3 Hürden am Weg zum guten Aufsatz

1.     ARBEITSSPEICHER ÜBERLASTET

Beim Geschichtenschreiben laufen viele Prozesse parallel: Das Kind erfindet eine Handlung, möchte ausdrucksstark und lebendig schreiben und soll auch noch an die Rechtschreibung denken. Da verliert es schon mal den Überblick. Ich vergleiche diesen Zustand gerne mit einem Computer, der zu viele Programme gleichzeitig laufen hat – er wird langsam oder stürzt ab. 
Dir muss bewusst sein: Dein Kind kann sich nicht auf alle Bereiche gleichzeitig konzentrieren. Deshalb eins nach dem anderen!
Daher mache ich es in der Schule so: Zuerst bespreche ich mit den Kindern die Handlung. Ich mache darauf aufmerksam, welche Erzählschritte wichtig sind, um der Erzählung folgen zu können. Danach schreibt das Kind die Geschichte und achtet vor allem auf den Ausdruck. Im letzten Schritt wird der Aufsatz vom Kind überarbeitet und die Rechtschreibung kontrolliert. Schritt für Schritt arbeiten wir uns vor. 

2. ZU VIELE IDEEN!

Könnt ihr euch an den Tom und Jerry-Zeichentrickfilm erinnern, wo Jerry Tom in zwei Minuten ungefähr fünf Fallen stellt? Kinder verwechseln eine spannende Geschichte gerne mit einer, in der sehr viel passiert. Oder sie möchten innerhalb einer Unterrichtsstunde eine Erzählung im Umfang eines Buches wiedergeben. 
Erkläre deinem Kind, dass es in der Geschichte nur eine Hauptfigur geben kann. In der Geschichte begegnet ihr ein Problem, das sie zu lösen hat. That‘s it! In der Einleitung werden die Fragen Wer?, Wo? und Wann? erläutert, das Problem wird im Hauptteil beschrieben und die Lösung im Schlussteil. Die große Kunst der gelungenen Geschichte liegt im Aufbau. Die Spannung wird im Hauptteil durch das Ausschmücken des Problems aufgebaut und ist der Höhepunkt der Geschichte. 

3.      INTERESSANTE SÄTZE FORMULIEREN

Für manche Kinder ist das Formulieren der Sätze schwierig, also das Erdachte in ansprechende Sätze niederzuschreiben. Manche Kinder brauchen dazu ein ganz klares Rezept, wie sie am Ausdruck arbeiten können. Ich empfehle dazu folgende Zutaten:

·       5 gute Satzanfänge

·       3 wörtliche Reden oder Gedanken

·       viele Wiewörter

·       Finger weg von danngingen und sagte

So wird aus: „Sie gingen in den Wald“ „Nun marschierten sie in den dunklen Wald“. Es kann hilfreich sein, Wortlisten dazu mit deinem Kind auswendig zu lernen. 

 

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