
Sprechblasen mit scharf gezogenen Kanten, perfekte Kreise und Rechtecke... das alles gibt es beim Doodlen nicht. Und das ist Absicht. Ein Doodle [engl. "Kritzelei"] oder eben eine Sketchnote [eng. skizzenhafte Notiz] ist gern krumm und schief. Und hat dabei seinen ganz eigenen Charme.
Ergänzt werden die Skizzen z. B. durch Figuren, Pfeile, Banner oder schöne (Hand-)Schriften - das Handlettering. Mit einfachen Strichen lassen sich Arbeitsblätter, Tafelanschriebe oder Flip Chart-Papiere schnell individuell gestalten. Ganz zu schweigen vom Überraschungseffekt, da wir heutzutage aufgrund der Digitalisierung selten Handgeschriebenes und Gemaltes sehen.
Das Kritzeln ist oft genug ein Nervfaktor: Oft ermahnen wir unsere Schüler, den Stift wegzulegen und aufzupassen. Dabei, das zeigt die Neuropsychologie, sollten wir das überdenken. Unser Gehirn, unser Gedächtnis, liebt Visuelles. Über 80% der Informationen nehmen wir visuell auf.
So erklärt sich, warum unser Gehirn Visualisierungen so liebt: sie lassen sich für das Gehirn leichter verarbeiten, denn es ist auf diese Art von Informationen ausgerichtet und darauf gut trainiert. (Nadine Roßa, "Sketchnotes" 2018)
Und was wir gut verarbeitet können - klar! - das bleibt auch gut im Kopf. Also warum nicht unsere Schüler einmal wichtigen Lernstoff "doodlen" lassen?!
Weitere Einsatzmöglichkeiten von Sketchnotes sind:
HIER ein (ausgefülltes) Beispiel aus meinem Fundus - perfekt für den Start ins Schuljahr!

Aller Anfang ist schwer. Zugegeben, den eigenen Perfektionismus zu überwinden ist das Wichtigste. Dann kommt die Grundsatzfrage: doodlen, sketchnoten und handlettern ...
Ich persönlich liebe das digitale Zeichnen. Meine liebste App ist "Pro Create". Mit dieser App und dem Tablet-Stift lassen sich schnell Skizzen machen, colorieren, aber auch wieder spurlos radieren. Auch Bilder und Fotos als Zeichenvorlage lassen sich erst ein- und dann wieder ausblenden. Das ganze wird schnell als .jpg oder sogar pdf gespeichert - et voilà. Fertig sind individuelle Doodles, die sich dann problemlos in Word & C0 einfügen lassen.
Mittlerweile gibt es tolle Bücher, die alles rund um die schönen Skizzen zeigen. Empfehlenswert (und auch einfach schön) ist z. B. das Buch "Sketchnotes - Visuelle Notizen für Alles" (2018) von Nadine Roßa. Nadine Roßa behandelt alle wichtigen Fragen für den Anfänger, etwa:
Eine weitere wichtige Anlaufstelle ist natürlich Pinterest. Auf den digitalen Pinnwänden finden sich Beispiel-Doodles, Tutorials zum Skizzieren, Vorlagen & Co. Auch die Suche "handlettering alphabet" z. B. bringt schnell tolle Schriftarten für eigene Projekte. Doch auch Instagram und Twitter bieten tolle Inspirationen unter #sketchnotes oder #handlettering.
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