Die Arbeitsform "Gruppenarbeit" ist eine bekannte Methode im Unterrichtsalltag. Ihr Einsatz ist jedoch immer abhängig vom inhaltlichen Gegenstand, Lernziel und Zusammensetzung der Lerngruppe.
Gruppenarbeiten bieten viele Chancen für den eigenen Unterricht. Einerseits entlasten sie die Lehrkraft, da die SuS mehrere Stunden damit verbringen, ihre Präsentation vorzubereiten. Dafür müssen sie sich selbst organisieren, Aufgaben verteilen, Inhalte erarbeiten und sich gemeinsam in Bezug auf die Präsentation absprechen. Das sind wichtige soziale Fähigkeiten, die als Vorbereitung für das Berufsleben eine wichtige Rolle spielen. Andererseits bringt diese Methode auch mehr Abwechslung bzw. Interaktion in den Unterricht ein, was die Aufmerksamkeitsspanne und den Lernerfolg der Klasse oder des Kurses in den meisten Fällen erhöhen wird. Diese sind charakteristische Merkmale des forschend-entdeckenden Lernens - einem grundlegenden fachdidaktischen Prinzip im Geschichtsunterricht.
Doch welche Herausforderungen bringen Gruppenarbeiten für den eigenen Unterricht mit sich? Lehrkräfte müssen bei dieser Arbeitsform ständig kontrollieren, ob und in welchem Maß sich alle Gruppenmitglieder an der Erarbeitung beteiligen. Die Leistungsbewertung hängt von vielen Faktoren ab und ist nicht immer eindeutig zu analysieren. Beispielhafte Kriterien für den Einsatz innerhalb einer Gruppenarbeit sind die Selbstständigkeit, Kommunikation und die Vortragsweise in der Präsentation. Oft genug kann es geschehen, dass SuS aufgrund der Zusammensetzung kaum miteinander kommunizieren und eher in eine Form der Einzelarbeit verfallen. Um dieses Problem zu unterbinden, ist es wichtig, dass die Lehrkraft stets den Überblick über das gesamte Geschehen behält und entsprechende Impulse gibt, um die Gruppe zur intensiveren Kooperation anzuregen.
Die "Gruppenarbeit" ist von daher eine altbekannte, aber eben auch komplexe Methode für den Unterrichtsalltag. Sie bietet sich immer dann an, wenn ein bestimmtes Thema in Unterkategorien aufgeteilt werden kann. Ein Beispiel im Geschichtsunterricht wäre das Thema "Deutschland in der Zeit des Vormärz" - verteilt auf die Ereignisse "Wiener Kongress", "Deutscher Bund", "Wartburgfest", "Karlsbader Beschlüsse", "Julirevolution 1830", "Hambacher Fest" und "Schlesischer Weberaufstand". Besteht der Kurs zum Beispiel aus 21 SuS, setzt sich jede der insgesamt sieben Gruppen aus 3 SuS zusammen. Gruppen sollten in dieser Hinsicht nicht aus zu vielen SuS bestehen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass bestimmte Gruppenmitglieder keinerlei Aufgaben haben und sich zu wenig an der Gruppenarbeit beteiligen.
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