So ungefähr zu jeden Ferien ändere ich in meiner 7. Klasse die Sitzordnung. Damit mache ich mich regelmäßig bei Teilen der Klasse unbeliebt, weil... ja, weil ich Freundesgruppen auseinandersetze und durchaus auch einmal Streithähne zusammengruppiere. Das geht! Und es macht sogar Sinn.
Ziel von fast allen Massnahmen im Klassenzimmer ist es, ein produktives Lernen zu ermöglichen. Leider habe ich weder den Platz noch die Ressourcen, verschiedene Arten von Sitzgruppen (Stehtische, Bodenkissen, ... ) in meinem Klassenzimmer unterzubringen, trotzdem kann ich natürlich etwas beeinflussen: den Lärmpegel zum Beispiel. Aber auch eine so einfache Methode wie Think-Pair-Share wird maßgeblich davon beeinflusst, welche Sitznachbarn hier gemeinsam denken.
Außerdem müssen natürlich die technischen Rahmenbedingungen stimmen. Alle müssen die Lehrkraft sowie die Tafel und/oder die Leinwand im Blick haben können. Alle müssen ihren Platz erreichen können, ohne erst durch das gesamte Klassenzimmer Slalom laufen zu müssen, genauso wie die Fluchtwege natürlich frei sein müssen. An meiner Schule haben alle SuS ihren eigenen Schrank, der natürlich auch nahe oder neben dem jeweiligen Tisch stehen muss. Auch ein Platz für die Schultasche muss sein.
In meiner Klasse habe ich eingeführt, dass im Klassenrat über die Position der Tische bestimmt wird, aber ich festlege, wer an welchem Tisch sitzt. Auf diese Weise ermögliche ich den SuS Teilhabe und Mitgestaltung - immerhin verbringen sie mehr Zeit im Klassenzimmer als ich! Auf der anderen Seite habe ich die Möglichkeit, aus pädagogischen Gründen einzugreifen und die Gruppendynamik zu gestalten.
Jedes Mal, wenn ich die Sitzordnung plane, raufe ich mir erst einmal die Haare. Es ist nicht leicht. In Klasse 7 ist die Pubertät in vollem Gange, alles ist schwierig und das Zusammenleben schon auf Abstand nicht unbedingt leicht. Und jetzt auch noch die Freundesgruppen aufteilen?
Ich stelle mir immer diese Fragen:
Natürlich wäre es leichter, wenn ich der Klasse erlauben würde, sich einfach nach Grüppchen zu sortieren. Das hat aber verschiedene Probleme:
www.sitzplangenerator.de ist eine praktische Internetseite, auf der man die Namen der Schüler so lange hin und her schieben kann, bis man zufrieden ist. Wer Bedenken mit dem Datenschutz hat, kann entweder Nummern verwenden oder sich das Ganze als powerpoint selber basteln.
Und: wer plant, den Sitzplan an die Wand zu werfen, sollte bedenken, dass SuS das Klassenzimmer aus der umgedrehten Perspektive wahrnehmen!
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