? Feedback im Unterricht - 8 Kriterien für effektive Rückmeldung

“Feedback is the breakfast of champions.” (Ken Blanchard)

Feedback ist wichtig, ja geradezu unabdingbar. Das hat bis dato wohl der Großteil der Lehrerschaft in Deutschland erkannt. Aber nicht jede Art der Rückmeldung erfüllt dabei ihren Zweck. Viel zu oft habe ich am eigenen Leib gespürt, was es heißt ineffektives Feedback zu bekommen und musste selbst lernen, wie ich Schüler*innen dazu animiere sich sinnvolles Feedback zu geben.

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Im Zuge meines eigenen Unterrichts habe ich mich - nicht ganz uneigennützig - auf die Suche gemacht, um herauszufinden, was effektives Feedback ist, wie es sich umsetzen lässt und welche Kriterien erfüllt werden müssen.

?Feedback sollte…
1. …keine Einbahnstraße sein.
Ich mache meinen Schüler*innen immer deutlich: Ihre Rückmeldung ist von Wert und für meine weitere Arbeit unabdingbar. Ich versuche immer offen zu sein dafür, was die Lernenden mir zurückmelden, baue mein Feedback aber stets kriterienorientiert auf - das verhindert, dass man nur Positives zu hören bekommt, weil man “…die letzten Wochen so viele Dokus geschaut hat.” ?

2. …wiederkehrend sein.
Für effektives Feedback solltet ihr nicht nur kurz vor Ende des Schuljahres bei euren Schüler*innen einmal nachfragen welche Themen sie denn besonders gut fanden in den letzten Monaten, oder was sie sich für die kommenden Unterrichtsstunden wünschen . Setzt euch einen Timer, erfragt Feedback in regelmäßigen Abständen und etabliert Rituale in denen die Lernenden euch und ihr ihnen eine Rückmeldung geben könnt. Ich versuche das bspw. alle 3 Monate umzusetzen.

3. …einfach zu verstehen sein.
Eure Schüler*innen sollten, wenn möglich, verstehen was ihr sagt - ist klar ?. Oftmals führt die knappe Zeit im Lehreralltag aber leider dazu, dass man sich kaum bis gar nicht auf ein Feedbackgespräch vorbereiten kann. Ohne konkreten Plan, kommt man selbst in solchen Gesprächen dann vielleicht mal ins Straucheln, kommt nicht zum Punkt, usw… Eine sinnvolle Vorbereitung ist aus meiner Sicht aber key, damit die Kids verstehen, worum es geht und woran sie arbeiten sollen. Probiert doch mal meine Vorlage aus, mit der ihr euch fix auf Feedbackgespräche vorbereiten könnt.

4. …in einer Feedback-Kultur eingebettet sein.
Besprecht mit den Schüler*innen die Kriterien für gutes und effektives Feedback. Macht ihnen deutlich, warum eine Feedbackkultur wichtig ist, was auch ihr von ihnen lernen wollt und wie ihr dieses konkret im Schuljahr plant umzusetzen. Ein schönes Video zu dem Thema gibt es hier: Austin's Butterfly (Youtube)

5. …nicht voreingenommen sein.
Oftmals kennt man seine Schüler*innen und ihre Fähigkeiten besser, als jeder Andere und weiß (vermeintlich) bereits ohne große Vorbereitung was potentiell gut, bzw. weniger gut läuft. Legt vorher Kriterien und Themenschwerpunkte fest, die ihr mit den Schüler*innen besprechen wollt. Versucht einen Schritt zurückzutreten und die Lernenden aus einer neutralen Perspektive zu betrachten, was unabdingbar ist für eine zielführende Rückmeldung. Gebt außerdem den Schüler*innen ebenfalls die Möglichkeit ihre Perspektive darzulegen, hört aufmerksam zu (macht euch auf jeden Fall Notizen) und nehmt die Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen ernst. 

6. …spezifisch sein.
Weniger ist hier auf jeden Fall mehr: Überlegt euch vorab 2-3 spezifische Aspekte, die ihr mit dem/der Schüler*in besprechen wollt. Gebt den Kindern und Jugendlichen nicht mehr als 2 Verbesserungsvorschläge/Themen zur Aufarbeitung/Strategien mit, an denen sie sich orientieren sollen. Greift diese im nächsten Gespräch wieder auf, ergänzt erst dann weitere “Baustellen”, wenn eure Ideen umgesetzt wurden.

7. …sich in unterschiedlichen Formen darstellen.
Seid kreativ! Man kann auf die unterschiedlichsten Arten Feedback geben (und erfahrungsgemäß nehmen die Schüler*innen dieses - je nach Methode - anders auf). Ihr könnt den Lernenden beispielsweise einen Brief schreiben, in dem ihr darlegt, was aktuell gut läuft in der Lerngruppe. Lasst die Schüler*innen im Anschluss eine Antwort verfassen und seid gespannt, welche Perspektiven die Kinder haben. ?

8. …einem Plan zugrunde liegen.
Last but not least: Gebt den Kindern Strategien an die Hand, wie sie das Feedback umsetzen können. Das Ziel ist oftmals nicht das wichtigste, sondern der Weg wie man dorthin kommt. Erarbeitet gemeinsam ein Vorgehen, das es auch jüngeren Schüler*innen ermöglicht am Ball zu bleiben und über sich selbst hinaus zu wachsen.

⏳ Ihr denkt euch jetzt vielleicht: Wie soll ich so regelmäßiges Feedback in allen meinen Lerngruppen denn bitte im stressigen Alltag umsetzen?

  • Planung, Planung, Planung: Baut das Feedback (inklusive Methode) in eure Reihe mit ein.
  • Berücksichtigt dabei freie (Projekt-)Arbeitsphasen, in denen ihr mit den Schüler*innen individuell sprechen könnt, während der Rest fleißig arbeitet.
  • Teilt die Schüler*innen auf mehrere Tage auf und geht “häppchenweise” vor.

Passend zum Thema gibts hier Materialien: Arbeitsblätter für Feedback von deinen Schüler*innen

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