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In Brief I, 13 beklagt Plinius d.J. den Niedergang der Bildung in Rom: Während früher große Menschenmengen zusammenkamen und sich sogar der Kaiser dazugesellte, wenn ein Schriftsteller öffentlich aus seinen neuen Werken rezitierte, hört heute kaum noch jemand zu. Aufgabe 1 möchte den Blick der Schüler*innen auf das Phänomen der immer geringer werdenden Aufmerksamkeitsspanne lenken, das Plinius beklagt und das auch im modernen Schulalltag relevant ist. Überhaupt erinnert die unruhige Zuhörermenge aus Plinius' Brief in manchem an eine Schulklasse...
In der zweiten Hälfte des Briefes stellt Plinius klar, dass er selbst noch der älteren Tradition folgt und zu den Rezitationen aller seiner Bekannten kam. Aufgabe 2 versucht, Plinius' Gedankengang nachzuvollziehen, als er erklärt, er selbst werde nicht rezitieren, um nicht als Gläubiger gesehen zu werden: Gemeint ist freilich, dass er nicht den Anschein erwecken möchte, er sei nur zu den Lesungen der anderen gekommen, damit diese ihm den Gefallen erwidern.
Aufgabe 3 erarbeitet anhand eines Textausschnitts aus Gellius das römische Bildungskonzept: Gellius legt dar, dass das lateinische Wort humanitas nicht, wie man etymologisch erwarten würde (als Substantivierung des Adjektives humanus, -a, -um), "Menschlichkeit" oder "Freundlichkeit" im Umgang mit anderen bezeichnet, sondern "Bildung". Diese ist im römischen Verständnis nämlich etwas spezifisch Menschliches, das Mensch und Tier unterscheidet. Bildung ist in Rom damit die zentrale Eigenschaft, die den Menschen zum Menschen macht. Damit erklärt sich auch Plinius' Klage über ihren Niedergang.
Eine optionale Vertiefungsaufgabe erörtert auf Basis von Gellius und Aufgabe 3 die Bedeutung des Begriffes "Humanismus".
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