Jeder weiß, dass sie zu einem vollständigen Schriftwesen dazu gehört.
Jedes Schuljahr nimmt man sich aufs Neue vor diszipliniert an den Aufzeichnungen zu arbeiten, erstellt tolle Listen, Vorlagen, Karteikartensysteme - und im immer weiter fortschreitenden Schuljahr merkt man, dass man schon einige Zeit keine Eintragungen mehr gemacht hat. Das Pult war voll, die Lehrerkonferenz stand an, der Ausflug musste organisiert werden, die entsprechende Liste war gerade nicht zur Hand.....
Außerdem kennt man ja seine Papenheimer -oder doch nicht?
Das Problem liegt im Detail. Wann genau hat es angefangen, dass Leila, das meist so fröhliche Mädchen, sich immer weniger gemeldet hat und still wurde? Mit wem war doch gleich die letzte Pausenauseinandersetzung von Simon? Jetzt bloß nichts durcheinander bringen beim Elterngespräch!
Gerade die "unproblematischen" Kinder fallen oft durchs Raster und man merkt kleine aber wichtige Veränderungen vielleicht etwas zu spät. Auch beim Gespräch mit den Eltern sind konkrete Aussagen wichtig. Vielleicht lässt sich ja ein Auslöser des veränderten Verhaltens identifizieren?
Ebenso sollte die fachliche Beobachtung nicht erst durch die Korrektur einer Leistungserhebung stattfinden - da ist das "Kind ja schon in den Brunnen gefallen"....
Ein Arbeitsblatt mit vorgegebenem Zeitrahmen im Unterricht bearbeitet kann hier vorweg schon eine gute Möglichkeit sein, Förderschwerpunkte festzulegen. Konkrete Tipps und Übungsschwerpunkte für einzelne Kinder dienen der Individualisierung und werden von vielen Eltern auch sehr dankbar angenommen.
Bei einer wöchentlichen Beobachtung (Sozialverhalten, Arbeitsverhalten, fachlicher Schwerpunkt z.B. Addition im Raum 20 mit Zehnerübergang) der gesamten Klasse wird sicher gestellt, auch einmal gezielt auf die Kinder zu schauen, die einem nicht ständig vor Augen sind. Die Schülerbeobachtungen "problematischer" Kinder sind in der Regel sowieso äußerst umfangreich.
Ja - das Schuljahr beginnt wieder, die Vorsätze sind gut, die Motivation ist hoch und hoffentlich schafft man es zumindest einigermaßen regelmäßig an die Schülerbeobachtung zu denken.
Mir persönlich hat die "Digitalisierung" meiner Lehrerschultasche sehr geholfen. Seit ich mit dem iPad arbeite und dort alle wichtigen Dateien immer griffbereit habe, fällt es mir leichter "am Ball" zu bleiben. Das iPad liegt auf dem Pult. Ich kann von Wochenplanung zu Schülerbeobachtung und Notizen mit einem Klick und das iPad bleibt immer gleich schwer - egal was an Dokumenten ich dazu speichere oder scanne. Kein Zettelchaos mehr. Ich komme damit sehr gut zurecht, vielleicht könnte es dem Einen oder der Anderen auch neue Impulse geben - traut euch auch andere Möglichkeiten auszuprobieren.
But "never change a running system"!! Vielleicht hast du dein optimales System zur Organisation deiner Schülerbeobachtungen und/oder deines Lehreralltags schon gefunden? Dann bleib dabei und vielleicht kannst du uns ja den einen oder anderen Tipp geben?
In diesem Sinne...
ein schönes und gesundes neues Schuljahr,
wünscht euch Kerstin Hölzl
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