Lesen als tägliches Ritual

Schule das Lesen, denn es öffnet dir neue Welten. Ob Sachbuch, Zeitschrift oder Belletristik  - das geschriebene Werk schult die Sprache, bereichert das Wissen, weckt die Fantasie, lässt gerade bei Kindern ihren Schreibstil immer wieder neu entdecken. Dabei sollte das tägliche Lesen nicht nur leise und allein erfolgen, sondern regelmäßig laut, mindestens fünfzehn Minuten lang. Dieses Ritual fördert die Aussprache, lehrt fließendes, betonendes Lesen und das Kind nimmt den Inhalt besser wahr, als wenn es nur leise darin schmökert. Dies sagte sich wohl auch einst der Friseur Courtney Holmes aus Iowa. Während er den Jungen und Mädchen die Haare frisiert, lesen sie ihm aus einem Buch vor. So sind sie abgelenkt vom eigentlichen Geschehen, vergessen die eigentliche Ungeduld. Eine etwas andere Leseförderung, aber definitiv förderlich.

Das Lesetagebuch



Für meine Schüler entwarf ich einst ein Tagebuch, in dem sie ihr Leseverhalten festhalten und dazu animiert werden, eigene Notizen für sich zu machen. Vorweg befinden sich in dem kostenlosen Lernmaterial zwei Leseverständnis-Texte sowie ein Buchvorstellungsfragebogen.

Lautes Lesen als Ritual, daheim oder in der Schule

Jeden Tag sollte eine feste Zeit zum gemeinsamen, fünfzehnminütigen Lesen eingeplant werden. Dabei darf es sich ausschließlich nur um Lektüren mit der neuen deutschen Rechtschreibung handeln, was leider immer noch nicht als selbstverständlich angesehen wird. Für Leseanfänger empfehle ich immer gemeinsames Lesen. Dabei lesen der Pate und der Anfänger jeweils satzweise im Wechsel. In der Schule kann ebenfalls gemeinsam im Verband gelesen und satzweise abgewechselt werden. Auf diese Weise verhindern wir von vornherein die aufkommende Unlust. Gesteigert wird es absatzweise und später nach jeder Seite, bis sie ganz allein die Menge bewältigen können. Sehr schön zum Schulen der Betonung ist, wenn eine Person die Figuren vornimmt und die andere den Erzähltext. In der Klasse lässt es sich besonders gut umsetzen. Die Kinder suchen sich eine Person aus und einer liest den Erzähltext.

Tipps, denen ich den Eltern immer weiterreiche

Nur das Lesen allein genügt einfach nicht. Nach dem Lesen eines Kapitels nehme ich gern Figuren heraus und rede mit dem Mädchen oder Jungen über das Handeln desjenigen. Hierzu suche ich einfache Beispiele aus dem Alltag heraus und vergleiche gern. Im Nu verstehen die Kleinen und ich kann in strahlende Augenpaare schauen.

(einige Textpassagen stammen aus dem hier vorgestellten Lernmaterial »Das Lesetagebuch«)


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