Mündliche Übungen im Fremdsprachenunterricht - von Tandembögen, Fragas und Stop & Swap Cards

Ich sage es am besten direkt: ich bin ein großer Fan! 

Im Referendariat hat gerade meine Französischfachleiterin es immer wieder betont, das Primat der Mündlichkeit! Es ist wichtig, dass die Kinder sprechen. Doch ich möchte hier gar nicht darauf eingehen, warum es wichtig ist, wenn die Kinder im Unterricht sprechen, sondern welche Vorteile mündliche Übungen haben. 

Im Studium haben wir die DESI-Studie thematisiert, es mag sein (hoffentlich), dass die Ergebnisse mittlerweile total veraltet sind. Aber eines ihrer Ergebnisse spukt mir immer noch im Kopf herum, Schüler reden im Durchschnitt 30 Sekunden in einer 45min Unterrichtsstunde. Das ist viel zu wenig. Und dabei ist es so einfach, diese Zeit zu erhöhen. Ich liebe es in Übungsphasen mündliche Übungen einzubauen, Übungen die alle SuS gleichzeitig aktivieren. So setze ich direkt nach der Einführung eines neuen Grammatikthemas liebend gerne Tandembögen ein. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um freies Sprechen, aber immerhin nutzen die Schüler die fremde Sprache mündlich. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass jeder im Geschützen Raum üben kann und eine direkte Rückmeldung erhält. Besonders praktisch ist es, wenn ein schwacher Schüler einen starken Partner hat, der ihm auch noch erklären kann, warum die gegebene Antwort falsch ist und wie man auf die richtige Lösung kommt. Außerdem macht es den Kindern Spaß. Zumindest habe ich es bisher in jeder einzelnen Lerngruppe verwendet und hatte erst eine einzige, die sich darüber beschwert hat. Die Gruppe kannte Tandembögen allerdings auch schon vorher und war der Meinung, dass sie dabei schreiben müssten. Ich lasse Tandembögen aber grundsätzlich nur mündlich verwenden. 

Eine weiter tolle Art um mündlich zu üben sind FRAGAS (Frage-Antwort-Karten). Der Name sagt eigentlich auch schon alles. Oben steht eine Frage, unten steht die Antwort. In Partnerarbeit wird die Frage vorgelesen, der andere muss die Antwort geben. Ist sie richtig, 

bekommt er die Karte, ist sie falsch, wird die richtige Antwort vorgelesen und die Karte wieder unter den Stapel geschoben. Wer am Ende die meisten Karten hat, hat gewonnen. Dies eignet sich sowohl um Grammatik zu trainieren, als auch Leseverstehen abzuprüfen, oder auch Landeskundliches Wissen zu trainieren. Dadurch, dass die Karten ausgeschnitten werden müssen, ist die Vorbereitung natürlich aufwendiger als bei Tandembögen. 

Wenn es um die Einübung des Wortschatzes und das Üben des freien Sprechens geht, eigenen sich Stop&Swap Cards ganz fabelhaft. Jeder Schüler bekommt eine Karte, alle SuS laufen im Raum herum, suchen sich einen Partner, stellen ihm ihre Frage, oder sagen ihm ihren Satz (wenn z.B. Satzanfänge vorgegeben sind), dann hören sie sich an, was der Partner zu sagen hat, tauschen die Karten aus und führen mit der neuen Karte das nächste Gespräch mit dem nächsten Mitschüler. 

Swap Cards mit offenen Fragen eignen sich gut, um freies spontanes Sprechen zu üben, man kann sie aber auch

 nutzen um bestimmte Grammatikthemen zu trainieren, etwa indem man geschlossene Fragen im Simple Present oder Simple Past stellt, um Kurzantworten zu trainieren, oder indem man Satzanfänge von if-clauses nutzt. 

Auch hierbei ist wieder ganz wichtig: Alle Kinder sprechen gleichzeit und in der Regel haben sie alle Freude daran. 


Nun möchte ich gerne von euch wissen: Welche Möglichkeiten nutzt ihr noch um mündlich in der Fremdsprache zu üben?  


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