Hallo und herzlich Willkommen auf meiner Autorenseite bei Eduki.
Mit diesem Blogbeitrag möchte ich dir Erklären, was mich zu meiner Materialerstellung bewegt und wie du Coromath in deinem Unterricht einbinden kannst. Hierbei gehen wir verschiedene Szenarien durch.
Das allgemeine Prinzip
Das Prinzip der Unterrichtsmaterialien von Coromath lässt sich recht simpel zusammenfassen: Die Schülerinnen und Schüler erwerben ihr neues Wissen mit Hilfe der Arbeits- /Merkblätter. Jedes Blatt ist mit einem QR-Code versehen, welches zu einem Video auf meinem YouTube-Kanal führt. Das Arbeitsblatt und das Lernvideo sind genau aufeinander abgestimmt: Auf dem Arbeitsblatt befinden sich Lückentexte. Deren Inhalte finden sich im Video wieder. Des Weiteren müssen auf dem Arbeitsblatt Übungsbeispiele berechnet werden. Im Lernvideos taucht immer ein analoges Beispiel auf. Dies hilft den Schülerinnen und Schülern sich das Wissen selber anzueignen und ebnet Ihnen jedoch einen Weg dies möglichst fehlerfrei zu tun.
Wozu benötigt es diese Umsetzung?
In meinem Mathematikstudium haben mir Lernvideos immer sehr bei der Erarbeitung neuer Inhalte geholfen. Eine analoge Aufgabe im Lernvideos hat dafür gesorgt, dass ich mir die Inhalte in meinem eigenen Lerntempo aneignen und dies beliebig oft wiederholen konnte. Bei einer ähnlichen Aufgabe war ich gezwungen die Aufgabe selbst zu lösen, obwohl mir eine Struktur vorgegeben wurde. Dies sorgte für eine nachhaltige Entwicklung des Verständnisses solcher Inhalte.
Mit dieser Unterrichtsform trainieren wir die Schülerinnen und Schüler darauf sich Inhalte selbst anzueignen und geben Ihnen dennoch einen geführten Rahmen. Somit werden gerade Abiturienten auf das eigenständige Erarbeiten vorbereitet, welches nach ihrer Schullaufbahn von ihnen verlangt wird.
Einsatzszenarien
Die Basis des Einsatzes ist der sogenannte „Flipped Classroom“ (siehe unten). Die Erstellung dieser Materialien ist sehr aufwendig. Aktuell dauert die Erstellung eines Inhaltes ca. 15 Stunden. Zu den Tätigkeiten gehören: Aufbereitung des Themas, Umsetzung in einem Lernvideo, Videoschnitt, Erstellen eines dazugehörigen Arbeitsblatts, Bereitstellung auf YouTube,…. Das schöne an Coromath ist, dass Ihnen dieser Aufwand abgenommen wurde. Ein weiterer Vorteil der Materialien liegt darin, dass diese Ihnen einen Wechsel zwischen Präsenz-, Wechsel-, und Distanzunterricht relativ flexibel ermöglichen.
Coromath im Präsenzunterricht
1) Das klassische „Flipped Classroom“ - Prinzip
Üblicherweise werden neue Inhalte im Mathematikunterricht erarbeitet und anschließend zu Hause durch das Bearbeiten von Aufgaben geübt. Die Übungsphase ist wichtig um Wissenslücken zu schließen und Routine in der Bearbeitung von Aufgaben zu erhalten. Leider ist diese Übungsphase oft nicht begleitet und sich einschleichende Fehler werden nicht korrigiert. Im „Flipped Classroom“ - Prinzip wird dieser Prozess umgekehrt. Mit Hilfe des Arbeitsblatts und des Lernvideos findet die Ersteinführung zu Hause statt. Im darauffolgenden Unterricht wird das Verständnis zum Thema abgeglichen und eventuelle Ungenauigkeiten korrigiert. Die gewonnene Unterrichtszeit kann zum begleitenden Üben genutzt werden.

2) Der Medieneinsatz
Der Einsatz des Flipped Classrooms lässt sich nur bei einer gewissen Grundmotivation der Schülerinnen und Schüler durchführen. Ist dies nicht gegeben, so können die Materialien auch im Unterricht genutzt werden. Ist die Schule mit Tablets und WLAN ausgestattet, so können sich die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Kopfhörer mitbringen. Mit dem Schultablet kann der QR-Code gescannt, das Video geschaut und parallel das Arbeitsblatt bearbeitet werden. Anschließend werden die Inhalte mit der Klasse/ dem Kurs diskutiert und abgeglichen. Der größte Vorteil in diesem Einsatzszenario liegt in der Differenzierung der Aneignungsgeschwindigkeit des neuen Inhalts. Lernschwache Schüler können sich die anspruchsvollen Passagen des Inhalts erneut ansehen und gezielt Fragen stellen, während lernstarke Schüler nicht ausgebremst werden. Sollte ein Schülerin oder ein Schüler zeitiger mit dem Arbeitsblatt fertig sein, kann mit den Übungsaufgaben begonnen werden. Dieses Einsatzszenario führe ich selber regelmäßig durch. Für mich als Lehrkraft ist dies sehr angenehm. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten konzentriert und können sich nicht ablenken lassen. Außerdem habe ich die Möglichkeit jeden Schüler einzeln zu betrachten. Meine Schüler pausieren das Video bei Verständnisproblemen und können noch einmal gezielt Fragen stellen.
Sollte es keine Schultablets geben, wäre das gemeinsame Ansehen des Videos über den Beamer möglich. Die Vorteile der Differenzierung verpuffen hier jedoch.
Coromath im Wechselunterricht
Vor wenigen Jahren wäre der Wechselunterricht noch undenkbar gewesen. In der Corona-Pandemie ist er zu einer großen Herausforderung geworden, da von Lehrkräften oft die doppelte Arbeit verlangt wurde. Bis ca. 15 Uhr sollte man in der Schule eine halbe Gruppe unterrichten und abends Materialien für die Daheimgebliebenen zur Verfügung stellen. Dies war eine Aufgabe der man nicht gerecht werden konnte. Die Materialien von Coromath lassen sich hier als Hybrid recht effektiv einsetzen.
1) „Flipped Classroom“ - Prinzip
Ein Ähnliches Prinzip wie im Präsenzunterricht: Die daheimgebliebene Gruppe kann sich mit Hilfe der Arbeitsblätter die neuen Inhalte aneignen, während die Anwesenden nach einem Abgleich der Inhalte Übungsaufgaben begleitend bearbeiten. Ein großer Nachteil besteht im Aufrechterhalten der Übersicht, da man plötzlich „doppelt so viele Klassen“ wie vorher unterrichtet.

2) Paralleles Arbeiten
Ein Szenario welches mir als Lehrkraft wesentlich mehr Übersicht liefert, ist das parallele Arbeiten der Anwesenden und Daheimgebliebenen. Die Anwesenden erhalten die Schultablets und die Abwesenden nutzen ihre Technik zu Hause. Während die Schülerinnen und Schüler die Arbeitsblätter mit Hilfe des Lernvideos bearbeiten, kann die Lehrkraft eine Videokonferenz zum Laufen bringen. Anschließend kann die gesamte Klasse nach der Bearbeitung des Arbeitsblatts die Inhalte reflektieren und Übungsaufgaben bearbeiten.
Die Umsetzung funktioniert auch ohne Videokonferenz. Hier muss nur darauf geachtet werden, dass die anwesende Gruppe vor Beginn der Übungsphase die Inhalte der Coromathblätter mit der Lehrkraft reflektiert.
Coromath im Distanzunterricht
Wenn die Schulen wieder einmal geschlossen sein sollten, bleibt uns nur die Option des Distanzunterrichts. Hierbei ist es wichtig den Schülerinnen und Schüler Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass Ihnen ein eigenständiges Erarbeiten neuer Inhalte möglich ist. Dies ist für jüngere Jahrgangsstufen eine Aufgabe, der nahezu niemand gerecht werden kann. Der Vorteil der Coromathblätter liegt darin, dass man unabhängig von den Launen der Schulplattformen ist. Wenn die Schülerinnen und Schüler die Materialien haben, können sie jederzeit selbstständig die Blätter bearbeiten. Ein wichtiger Bestandteil ist jedoch immer die Reflexion der Inhalte mit der Lehrkraft. Dies sollte über eine Videokonferenz stattfinden. Folgender Ablauf bietet sich an:
1) Bereitstellung der Coromath-Materialien (1-2 Tage im Voraus)
2) Videokonferenz als Reflexion der Inhalte
3) Übungsbeispiele in der Videokonferenz
4) selbstständige Vertiefung der Inhalte durch weitere Übungsaufgaben

Das war unser kurzer Exkurs zu den Einsatzszenarien der Coromathblätter in den verschiedenen Unterrichtsformen. Solltest du weitere Umsetzungsideen haben, lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.
Ich freue mich auch immer über Tipps zur Verbesserung meiner Materialien.
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