Hat dich schon mal ein Demenzkranker beleidigt? Und Du hast Dich geärgert über seine indiskreten Anmerkungen? Mir ist das erst kürzlich passiert. Eigentlich hätte ich am liebsten diskutiert und es ihm heimgezahlt. Ich bin froh, das ich das nicht getan habe. Stattdessen habe ich tief Luft geholt.
Sozialnormen lernen wir im Laufe der Kindheit. Aber genauso schleichend, wie gesellschaftliche Normen und Regeln als Kind verinnerlicht und ausgelotet werden, verlernt ein Demenzkranker seinen guten Umgangston, weil die dafür verantwortlichen Hirnzellen langsam absterben. Deshalb macht es keinen Sinn, wenn man diskutiert und herumstreitet. Atme stattdessen tief durch und versuche etwas positives in der Situation zu entdecken. Sag dem Demenzkranken, dass er gut beobachten kann, dass Du froh bist über seine Offenheit und Ehrlichkeit. Gehe auf die sogenannten "Antriebe" ein. Schon als Kind haben wir uns über Lob gefreut. Einem Demenzkranken geht es ähnlich. Beobachte den Kranken, WIE er etwas sagt oder tut. Und gehe dann auf menschliche Tugenden ein: "Sie sind fleißig, tüchtig, ordentlich, tapfer, leidenschaftlich, energisch.", usw.
Du wirst sehen, diese Worte wirken Wunder. Der Demenzkranke fühlt sich wahrgenommen und wertgeschätzt und wird es dir danken.
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