Autoevaluation mit Kompetenzbäumen

Meine Schüler und Schülerinnen führen ein Portfolio, welches ihr Lernen aus ihrer eigenen Sicht verdeutlicht. Wichtiger Teil davon sind die Kompetenzbäume, welche sie jedes Trimester für jedes Fach ausgeteilt bekommen. Die Äste eines Baumes in einem Fach stellen die verschiedenen Kompetenbereiche dar. Dafür sind sie beschriftet (oder bei jüngeren Schülern und Schülerinnen mit kleinen Bildern erklärt).

Nun hat jeder Schüler und jede Schülerin ein Blatt mit runden Aufklebern (kann man kaufen, oder aus Papier ausschneiden und aufkleben). Wir nutzen die Sticker in den Farben grün, gelb und rot, welche die Blätter der Kompetenzbäume werden. Grün bedeutet dabei: kann ich schon gut, ist mir leicht gefallen. Gelb bedeutet: das ist mir nicht leicht gefallen, das muss ich noch üben und rot bedeutet: das war ganz schön schwer, hier muss ich noch viel üben.

Regelmäßig, werden die Portfolios mit den Kompetenzbereichen hervorgeholt und die Schüler und Schülerinnen kleben Sticker auf, wie sie in den Kompetenzbereichen geschrieben haben. Dies entweder alle gemeinsam fünf bis zehn Minuten vor Schulschluss, oder auch individuell, wenn ein Kind das von sich aus machen möchte oder ich ein spezifisches Kind dazu auffordere. Dafür beziehen die Schüler und Schülerinnen sich immer auf eine konkrete Aufgabe (zB einen Aufsatz den sie geschrieben haben). Die Bilder und Namen der Kompetenzen sind ihnen mittlerweile relativ vertraut, werden aber häufig gemeinsam in der Klasse oder in Zusammenarbeit mit mir nocheinmal präzisiert.

Ziel dieser Kompetenzbäume ist, dass die Schüler und Schülerinnen lernen, sich selbst und ihre eigenen Leistungen zu reflektieren und einzuschätzen, um sich so eigene Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Den Blick von stolzen Kindern, die zuvor 3 rote Baumblätter aufgeklebt hatten und jetzt ein gelbes dazutun, ist unbezahlbar. Meistens teilen sie mir das dann sofort stolz mit und sie sehen selbst, dass es sich lohnt, wenn man fleißig weiterübt. Im Gegensatz dazu kommen regelmäßig auch Kinder zu mir, die zuvor grüne Blätter hatten und jetzt gelb aufgeklebt Haben und fragen nach noch einer Aufgabe um das Thema noch besser zu üben und ein grünes Blatt aufkleben zu können. Der Übungswille geht hier auch von den Kindern selbst aus, anstatt dass ich sie als Lehrerin dazu auffordere (was ich aber natürlich auch gelegentlich tue,

Toll an dieser Methode ist ebenfalls, dass die Schülersicht differenziert ist und die Schüler die Aufgaben bewerten, die sie auch gemacht haben. So kann jeder auf seiner Stufe arbeiten und sich entwickeln und Fortschritte machen und diese für sich dokumentieren.

Sogar ich als Lehrperson kann auf die Portfolios zurückgreifen, wenn die Evaluation ansteht. Sie stellen eine gute Ergänzung dar, um Fortschritte, Schwächen und Stärken aus der Schüler(innen)sicht zu illustrieren. Und dies ohne komplexe Worte und Beschreibungen, sondern mit Farben und Bildern.

Unten habe ich euch ein Bild angehängt und in meinen Materialien findet ihr die kostenlose Vorlage um das Konzept mit euren Schülern und Schülerinnen auszuprobieren.

Liebe Grüßem

Kreativ-Zwerg



Tags: Lernstandserhebung, Analysen, Autoevaluation, Kompetenzen

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