
Hey!
Wir sind im Jahr 2023, vieles ist nicht mehr so wie damals, damals als wir oder sogar unsere Eltern die Schulbank gedrückt haben. Die Zeiten haben sich geändert, dass sieht man nicht nur in den farbigen Materialien welche verwendet werden, sondern auch an den Gesetzen zum Schutz der Kinder und auch zu unserem Schutz. Auch wenn sich sehr viel in dieser Zeit getan hat, viele Denkens Muster von Eltern sind nach wie vor die alten.
Ich bin Sabina, Lehrerin einer 1. Klasse in der Schweiz. Noch nie war ich so unsicher wie dieses Schuljahr. Ich bin unsicher oder gar verunsichert, ob ich so meinen Beruf noch weiter ausüben möchte. Die moderne Welt erlaubt es den Kindern schneller durch die Welt zu kommen. Die Kinder sind genau so wie die Eltern in einer modernen Welt angekommen. Aber die Schule, die sollte dann doch so bleiben wie sie immer war. Modernes Material wird zum Teufelszeug und meine Kompetenz wird in Frage gestellt.
Ganz ehrlich, ich bin müde. Meine Denkens Ansätze sind gut, meine Arbeit ist Mustergleich. Doch einzelne Eltern greifen mich, meine Arbeit und meine Ansätze an. Es hat mich sehr getroffen, und ich habe mich und meine Frage ernsthaft in Frage gestellt. So ein Quatsch! Der einzige Grund warum die Eltern mich angreifen ist schlicht und einfach, weil sie es nicht verstehen!
Was verstehen sie denn nicht? Sie verstehen nicht, dass wir in der heutigen Zeit, in meinem Fall 19 Kinder aus verschiedenen Familien unter einen Hut bringen müssen. Sie wissen gar nicht, wie laut es wird. Sie wissen gar nicht, wie stressig es ist. Sie wissen gar nicht, wie sich auch ihr Kind im Schulzimmer verhält. Diese Unsicherheiten versuchen sie zu vertuschen, indem sie einfach mal das komplette Konzept angreifen und schlecht hinstellen.
Aber die Kinder lernen gar nichts wenn sie nur spielen!
Solche Aussagen nerven mich schon lange nicht mehr. Natürlich lernen die Kinder. Die Kinder lernen, dass nicht jeder mein Freund sein kann. Sie lernen aber auch, dass sie dem "nicht Freund" mit Respekt gegenüber stehen können. Eines Tages habe ich einer Mutter auf die Anschuldigung bei mir wird nur gespielt folgendes geantwortet:
"Bedauerlicherweise Frau B, konnte Ihnen ihr Kind nicht genau vermitteln was wir hier machen, das ist auch völlig in Ordnung. Natürlich spielen wir ein Spiel. Natürlich werden die Kinder hin und wieder aktiv enttäuscht weil sie nicht mit dem besten Freund oder der Freundin sein können. Natürlich sieht es von aussen nur nach spass aus. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt ob Sie mit der nervigen Nachbarin, welche Sie seit Jahren nicht mehr grüssen, eine verzwickte schwierige Aufgabe meistern können?" Die Mutter schaute mich verdutzt an. Sie konnte mir nicht genau folgen was ich meine. "Frau B, ein Spiel mit meinem besten Freund zu spielen - das ist einfach und lustig. Aber mit meinem verhassten, stinkenden Schulkameraden, dass ist pure Anstrengung. Und stellen Sie sich mal vor, auf einmal merkt man, das Kind ist ja eigentlich ganz toll." Langsam hat die Mutter verstanden was ich ihr sagen möchte.
Denn genau darum geht es bei meinen Spielen. Die Kinder merken gar nicht, dass wir eigentlich daran arbeiten, aus vielen kleinen Einzelkämpfern ein richtig starkes und beinahe unbesiegbares Team zu machen. Denn nur so schicken wir Kinder in diese harte Welt, Mathe und Deutsch reicht leider lange nicht.
Ich hoffe ich konnte euch hiermit meine Ansichten etwas näher bringen. Ich bin nämlich der Meinung, nur wenn wir starke Persönlichkeiten haben die sich als Teil einer funktionierenden Gruppe sehen. Nur dann, schaffen wir es die Zukunft etwas besser zu machen.
In diesem Sinne - Spiel frei!
Eure Sabina
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