Die Schüler lernen die Erzählung »Das Muschelessen« von Birgit Vanderbeke (und gegebenenfalls - in Auszügen - weitere Werke der Autorin) kennen.
Sie erschließen die Erzählung und beschreiben die darin geschilderte Demontage einer dominanten und bedrückenden Vaterfigur und die damit verbundene Befreiung der übrigen Familienmitglieder.
Sie erkennen in der Auseinandersetzung mit patriarchalischen Familienstrukturen und dem Funktionswandel der modernen Familie die zentrale kritische Intention der Autorin.
Sie lernen mit der „Familienaufstellung“ bzw. mit der „Familienskulptur“ Methoden kennen, mit denen kommunikative und Beziehungsstrukturen in Gruppen visualisiert und damit umfassender erschlossen und beschrieben werden können. Sie erweitern damit ihre kommunikative Kompetenz.
Sie finden heraus, dass die Autorin eine Erzählperspektive konstruiert, die einen bewusst subjektiven und scheinbar kindlich-naiven Standpunkt einnimmt, der (stellenweise weit) hinter dem Kenntnisstand des verständigen Lesers zurückbleibt. Sie erschließen Wirkungsabsicht bzw. faktische Wirkung dieser besonderen Erzählhaltung und -perspektive.
Die Schüler lernen weitere Texte aus verschiedenen Epochen kennen, die Familienstrukturen und Familienrollen thematisieren. Sie erarbeiten daraus grundsätzliche Fragestellungen und Positionen zu diesem Thema.
Sie erkennen, dass sich die Erzählung von Birgit Vanderbeke in eine literarische Tradition einfügt, die seit 250 Jahren die Veränderung von Familien- und Geschlechterrollen kritisiert und begleitet.
Sie üben sich in Verfahren der Textrecherche und Textanalyse.
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