Selbstwirksamkeit - oder die Frage: Was will ich und was kann ich eigentlich dafür tun?

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„Unter Selbstwirksamkeit wird die Überzeugung einer Person verstanden, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können.“ (Bandura, 1997)


Hmmm. Eigentlich muss man sich aber nur alltägliche Situationen ansehen und stellt schnell fest: so einfach wie das klingt, ist es dann doch nicht.
Der Alltag in der Schule zeigt uns, dass Kinder (und natürlich auch Erwachsene) überzeugt davon sind, z.B. so erfolgreich Konflikte bewältigen zu können:

„Ich will nicht, dass er mich ärgert!“
„Sie soll das nicht machen!“
„Er soll mich nicht so nennen!“
„Ich will nicht, dass sich jetzt etwas ändert!“

Klingt schon fast zu normal, um sich noch darüber zu wundern… denn: wie oft hören wir uns als Erwachsene selbst auch so reden?

„Ich will keinen Stress!“
„Ich will nicht, dass mich andere dauernd aufregen!“
„Ich will keinen Streit!“ …

Das sind völlig nachvollziehbare Bedürfnisse und wichtige Wünsche -
Und es ist absolut wichtig, sich über seine Grenzen im Klaren zu sein und auf deren Einhaltung zu achten.

Was aber ändert sich eigentlich an der Situation selbst, wenn ich immer nur wiederhole, was ich alles NICHT will?
Ich will keinen Stress!
- Ok. Aber was willst du denn?

Ich will nicht, das andere mich dauernd aufregen!
- Gut, aber was willst du?

„Ich will keinen Streit!“
- Aha - was willst du dann?

Es ist nämlich gar nicht immer so einfach, das herauszufinden UND das auch noch ausdrücken zu können. Für Kinder ist es zusätzlich schwer, da ihnen oft noch der nötige Wortschatz fehlt. Für uns Erwachsene ist es eine Herausforderung, weil wir uns so daran gewöhnt haben und damit zu befassen was wir alles NICHT wollen, dass wir oft gar nicht (mehr) wissen, was wir eigentlich wollen und was wir selbst dafür tun können.

Im Gegensatz zum NICHT-WOLLEN hat WOLLEN nämlich viel mehr mit uns selbst, statt mit anderen zu tun. Und das zu lernen und benennen zu können, ist für mich -auch im Bereich Schule- ein wichtiger Lernprozess in Richtung Selbstwirksamkeit. Bleibe ich aber immer nur im „NICHT-WOLLEN“ hat das wenig mit Selbstwirksamkeit zu tun, denn die Erfüllung meiner Forderungen liegt dann meistens bei Anderen. Da kann man dann nur immer wieder einfordern, dass ANDERE etwas (NICHT) machen. Und das klappt meistens genauso gut, wie NICHT an einen Elefanten zu denken, wenn man es nicht soll ;-) 

Schaffen Kinder es aber zu sagen, WAS sie wollen, ist das ein erster Schritt in Richtung Selbstwirksamkeit:

Ich möchte freundlich behandelt werden, weil…
Ich brauche gerade eine Pause, damit…
Ich brauche mehr Zeit, um…
Ich will so sein dürfen wie ich bin, denn…

Dann erleben sie sich selbst aktiv, statt nur zu reagieren, als Schöpfer ihrer Umstände statt als Opfer.

Fangen wir doch im Kleinen an, statt direkt bei den großen Herausforderungen im Leben. Ich will, dass all das auch Platz in der Schule hat und ich will diesen Platz für die Kinder schaffen.

Was willst DU?

Tags: Selbstwirksamkeit

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