personifikation (Nebel, Weiden), wörtliche Rede/Rollenwechsel, Galopp-Rhythmus, tragischer Ausgang.

Gottfried August Bürger: Lenore— berühmte Schauerballade des Sturm und Drang (1773), Lenore verzweifelt am Tod ihres Verlobten und hadert mit Gott, nächtlicher Gespensterritt mit dem toten Wilhelm zum Grab, Leitvers „Die Toten reiten schnell“, unheimliche Klangmalerei und galoppierender Rhythmus, Frage „Graut Liebchen auch vor Toten?“, Motiv von Schuld, Strafe und Aufbegehren, dramatische wörtliche Rede.

Weimarer Klassik – Ballade: Glück, Hochmut, Schicksal & Treue

Friedrich Schiller: Der Ring des Polykrates— Kunstballade der Weimarer Klassik (Balladenjahr 1797) nach einem Stoff aus Herodot, Wechselrede zwischen dem prahlenden Polykrates und dem warnenden König Amasis, dreifache Steigerung der Glücksbotschaften (Klimax), Motiv „Neid der Götter“ und Hochmut, Vorausdeutung, der ins Meer geworfene und im Fisch zurückkehrende Ring, sechszeilige Strophen (Reim aabccb)/vierhebiger Jambus, Thema „kein Glück ist von Dauer“.

Johann Wolfgang von Goethe: Der Zauberlehrling— Kunstballade der Weimarer Klassik (Balladenjahr 1797), Übermut & Kontrollverlust, der verzauberte Besen (Personifikation), treibender Trochäus, Refrain „Walle! walle …“ und „Die ich rief, die Geister, / werd ich nun nicht los!“, Wendepunkt (das Spalten mit dem Beil verdoppelt das Unheil), Eingreifen des Meisters, Thema Selbstüberschätzung & Halbwissen, Transfer auf heutige Beispiele (Technik, KI, Umwelt).

Friedrich Schiller: Die Bürgschaft— Ideenballade der Weimarer Klassik (Balladenjahr 1797), Damon will den Tyrannen Dionys töten, wird gefasst und lässt den Freund als Bürgen zurück, Wettlauf gegen die Zeit über Hochwasser, Räuber und Durst, Rückkehr in letzter Sekunde, der gerührte Tyrann bittet, „der Dritte im Bunde“ zu sein, Themen Freundschaft, Treue und Worthalten, Steigerung und Vorausdeutung.

Soldatenlied – Kameradschaft & Tod

Ludwig Uhland: Der gute Kamerad— schlichtes Soldaten- und Totenlied (1809), „Ich hatt’ einen Kameraden“, der Kamerad fällt im Kugelhagel an der Seite des Sprechers, stille Trauer und Treue über den Tod hinaus, volksliedhafte Einfachheit, dreistrophiger Aufbau, gedämpfter Marschrhythmus, Thema Kameradschaft und Verlust.

Romantik – Natur, Nacht & Sehnsucht

Joseph von Eichendorff: Mondnacht— romantische Natur- und Sehnsuchtslyrik, Verbindung von Himmel und Erde, Seele/Transzendenz, Symbolik (Nacht, Mond, Flügel), klangvolle Form, Stimmungsbild.

Joseph von Eichendorff: Das zerbrochene Ringlein— Liebeskummer & Treuebruch, Symbol Mühlrad (weiterlaufendes Leben / kreisende Gedanken) und zerbrochener Ring, zwei Fluchtwünsche (Spielmann / Reiter), Anapher „Ich möcht …“, Kreuzreim/Volksliedstrophe (dreihebiger Jambus), Steigerung von stiller Trauer bis zum Todeswunsch.

Heinrich Heine: Die Lorelei— rheinische Sagenwelt & Verlockung, Goldbilder (Haar, Kamm, Schmuck), lyrisches Ich als Rahmen, Untergang des Schiffers, Kreuzreim/Volkslied-Jambus, Stimmungswechsel.

Heinrich Heine: Ein Jüngling liebt ein Mädchen— Figurenkette unerwiderter Lieben, nüchtern-spöttischer Ton/Ironie, „alte Geschichte… immer neu“, Volksliedton (abcb), Bruch zwischen Form und Inhalt.

Wilhelm Müller: Der Lindenbaum— romantisches Volkslied (aus der „Winterreise“), Lindenbaum als Symbol für Heimat & Geborgenheit, lockendes Rauschen der Zweige (Personifikation/sprechender Baum), Schlüsselwort „Ruhe“ (Frieden ↔ Todesruhe), Antithese warm–kalt, Leitmotiv „rauschen“, Konjunktiv „fändest“, Volksliedstrophe (dreihebiger Jambus), Sehnsucht & Wandern.

Clemens Brentano: Der Spinnerin Nachtlied— romantisches Rollengedicht, die spinnende Verlassene singt in der Mondnacht von der verlorenen Liebe, Gegenüberstellung von einstigem Glück und gegenwärtiger Trauer, Nachtigall und Mondlicht als Motive, kunstvolle Wiederholungen und Reimechos, Sehnsucht nach Wiedersehen oder Tod, klagender Volksliedton.

Justinus Kerner: Wanderlied— Wanderlied der schwäbischen Romantik, „Wohlauf! noch getrunken den funkelnden Wein“, Aufbruchsstimmung und Fernweh, Abschied von Heimat und Liebe, Natur als Weggefährtin, schwungvoller Rhythmus und Trinklied-Ton, zugleich unterschwelliges Heimweh, Thema Wandern und Loslösung.

Nikolaus Lenau: Der Postillon— stimmungsvolle Naturballade des Biedermeier, laue Frühlingsnacht und rasche Postfahrt, der Postillon hält am Friedhof und bläst ein Lied für den dort begrabenen Kameraden, Echo durch die stille Nacht, Verbindung von Lebensfreude und Gedenken, Klang- und Naturmalerei, melancholischer Grundton.

Romantik – Ballade: Sage & Geschichte

Friedrich Rückert: Barbarossa— romantische Sagenballade (1817), Kaiser Friedrich Barbarossa schläft verzaubert im Kyffhäuser, der Bart wächst durch den Tisch, Erwartung seiner Wiederkehr, Symbol für die Sehnsucht nach nationaler Einheit und alter Größe, ruhiges Erzählen und bildhafte Vergegenwärtigung, Motiv von Schlaf und Erwachen.

August von Platen: Das Grab im Busento— feierliche Geschichtsballade (1820), die Goten begraben ihren jung verstorbenen König Alarich nachts im Flussbett des Busento, sie leiten den Fluss um und wieder zurück, damit das Grab für immer verborgen bleibt, Trauer, Ehre und Vergänglichkeit, gleichmäßig fließender Rhythmus als Klangbild des Stroms, würdevoll-getragener Ton.

Eduard Mörike: Die Geister am Mummelsee— romantische Geisterballade (1829), ein nächtlicher Leichenzug schemenhafter Gestalten am Schwarzwaldsee, der neugierige Beobachter fragt und deutet das unheimliche Geschehen, plötzliches Verschwinden der Geister im Wasser, Wechsel von Frage und Bericht, Spannung zwischen Faszination und Grauen, Naturmagie und geheimnisvolle Stimmung.

Romantik – Ballade: Macht, Demut & der Wert der Arbeit

Adelbert von Chamisso: Das Riesen-Spielzeug— Kunstballade der Romantik (1831) nach einer elsässischen Sage (Burg Niedeck), das Riesenfräulein hält einen pflügenden Bauern für ein Spielzeug, die Lehre des Vaters „Der Bauer ist kein Spielzeug!“, verkleinernde Riesenperspektive & Diminutive, Rahmung von Anfangs- und Schlussstrophe, wörtliche Rede/Dialog, Schlüsselbild „Bauernmark“, Paarreim, Thema Wertschätzung der einfachen Arbeit (Hochmut gegen Demut), Transfer auf heute oft übersehene/systemrelevante Berufe.

Biedermeier & Romantik – Frühling, Herbst & Naturstimmung

Eduard Mörike: Er ist’s— Frühlingsgedicht, Personifikation des Frühlings, Sinneseindrücke/Synästhesie, Aufbruch & Sehnsucht, Klang und Rhythmus, jubelnder Ausruf.

Eduard Mörike: Septembermorgen— Übergang vom Nebelmorgen zum goldenen Herbsttag, Zeitstruktur „noch/bald“, Personifikation & Schleier-Metapher, Reimschema (abaaab)/ruhiger Jambus, Naturhaltung von Geduld und Zuversicht.

Ludwig Uhland: Frühlingsglaube— romantisches Frühlingsgedicht (1812), „Die linden Lüfte sind erwacht“, Personifikation von Wind und Natur, Erwachen und Neubeginn nach dem Winter, Zuversicht und Hoffnung („Nun muss sich alles, alles wenden“), Wohlklang und sanfter Rhythmus, Stimmung von Aufbruch und Trost.

Emanuel Geibel: Der Mai ist gekommen— beliebtes Frühlings- und Wanderlied (1841), „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“, Aufbruch, Fernweh und Lebenslust, Natur im Frühling als Einladung zum Wandern, volksliedhafter Ton und schwungvoller Rhythmus, Vertrauen ins eigene Glück, Kontrast von Daheimbleiben und Hinausziehen.

Liebesleid & Vergänglichkeit (Romantik/Biedermeier)

Eduard Mörike: Das verlassene Mägdlein— biedermeierliches Rollengedicht (1829), die junge Magd entfacht früh am Morgen das Herdfeuer und erinnert sich an den Traum vom treulosen Geliebten, stille Trauer und Verlassenheit im grauen Alltag, schlichte Volksliedsprache, Funkensprühen als Bild für aufflackernden Schmerz, gedämpfte Morgenstimmung, Tränen zum Schluss.

Ferdinand Freiligrath: O lieb, so lang du lieben kannst— eindringliches Appellgedicht (um 1830), Mahnung, zu lieben und Gutes zu tun, „eh du am Grabe stehst“, Warnung vor hartem Wort und späterer Reue, Vergänglichkeit und Endlichkeit der Zeit, Anapher und beschwörende Wiederholung, gefühlvoll-belehrender Ton (bekannt durch Liszts „Liebestraum“).

Frauenrolle & Freiheitssehnsucht (19. Jahrhundert)

Annette von Droste-Hülshoff: Am Turme— eines der frühesten Frauengedichte deutscher Sprache (1842), weibliches lyrisches Ich hoch auf dem Turm, Sehnsucht nach Freiheit & Abenteuer, Anrede an den Sturm und Ausrufe, zahlreiche Vergleiche („gleich einer Mänade“, „wie eine Seemöwe“, „gleich einem artigen Kinde“), Wunsch-Konjunktiv „Wär’ ich ein Mann“, Kontrast zwischen wilden Freiheitswünschen (Str. 1–3) und der Ernüchterung in der engen Frauenrolle (Str. 4: „sitzen so fein und klar“), Schlüsselwort „heimlich“, vier Strophen/Kreuzreim, Thema gesellschaftliche Rolle der Frau.

Realismus – Ballade: Technik gegen Naturgewalt

Theodor Fontane: Die Brück’ am Tay— Ballade des Realismus nach einem wahren Unglück (Einsturz der Tay-Brücke 1879), unheimlicher Hexen-Rahmen (Macbeth-Anspielung), Naturgewalten als sprechende Mächte (Personifikation), Bild des „Ringelreihn“, Refrain „Tand, Tand / Ist das Gebilde von Menschenhand“, Paarreim & treibender Rhythmus, Hochmut der Technik gegen die Übermacht der Natur.

Realismus – Ballade: Pflicht, Mut & Opfer

Theodor Fontane: John Maynard— Ballade des Realismus (1886), Schiffsbrand auf dem Eriesee, der Steuermann als Held, Pflichttreue & Opferbereitschaft, Rahmung durch den Dankspruch (Anfang/Schluss), herunterzählender Refrain „Und noch … Minuten bis Buffalo“, szenisches Präsens, Dialog/wörtliche Rede über das Sprachrohr, „die Kron’“ als Heldenehrung, Knittelvers/Paarreim.

Realismus – Ballade: Schuld, Rache & Vergebung

Conrad Ferdinand Meyer: Die Füße im Feuer— dramatische Ballade des Realismus (1882) vor dem Hintergrund der Hugenottenverfolgung, ein Kurier sucht ausgerechnet im Schloss seines früheren Opfers Unterschlupf, Schuld & Gewissen, Leitmotiv „Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.“, knappe Parataxe & Personifikation der Sturmnacht, Kontrast Sturmnacht–Friedensmorgen, das über Nacht ergraute Haar, biblisches Schlusswort „Mein ist die Rache, redet Gott“ (Röm 12,19), Doppeldeutigkeit „dem größten König eigen“, szenisches Präsens, reimlose Blankverse, Thema Gastrecht und Verzicht auf Rache.

Realismus – Ballade: Güte über den Tod hinaus

Theodor Fontane: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland— heitere Erzählballade des Realismus (1889), der gütige Gutsherr schenkt den Kindern Birnen und lässt sich eine Birne mit ins Grab geben, aus der ein neuer Baum wächst, Güte, die über den Tod hinaus fortwirkt, Kontrast zwischen freigebigem Alten und geizigem Sohn, mundartliche Rede (Platt), warmherziger, volkstümlicher Erzählton.

Natur, Meer & Vergänglichkeit (Stimmungslyrik)

Theodor Storm: Meeresstrand— Abend-/Wattstimmung am Meer, Vergänglichkeit & Melancholie, Synästhesie und Klang, ruhige Bildsprache, lyrisches Ich in der Natur.

Theodor Storm: Die Nachtigall— Naturlyrik des Realismus (1856), Erwachen der Liebe, Verwandlung eines Mädchens durch den nächtlichen Gesang, Symbolik von Nachtigall & aufgesprungener Rose, Rahmung/Rondell (Strophe 1 = Strophe 3), Anapher „Da sind … / Da sind …“ und Klangfigur „in Hall und Widerhall“, Volksliedton/wechselnd vier- und dreihebiger Jambus, enge Verknüpfung von Naturbild und Seelenvorgang.

Johann Wolfgang von Goethe: Wanderers Nachtlied— Naturlyrik der Goethezeit, vollkommene Abendstille, Blickbewegung von den Gipfeln über die Wipfel und Vögel bis zum Menschen, direkte Anrede „du“, Doppeldeutigkeit von „Ruhe“ (Schlaf ↔ Tod), Personifikation („Die Vögelein schweigen“), unregelmäßiger Versbau/Reim, Sehnsucht nach Ruhe und Vergänglichkeit.

Impressionismus – Klang & Bewegung

Detlev von Liliencron: Die Musik kommt— impressionistisches Momentbild (1883), eine Militärkapelle zieht mit „Klingling, bumbum und tschingdada“ durchs Städtchen, Bewegung, Klang und Aufregung der Zuschauer, Leutnant und Bürgermeistertöchterlein als kleine Szene am Rand, ausgeprägte Lautmalerei und Rhythmus, flüchtige Augenblicksaufnahme statt Handlung.

Moderne – Dinggedicht (Jahrhundertwende)

Rainer Maria Rilke: Der Panther— Dinggedicht der Moderne (~1900), Gefangenschaft/Stäbe, ermüdende Kreisbewegung, „Tanz von Kraft“, „Vorhang der Pupille“, fünfhebiger Jambus, drei Vierzeiler.

Conrad Ferdinand Meyer: Der römische Brunnen— berühmtes Dinggedicht des Realismus (1882), sachliche Beschreibung ohne lyrisches Ich, Weg des Wassers durch die drei Schalen, Gleichgewicht „nimmt und gibt zugleich“, Antithese „strömt und ruht“, Enjambement/fließender Satzbau, Kreuzreim und vierhebiger Jambus (verkürzter Schluss), Brunnen als Sinnbild für Kreislauf und Harmonie.

Jahrhundertwende & Symbolismus – Vergänglichkeit & Einsamkeit

Hugo von Hofmannsthal: Ballade des äußeren Lebens— Gedicht der Wiener Moderne/des Symbolismus (1895), Kinder wachsen, Menschen sterben, das Leben strömt scheinbar sinnlos weiter, Häufung von Bildern des Vergehens, die drängende Frage nach dem Sinn, überraschende Wendung im Schlussvers „Und dennoch sagt der viel, der ›Abend‹ sagt“, Symbolkraft eines einzigen Wortes, melancholisch-fließender Ton.

Friedrich Nietzsche: Vereinsamt— Gedicht vom nahenden Winter (1884), schreiende Krähen ziehen zur Stadt, Kälte, Flucht und Heimatlosigkeit, der Warnruf „Weh dem, der keine Heimat hat!“, der Mensch als einsamer Wanderer im erstarrenden Jahr, Kälte- und Winter-Metaphorik für innere Vereinsamung, eindringliche Wiederholung, düstere Grundstimmung.

Georg Trakl: Verfall— symbolistisch-frühexpressionistisches Sonett (1913), herbstlicher Abend mit läutenden Glocken und ziehenden Vögeln, Bilder des Welkens und Vergehens im Garten, Traum und Wirklichkeit verschwimmen, kunstvolle Farb- und Klangsymbolik, Sonettform (zwei Quartette, zwei Terzette), Grundstimmung von Vergänglichkeit und stiller Schwermut.

Expressionismus – Großstadt & Weltuntergang

Jakob van Hoddis: Weltende— expressionistische Weltuntergangsvision, Reihungs-/Simultanstil, groteske Verbindung von Katastrophe und Banalität, Ironie, Großstadt, Zeilensprung/Bildbrüche.

Georg Heym: Die Stadt— (Früh-)Expressionismus, blinzelnde Fenster, „Aderwerk“ der Straßen, Entindividualisierung der Masse, Sonett (abba), apokalyptische Schlussstrophe.

Großstadt & Neue Sachlichkeit (Weimarer Zeit)

Kurt Tucholsky: Augen in der Großstadt— Großstadtgedicht der Weimarer Zeit/Neuen Sachlichkeit (1930), flüchtige Blicke fremder Menschen im Getriebe der Stadt, die im nächsten Moment „vorbei, verweht, nie wieder“ sind, Anonymität und verpasste Begegnungen, direkte Anrede an den Leser, nüchtern-lakonischer Ton, kurze, hämmernde Verse als Bild des hektischen Stadtlebens.

Krieg & Nachkriegszeit

Günter Eich: Inventur— Trümmer-/Nachkriegslyrik („Kahlschlag“), karge Aufzählung des verbliebenen Besitzes, Identität & Neuanfang, schmucklose Sprache/Parataxe, das Ich im Mangel.

Politische, soziale & satirische Lyrik

Heinrich Heine: Die schlesischen Weber— politische Lyrik des Vormärz (schlesischer Weberaufstand, 1844), Anklage der ausgebeuteten Weber gegen Gott, König & Vaterland („dreifacher Fluch“), kollektives lyrisches „Wir“, Refrain „Wir weben, wir weben!“, Anapher „Ein Fluch dem …“, Metapher „Leichentuch“, Aufzählung/Steigerung, sozialer Protest gegen Ausbeutung.

Richard Dehmel: Der Arbeitsmann— sozialkritisches Gedicht der Jahrhundertwende (1896), der Arbeiter hat Arbeit, Frau und Kind „und nur noch nicht die Freiheit“, Sehnsucht nach freier Zeit und selbstbestimmtem Leben, Kontrast von materieller Sicherheit und fehlender Freiheit, Bild der frei ziehenden Wolken, Refrainwirkung und eindringliche Wiederholung, sozialer Appell.

Erich Kästner: Kennst du das Land, wo die Kanonen blühen?— politisch-satirische Lyrik der Weimarer Zeit, Kritik an Militarismus & Untertanengeist, Parodie auf Goethes „Mignon“, Ironie/Sarkasmus, Refrain/Appell.

Komische, groteske & humoristische Lyrik (Sprachspiel)

Christian Morgenstern: Die zwei Wurzeln— Groteske/Galgenlieder, Sprachspiel & Nonsens, Personifikation, Komik trifft Vergänglichkeit, Lautmalerei/Wortwitz, Pointe.

Joachim Ringelnatz: Die Ameisen— humoristische Lyrik, Reiseziel „Australien“ und vernünftiger Verzicht „in Altona an der Chaussee“, ironische Pointe/Lebensweisheit, Knappheit & Reim.

Moderne Lyrik & Songtexte (Gegenwart)

Apache 207: Unterwegs— Songtext-Analyse (Lyrics als moderne Lyrik), lyrisches Ich & Lebensgefühl, Motiv des Unterwegsseins/Aufbruchs, Reim, Rhythmus & Sprachbilder, Vergleich Song–Gedicht.

In jeder Einheit bekommst du:

  • prüfungsnahe Aufgaben, sorgfältig von leicht nach schwer über alle drei Anforderungsbereiche (AFB I–III)

  • Aufgaben zu Kernsatz, Inhaltsangabe, Titeldeutung, sprachlichen Bildern, Reim und Metrum, Form und Epocheneinordnung – sowie zur Deutung mit Transfer, genau im Format der Abschlussprüfung

  • einen ausführlichen Erwartungshorizont mit Musterlösungen für Korrektur und Selbstlernen

  • QR-Code und Link zum vollständigen Gedicht (aus urheberrechtlichen Gründen nicht enthalten)

Dein Vorteil als wachsendes Paket:

  • deutlich günstiger als der Einzelkauf aller Einheiten

  • jede neue Gedicht-Einheit kommt kostenlos dazu

  • einmal kaufen, dauerhaft profitieren

  • je früher du einsteigst, desto mehr Material bekommst du zum aktuellen Paketpreis

So baust du eine Lyrik-Sammlung für die Prüfungsvorbereitung 2027 auf – verschiedene Epochen, verschiedene Schwierigkeitsgrade, alles im einheitlichen Aufbau. Sofort einsetzbar für Klassenarbeit, Übung, Lernzirkel oder Vertretungsstunde – ohne Vorbereitungsaufwand. Einfach herunterladen und prüfungsfit einsetzen.

Materialpaket: Gedichtanalyse im Stil der neuen Abschlussprüfung BW 2027

99,00 €
Gesamtwert des Pakets: 207,52 €
Produktdetails
  • Klassenstufe:
    9-10. Klasse
  • Umfang:
    49 Materialien
  • Materialtyp:
    Arbeitsblätter, Klassenarbeiten, Prüfungsvorbereitung

Materialien in diesem Paket (49)

8 Seiten

„Lenore“ (Bürger) Gedichtanalyse Abschlussprüfung 2027 RS BW

„Bist untreu, Wilhelm, oder tot?" – mit dieser bangen Frage beginnt Gottfried August Bürgers Schauerballade „Lenore" (1773). Als ihr Geliebter aus dem Krieg nicht heimkehrt, lehnt sich Lenore verzweifelt gegen Gott auf: „Bei Gott ist kein Erbarmen!" In einer gespenstischen Nacht holt sie ein Reiter zum wilden Ritt ab – „Hurra! Die Toten reiten schnell!" –, bis am Ende die Geister mahnen: „Mit Gott im Himmel hadre nicht!" Die berühmteste deutsche Kunstballade und ein packender Klassiker des Sturm und Drang. Diese komplette Einheit bereitet deine Schüler*innen prüfungsnah auf die Gedichtanalyse vor, im Stil der neuen Abschlussprüfung Deutsch 2027 (Realschule BW, Klasse 9/10).Das steckt drin:8 prüfungsnahe Aufgaben (20 Punkte) im Format der Abschlussprüfung, von leicht nach schwer gestaffelt (AFB I–III), als offene Aufgaben, die die Lösung nicht vorwegnehmengedichtspezifische Schwerpunkte: die dramatische Balladenhandlung und ihre Handlungsabschnitte, das Zusammenspiel von Erzählerbericht und wörtlicher Rede, das Hadern mit Gott sowie die selbstständige Deutung der KernaussageAufgaben zu Klang und Gestaltungsmitteln (Lautmalerei, Refrain, Wiederholung), eine anspruchsvolle Grammatikaufgabe zu den Adverbialsätzen (Temporal-, Konzessiv- und Vergleichssatz mit lateinischen Fachbegriffen) an echten Textstellen sowie eine Stellungnahme mit Gegenwartsbezug (die Faszination von Grusel und Spannung), im Prüfungsformatausführlicher Erwartungshorizont mit Musterlösungen und Teilpunkten zu allen 8 AufgabenQR-Code & Link zum vollständigen Text (aus urheberrechtlichen Gründen nicht enthalten)Darum geht's:Deine Schüler*innen trainieren, die Kernaussage der Ballade zu erfassen, sie mit Zitaten zu belegen, Form und Sprache zu untersuchen, das Geschehen zu deuten und begründet Stellung zu nehmen.Sofort einsetzbar für Klassenarbeit, Übung oder Vertretungsstunde – ohne Vorbereitungsaufwand. Jetzt herunterladen und „Lenore" von Gottfried August Bürger einsetzen.

Klassenstufen: 9-10. Klasse

Deutsch
3,99 €
8 Seiten

„Die Musik kommt“ (Liliencron) Gedichtanalyse Abschlussprüfung 2027 RS BW

„Klingkling, bumbum und tschingdada" – mit einem Schwall lautmalerischer Klänge bricht in Detlev von Liliencrons „Die Musik kommt" (1883) eine Musikkapelle „um die Ecke": Bombardon und Türkentrommel, der stolze Hauptmann, die Grenadiere „in Schritt und Tritt und Tritt und Schritt", die zuschauenden Mädchen – und schon ist der bunte Zug wieder fort: „noch aus der Ferne tönt es schwach … zog da ein bunter Schmetterling … um die Ecke?" Ein mitreißendes Klanggedicht, das einen flüchtigen Augenblick wie eine Momentaufnahme einfängt. Diese komplette Einheit bereitet deine Schüler*innen prüfungsnah auf die Gedichtanalyse vor, im Stil der neuen Abschlussprüfung Deutsch 2027 (Realschule BW, Klasse 9/10).Das steckt drin:8 prüfungsnahe Aufgaben (20 Punkte) im Format der Abschlussprüfung, von leicht nach schwer gestaffelt (AFB I–III), als offene Aufgaben, die die Lösung nicht vorwegnehmengedichtspezifische Schwerpunkte: der vorbeiziehende Musikzug als Momentaufnahme, die Reihenfolge des Zuges, die Rahmung durch zwei Fragen (Heranziehen – Verklingen), die Titeldeutung und das Schlussbild vom „bunten Schmetterling"Aufgaben zu Klang und Bildsprache (Lautmalerei „Klingkling, bumbum", Reihung der Instrumente, der stampfende Marsch-Rhythmus „stampft und dröhnt und klappt und flirrt") sowie zu Deutung & Transfer in die Gegenwart (Umzüge und Klangmomente heute), im Prüfungsformatausführlicher Erwartungshorizont mit Musterlösungen und Teilpunkten zu allen 8 AufgabenQR-Code & Link zum vollständigen Text (aus urheberrechtlichen Gründen nicht enthalten)Darum geht's:Deine Schüler*innen trainieren, die Kernaussage des Gedichts zu erfassen, sie mit Zitaten zu belegen, Form und Klangsprache zu untersuchen, die Stimmung zu deuten und begründet Stellung zu nehmen.Sofort einsetzbar für Klassenarbeit, Übung oder Vertretungsstunde – ohne Vorbereitungsaufwand. Jetzt herunterladen und „Die Musik kommt" von Detlev von Liliencron einsetzen.

Klassenstufen: 9-10. Klasse

Deutsch
3,99 €
8 Seiten

„Frühlingsglaube“ (Uhland) Gedichtanalyse Abschlussprüfung 2027 RS BW

„Nun, armes Herze, sei nicht bang! / Nun muß sich alles, alles wenden." – Ludwig Uhlands „Frühlingsglaube" (1812) fängt in zwei Strophen ein, wie das Erwachen der „linden Lüfte" dem Menschen neue Hoffnung schenkt. Das berühmte Frühlingsgedicht der Romantik überträgt den Neubeginn der Natur auf das eigene Gemüt und macht Mut: Nach einer schweren Zeit kann sich alles zum Guten wenden. Diese komplette Einheit bereitet deine Schüler*innen prüfungsnah auf die Gedichtanalyse vor, im Stil der neuen Abschlussprüfung Deutsch 2027 (Realschule BW, Klasse 9/10).Das steckt drin:8 prüfungsnahe Aufgaben (20 Punkte) im Format der neuen Abschlussprüfung, von leicht nach schwergedichtspezifische Schwerpunkte: Naturlyrik der Romantik, zweistrophiger Bau und Schweifreim, Imperative und Anrede an das eigene Herz, der wiederkehrende Refrain „Nun muß sich alles, alles wenden", Personifikation der Frühlingslüfte, Hoffnung und NeubeginnAufgaben zu Deutung und Transfer in die Gegenwart im Prüfungsformat (Stellungnahme mit konkreten Gegenwartssituationen)ausführlicher Erwartungshorizont mit Musterlösungen und Teilpunkten zu allen 8 AufgabenQR-Code und Link zum vollständigen Text (aus urheberrechtlichen Gründen nicht enthalten)Darum geht's:Deine Schüler*innen trainieren genau die Kompetenzen, die die Prüfung verlangt – die Kernaussage erfassen, mit Zitaten belegen, Form und Sprache untersuchen, deuten und begründet Stellung nehmen.Sofort einsetzbar für Klassenarbeit, Übung oder Vertretungsstunde – ohne Vorbereitungsaufwand. Jetzt herunterladen und „Frühlingsglaube" von Uhland einsetzen.

Klassenstufen: 9-10. Klasse

Deutsch
3,99 €
8 Seiten

_„Wanderlied“ (Kerner) Gedichtanalyse Abschlussprüfung 2027 RS BW

„Wohlauf! noch getrunken den funkelnden Wein! / Ade nun, ihr Lieben! geschieden muß sein." – schwungvoll und voller Fernweh bricht der Sprecher in Justinus Kerners „Wanderlied" (1809) von zu Hause auf: „Es treibt in die Ferne mich mächtig hinaus." Wie Sonne, Woge und Vögel folgt er dem Drang der Bewegung, bis am Ende die tröstliche Einsicht steht: „So wird ihm zur Heimat das ferneste Land." Ein mitreißendes Wanderlied der schwäbischen Romantik – von Robert Schumann vertont. Diese komplette Einheit bereitet deine Schüler*innen prüfungsnah auf die Gedichtanalyse vor, im Stil der neuen Abschlussprüfung Deutsch 2027 (Realschule BW, Klasse 9/10).Das steckt drin:8 prüfungsnahe Aufgaben (20 Punkte) im Format der Abschlussprüfung, von leicht nach schwer gestaffelt (AFB I–III), als offene Aufgaben, die die Lösung nicht vorwegnehmengedichtspezifische Schwerpunkte: der Strophenbau mit Paarreim, die belebte Natur (Sonne, Woge, Stürme, Vögel) als Spiegel des Aufbruchs, der Wechsel der Perspektive vom Ich zur dritten Person sowie der Gegensatz von Fernweh und HeimatAufgaben zu wiederkehrenden Gestaltungsmitteln (Personifikation, Wiederholung/Anapher), eine Grammatikaufgabe zur Bestimmung der Satzglieder (Subjekt, Prädikat, Objekt, adverbiale Bestimmung) an einer echten Textstelle sowie eine Stellungnahme mit Gegenwartsbezug (Reiz und Schwierigkeiten des Aufbruchs in die Ferne), im Prüfungsformatausführlicher Erwartungshorizont mit Musterlösungen und Teilpunkten zu allen 8 AufgabenQR-Code & Link zum vollständigen Text (aus urheberrechtlichen Gründen nicht enthalten)Darum geht's:Deine Schüler*innen trainieren, die Kernaussage des Gedichts zu erfassen, sie mit Zitaten zu belegen, Form und Sprache zu untersuchen, das Bild der Wanderschaft zu deuten und begründet Stellung zu nehmen.Sofort einsetzbar für Klassenarbeit, Übung oder Vertretungsstunde – ohne Vorbereitungsaufwand. Jetzt herunterladen und „Wanderlied" von Justinus Kerner einsetzen.

Klassenstufen: 9-10. Klasse

Deutsch
3,99 €
12345
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