Puh, das war ein Schock zu Beginn des letzten Schuljahres! Ende Klasse 5 haben wir gehofft, meine 29 quirligen 5er in zwei Klassen teilen zu dürfen.
Vor allem, weil wir aus Erfahrung sagen können, dass im Laufe von Klasse 6 einige Schüler:innen zu uns wechseln werden.
Im Halbjahr waren es dann schon 33 Schüler:innen, nach den Pfingstferien 35 Schüler:innen.
Diese 35 Schüler:innen könnten unterschiedlicher nicht sein, vom Migrationshintergrund über das Elternhaus bis hin zum Alter. Zudem bedeutet jede:r neue Schüler:in erst einmal Chaos: Das soziale Gefüge in der Klasse wird instabil und muss sich neu organisieren, bis jede:r (wieder) seinen Platz in der Klassengemeinschaft gefunden hat. Bis dieser Prozess sich eingependelt hat, kann es schon mal Monate dauern.
Ehrlich gesagt habe ich mich oft gefragt, wie ich das schaffen soll.
Nun ist das Schuljahr vorbei und ich bin froh, es geschafft zu haben.
Damit meine ich, dass nicht Unterrichtsstörungen alltäglich waren, sondern gewinnbringende Arbeitsatmosphären. Alle 35 Schüler:innen haben ihr Klassenziel erreich.
Mit geschafft meine ich aber auch, dass es eine Zeit war, in der ich an meine Grenzen gestoßen bin. So sehr ich meine Klasse auch mag, das Unterrichten hat mich tagtäglich Energie gekostet.
Große Klassen gehören zur Realität, auf die man im Studium oder im Seminar nicht vorbereitet wird.
Deshalb habe ich euch – auf meinen Erfahrungen in diesem Schuljahr und nicht auf Literatur basierend – meine Tipps für den Umgang mit großen Klassen zusammengefasst:
Tipp 1
In meinem Unterricht steht das Lernen im Mittelpunkt, Ziel ist das Selbstbewusstsein der Schüler:innen zu stärken. Den Umständen gerecht werdend (Brennpunktschule mit entsprechendem Schülerklientel), habe ich einen Anspruch an meinen Unterricht: Ich möchte, dass jede:r nach der Unterrichtsstunde sagen kann, „Ich habe etwas gelernt.“ Egal ob es die Multiplikation von Brüchen ist, wie man richtig mit Fehlern umgeht oder wie man einen Konflikt mit dem Sitznachbarn konstruktiv lösen kann.
Tipp 2
WICHTIG: Humor & Spaß!
Tipp 3
Die Klasse muss sich als Gemeinschaft verstehen.
Eine Gemeinschaft zu sein, muss man lernen. Auch ich als Lehrperson gehöre zu dieser Gemeinschaft.
Tipp 4
Den Schüler:innen klar machen, dass auch sie Verantwortung tragen.
Ich bin der Meinung, ein:e Lehrer:in ist nur so gut, wie die Klasse mitarbeitet. Das betrifft nicht nur das Einhalten der Regeln, sondern auch die Interaktion im Unterricht. Entsprechend tragen Schüler:innen zum Gelingen des Lernerfolgs wesentlich bei.
Tipp 5
Classroom Management – ohne das geht nichts!
Vieles hätte ich gerne noch ergänzt oder ausgeführt, was hier aber den Rahmen sprengen würde.
Mich hätte es weniger Energie gekostet, wenn mir etwas an die Hand gegeben worden wäre. Ich hoffe, meine Tipps helfen euch weiter.
Mrs. Ha?
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