
"Schreibe einen Einstieg in einen Blogpost bei Eduki."
"Heute möchten wir uns mit einem wichtigen Thema beschäftigen, das für alle von uns von großer Bedeutung ist. (Thema einfügen). Dies ist ein Bereich, in dem es viele Meinungen und Ansichten gibt, aber unser Ziel ist es, Ihnen klare und aufschlussreiche Informationen zu liefern. Lassen Sie uns gemeinsam tiefer in dieses Thema eintauchen und mehr darüber erfahren."
Okay, das ist zugegeben etwas plump und belanglos — woher soll ChatGPT auch wissen, worum es in meinem ersten Blogpost gehen soll. Versuchen wir es nochmal:
"Schreibe einen Einstieg in meinen ersten Blogpost bei Eduki, in dem es um das Thema ChatGPT geht. Schreibe konkret, humorvoll und ohne allgemeingültige Aussagen."
"Hey, freut mich, dass du da bist! Heute werden wir ein unglaubliches Thema besprechen: ChatGPT. Kennst du das Gefühl, wenn du dringend eine Antwort brauchst, aber keine Zeit hast, endlos im Internet zu suchen? ChatGPT ist die Lösung! Es ist ein KI-Modell, das alle deine Fragen mit nur ein paar Tastenanschlägen beantworten kann. Keine endlosen Suchen mehr, keine lästigen Werbungen - nur schnelle und zuverlässige Antworten. Wir werden gemeinsam entdecken, wie es funktioniert, was es alles kann und sogar ein paar seiner geheimen Fähigkeiten enthüllen. Bist du bereit? Dann los!"
Immerhin. Nicht perfekt, aber doch ein ganz passabler Einstieg in ein Thema, das gerade — nicht nur, aber auch — im Bildungswesen hohe Wellen schlägt: ChatGPT. Kurz vor Weihnachten 2022 veröffentlicht, bestimmt die Software und ihre Anwendungsmöglichkeiten die öffentliche Diskussion mehr und mehr. Verständlich also, dass man in unserem Gewerbe immer häufiger mit der Frage konfrontiert wird: „Wie wird künstliche Intelligenz unsere Arbeit in Zukunft verändern?“. Für mich Grund genug, mich an meinen ersten Blogpost zu wagen.
Aber der Reihe nach.
"Was ist ChatGPT, kurz und knapp?"
"ChatGPT ist ein KI-Modell, das für natürliche Sprachverarbeitung und Konversationen entwickelt wurde. Es nutzt maschinelles Lernen, um Fragen zu beantworten und Gespräche zu führen, und kann auch Texte generieren. Es ist ein leistungsstarkes Instrument, das für Anwendungen wie Kundensupport, Informationsrecherche und sogar kreative Projekte verwendet werden kann."
Hier kommt die Software selbst zu Wort. Die in diesem Artikel kursiv gedruckten Texte sind Antworten von ChatGPT, meine Fragen an die Software sind fett und kursiv dargestellt. ChatGPT ist ein Chatbot, der Fragen beantworten und Texte generieren kann, die auf den ersten Blick kaum von Texten unterscheidbar sind, die von Menschen erstellt wurden. Entwickelt wurde ChatGPT vom amerikanischen Unternehmen OpenAI, dessen wichtigste Geldgeber Microsoft und Elon Musk sind. Die Software basiert auf einem (ebenfalls von OpenAI entwickelten) Sprachmodell namens GPT-3 (Generative Pretrained Transformer 3), welches natürliche Sprache einerseits verstehen und analysieren, andererseits generieren kann.
Dahinter steckt ein riesiges neuronales Netz, dessen Funktionsweise am ehesten mit dem menschlichen Gehirn verglichen werden kann. Vereinfacht kann man es sich so vorstellen: Eine Frage, die man ChatGPT in Form eines Textes stellt, wird zunächst in kurze Datenschnipsel („Token“) zerlegt und durch eine Reihe von Schichten („Hidden Layers“) geleitet. Diese Schichten sind mathematische Formeln und Abstraktionen, die in etwa die Funktionsweise biologischer Neuronen widerspiegeln. Jedes Neuron in jeder Schicht ist mit anderen Neuronen in anderen Schichten verbunden und leitet Datensignale weiter. Wie stark oder schwach Signale von einem Neuron zum nächsten weitergeleitet werden ist abhängig von der „Gewichtung“, mit der die Neuronen miteinander verbunden sind. Welche Daten nach der Verarbeitung durch die Hidden Layers in der sogenannten Ausgabeschicht (Output Layer) ankommen, in welcher die Ausgabe generiert wird, hängt somit von der Gesamtheit der Gewichtungen im neuronalen Netz ab. Diese Gewichtungen bildet ein neuronales Netz aus, indem es trainiert wird. Dabei wird das Modell mit einer riesigen Menge an Daten gefüttert, auf Grundlage derer es Gewichtungen ausbildet. Am Ende des Trainingsprozesses steht ein Modell, welches eine Frage analysiert und eine auf Basis der Trainingsdaten statistisch wahrscheinliche Antwort generiert.
Vereinfacht kann ChatGPT also so beschrieben werden: Ein eingegebener Text wird zerlegt und nach Mustern und komplexen Zusammenhängen zwischen den Datenschnipseln untersucht. Basierend darauf wird anschließend eine Vorhersage getroffen, welche Antwort am wahrscheinlichsten ist. Enthält die Frage beispielsweise die Worte „Farbe“ und „Himmel“, könnte eine statistisch wahrscheinliche Antwort mit den Wörten „Der Himmel ist“ beginnen. Im Anschluss könnte das Modell zum Schluss kommen, das als nächstes das Wort „blau“ oder das Wort „grau“ folgt. Folgert das Modell anhand des Kontexts und der durch die Trainingsdaten erzeugten Gewichtungen, dass beide dieser Wörter den Antwortsatz mit der gleichen Wahrscheinlichkeit abschließen, wird gelost. Die Antwort auf die Frage: „Welche Farbe hat der Himmel?“ könnte also „Der Himmel ist grau.“ oder „Der Himmel ist blau.“ sein.
Diese Darstellung wird der Komplexität moderner, künstlicher neuronaler Neztze nicht im Geringsten gerecht — aber sie hilft bei der Vorstellung, wie solche Systeme funktionieren, wozu sie eingesetzt werden können und welche Risiken die bergen können. ChatGPT kann Fragen beantworten, natürliche Konversationen nachstellen, Texte zu nahezu allen vorstellbaren Themen erstellen, programmieren, Gedichte in nahezu jeder Sprache verfassen und "sogar unvollständige Sätze weiterschreiben."
Um diese Funktionalität zu erreichen wurde das Modell mit einem unvorstellbar großen Datensatz trainiert, der massenhaft Texte aus dem Internet enthält. Um diese riesige Datenmenge zu verdeutlichen: Schätzungen zufolge macht die gesamte Wikipedia (in allen Sprachen) lediglich 5% der Trainingsdaten von ChatGPT aus.
Eine meiner 7ten Klassen sollte kürzlich digitale Poster und Präsentationen zu einem biologischen Thema erstellen. Ein Text auf einem der abgegebenen Poster kam mir bekannt vor — ich hatte diesen Text noch nie gelesen, aber ich war mit den Formulierungen und der Struktur des Textes vertraut. Und tatsächlich: nach kurzem Probieren konnte ich einen nahezu identischen Text mit ChatGPT generieren. Ein anderer Schüler — ebenfalls in einer 7ten Klasse — erzählte mir stolz, dass er ein Computerspiel in JavaScript programmiere, ohne (bisher) wirklich programmieren zu können. ChatGPT und seine Anwendungsmöglichkeiten haben sich rasend schnell unter unseren Schülerinnen und Schülern verbreitet. Längst werden Hausaufgaben, Präsentationen, teilweise sogar Facharbeiten mit Hilfe der künstlichen Intelligenz erstellt. Es stellt sich also bereits weniger als drei Monate nach Veröffentlichung des Tools die Frage: Wie sollen wir damit umgehen?
Ist es überhaupt noch sinnvoll, Hausaufgaben aufzugeben? Sollen wir alles, was Schülerinnen und Schüler produzieren nur noch handschriftlich akzeptieren? Sollen wir gar darauf bestehen, dass Schülerinnen und Schüler Texte nur noch unter Aufsicht und ohne digitale Hilfsmittel schreiben?
Meine persönliche Meinung: wir sollten die künstliche Intelligenz im Schulalltag willkommen heißen. KI ist gekommen, um zu bleiben - und um genutzt zu werden.
Wir bekommen Tools wie ChatGPT nicht mehr aus unseren Klassenzimmern (und schon garnicht aus dem Alltag unserer Schülerinnen und Schüler) heraus. Verbieten bringt nichts, und ist meines Erachtens nach auch nicht zielführend. Die Aufregung ist durchaus verständlich. Eine Software, die Texte generiert, ohne dass hierfür groß nachgedacht werden muss? Dabei lernt man doch nichts! Und dann ist das Ganze noch nicht einmal als Plagiat erkennbar — weil es eben kein Plagiat ist…
Diese Argumente sind nachvollziehbar. Eine Überlegung, die mir in der Diskussion um digitale Tools wie ChatGPT im Unterricht aber oft zu kurz kommt ist folgende: Schule dient nicht nur der Vermittlung von reinem Fachwissen, sondern soll Kinder auf ihrem Weg zu mündigen Mitgliedern der Gesellschaft begleiten. Entwicklungen und Veränderungen der Gesellschaft dürfen demnach nicht außen vor bleiben. Wenngleich sich ChatGPT in einer kostenfreien Beta-Phase befindet und möglicherweise irgendwann so monetarisiert wird, dass die Technologie nicht mehr ohne Weiteres kostenfrei nutzbar ist, ist die künstliche Intelligenz gekommen, um zu bleiben. Das gilt nicht nur für die Schule — auch im späteren Alltag unserer Schülerinnen und Schüler werden KI-Tools eine immer wichtigere Rolle spielen. Unsere Aufgabe als Lehrerinnen und Lehrer muss es daher sein, Kinder darauf vorzubereiten und ihnen beizubringen, mit solchen technischen Möglichkeiten gezielt zu arbeiten. Diese Skills werden sie später brauchen.
Ein Beispiel: Im Mathematik-Unterricht war es bis in die 1970er Jahre völlig selbstverständlich, den Umgang mit Rechnenschiebern zu lehren. Heutzutage zweifelt kaum noch jemand an, wie sinnvoll es ist, Schülerinnen und Schüler darin zu schulen, mit teilweise hochtechnologisierten, digitalen Taschenrechnern umzugehen.
Ich erinnere mich daran, wie meine Eltern während meiner eigenen Schulzeit kritisch, aber verständnisvoll zur Kenntnis nahmen, dass es für Familien mit schulpflichtigen Kindern immer wichtiger wird, einen Internetzugang zur Verfügung zu haben. Heutzutage haben die Funktionsweisen und Risiken von sozialen Medien, online-Recherche und Fake-News längst Einzug in die Lehrpläne gefunden, und die Arbeit mit digitalen Online-Tools wird nicht mehr als exotisch, sondern als selbstverständlich angesehen. Schule verändert sich, so wie sich auch die Gesellschaft verändert.
Wir sollten unseren Schülerinnen und Schülern beibringen, wie man KI-Tools nutzt und wie man die generierten Antworten bewertet. Schließlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass es in Zukunft Berufe wie „Prompt-Designerin“ (Prompts sind die Fragen, die man einer KI stellt) geben wird, während andere Berufe möglicherweise durch künstliche Intelligenzen verdrängt werden könnten.
"Welche Vögel sind lebendgebärend?"
"Lebendgebärende Vögel sind eine kleine Minderheit unter den etwa 10.000 Vogelarten und gehören zu den Monotremen, Eierlegenden und Zahnbeinigen. Bekannte lebendgebärende Vogelarten sind z.B. Kiwis, Kakapo, Östlicher Sporenkakadu und Marquesas-Taube."
Diese Informationen klingen zwar korrekt, sind aber schlicht falsch. Anders als von ChatGPT behauptet, gibt es keine lebendgebährenden Vögel. Der "Sporenkakadu" ist nicht nur in diesem Zusammenhang eine falsche Antwort — er existiert überhaupt nicht. Auch gehört kein Vogel zu den Monotremata, und „Eierlegende“ und „Zahnbeinige“ sind keine biologischen Taxa. Und trotzdem: hakt man nach und verlangt Quellen für die Behauptungen, liefert die KI entweder täuschend echt klingende, aber frei erfundene wissenschaftliche Paper oder verweist auf nicht existierende Artikel in bekannten Lexika. Erst, wenn man die Software darauf hinweist, dass lebendgebährende Vögel nicht existieren entschuldigt sie sich und räumt ihren Fehler ein.
Das Modell „weiß“ die Antwort auf eine Frage nicht — sie versucht hingegen, eine statistisch wahrscheinlich richtige Antwort zu generieren. Dass das schiefgehen kann scheint offensichtlich, fraglich ist jedoch, mit welcher Skepsis und Vorsicht Schülerinnen und Schüler die Antworten bewerten. Umso wichtiger wird es, diese Themen gezielt im Unterricht zu behandeln. Jede Information, die ChatGPT liefert sollte gesondert überprüft werden, im Zweifelsfall müssen Quellen für die Behauptungen der Software „per Hand“ gefunden werden.
Hier bietet sich aus meiner Sicht neben einem Risiko für Schule (und Gesellschaft) auch eine Chance: mittels ChatGPT können Schülerinnen und Schüler zu bewusster Quellenarbeit motiviert werden und somit ihre Medienkompetenz stärken. Hierfür muss ihnen aber der Umgang und die Funktionsweise der Software bekannt und vertraut sein: warum nach Quellen suchen, wenn die Software einen fertigen, scheinbar perfekten Text produziert?
Mir fällt kaum ein Beispiel für praxisnahe Medienkompetenzbildung ein, welches näher am Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen wäre. Warum also nicht einmal die Hausaufgaben bewusst von ChatGPT schreiben lassen - aber so, dass sie (belegbar) korrekt und aussagekräftig sind? Wir haben mit dieser Software eine Chance, die wir meines Erachtens nach nicht verstreichen lassen sollten.
Hierfür müssen wir Schülerinnen und Schüler aber möglichst detailliert darüber aufklären, wie das Sprachmodell funktioniert. Einen Anfang können hierbei Blogbeiträge wie dieser bilden, und auch mein neues Unterrichtsmaterial, welches genau darauf abzielt möchte ich am Rande erwähnen. Das Wichtigste aber ist: wir sollten damit arbeiten. Ganz bewusst. Darüber zu reden wird nicht lange ausreichen.
Natürlich soll nicht unerwähnt bleiben, dass es neben inhaltlichen Schwächen von ChatGPT auch zahlreiche rechtliche Fragen gibt, die es in Zukunft zu klären gilt. Ein Beispiel: Wie verhält es sich mit dem Urheberrecht eines Textes, der von ChatGPT auf Basis des Trainings mit urheberrechtlich geschützten Texten produziert wird? Vermutlich wird diese Frage einige Juristen für eine gute Zeit beschäftigt halten - unsere Schülerinnen und Schüler kann sie dennoch nicht davon abhalten, die künstliche Intelligenz zu nutzen. Wir sollten ihnen so gut es geht dabei helfen, es richtig zu tun.
"Schreibe eine kurze Ausleitung aus dem Blogpost und weise darauf hin, dass der gesamte Blogpost lediglich die Meinung des Autors widerspiegelt."
"Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass dieser Blogpost ausschließlich die Meinung des Autors widerspiegelt und nicht als offizielle Stellungnahme von ChatGPT oder OpenAI verstanden werden sollte. Ich hoffe, dass Du nun ein besseres Verständnis für die Funktionsweise von ChatGPT hast und wie dieses beeindruckende System eingesetzt werden kann. Vielen Dank, dass Du bis hierhin gelesen hast!"
Naja, geht schon. Aber wirklich: danke fürs Lesen ?
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