In der öffentlichen Wahrnehmung erscheint der Geschichtsunterricht an Schulen immer wieder altmodisch, langweilig - wenn nicht sogar unnötig - da die Vergangenheit nun ja eben hinter uns liegt. So stellt sich die Frage, welchen Zweck das Fach Geschichte für unsere heutige Gesellschaft überhaupt erfüllt.
Aufgrund dieser Tatsache kommt ein sinnvoller Geschichtsunterricht niemals ohne eine problemorientierte Leitfrage aus: Nur wenn Kinder bzw. Jugendliche ein Problem erkennen, können sie sich mit einem Thema kritisch auseinandersetzen und eigenständig Lösungen für dieses Problem entwickeln. Geschichte ist nicht einfach nur ein Lernfach, bei dem historische Daten auswendig gelernt werden müssen. Geschichte muss als ein Denkfach unterrichtet werden, bei dem die Lernenden ein Gefühl für die Werte und Normen früherer Generationen erlernen sollen.
Nur wenn Geschichte als ein Denkfach begriffen wird, erscheint er zeitlos, modern und attraktiv. Lernende müssen verstehen, warum Menschen mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen anders dachten und handelten. Daraus können auch Lehren für die Gegenwart und Zukunft abgeleitet werden, die mit den klassischen Vorurteilen über den Geschichtsunterricht aufräumen.
Damals wie heute gibt es sogenannte "Schlüsselprobleme", mit denen sich Menschen auseinandersetzen mussten bzw. müssen. Themen wie Krieg, Frieden, politische Mitbestimmung, Wirtschaft, soziale Ungleichheit, aber auch Gesundheit und Umweltschutz sind immer noch präsent und erfordern historische Beispiele, an denen sich die heutigen jüngeren Generationen orientieren könnten.
Schlussfolgernd ist mit der Problemfrage auch eine Orientierung für die eigene persönliche Gegenwart verbunden. Die eigene Gegenwart auf Grundlage der Geschichte verstehen und dadurch die Zukunft gestalten - so ist und bleibt Geschichte ein wichtiges und unverzichtbares Schulfach für die Gesellschaft.
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