
Nach drei Jahren im Schuldienst liefen einige Dinge in meinem beruflichen Alltag schon organisierter ab, als am Anfang. Ich wusste genau, wo ich gutes Unterrichtsmaterial finde, vernünftige ClipArts bekomme und welche Stunden nicht nochmal neu geplant werden müssen. Und trotzdem kam ich manchmal mit dem Gefühl nach Hause, noch so unfassbar viel zu tun zu haben und keine Zeit für die anderen wichtigen Dinge zu haben. Manche Tagen waren tatsächlich so voll, dass ich nicht wusste, wo ich anfangen soll. Planlos habe ich mich an die Arbeit gemacht und teilweise viel zu viel Zeit mit Dingen verbracht, die eher Kür als Pflicht waren.
Irgendwann habe ich dann angefangen meine Unterrichtsvorbereitungen (und das ganze Drumherum) anders anzugehen.
Schritt 1: Erstmal alles aufschreiben, was ansteht. Je nachdem, was für dich Sinn macht, notierst du deine To Do's für den Tag oder für die Woche.
Überhaupt erstmal alles aufzuschreiben, ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung. So bekommst du einen guten Überblick über alle Aufgaben und vergisst nichts.
Schritt 2: Sortiere deine Aufgaben in Basic und Premium. Basic ist alles, was du wirklich machen musst. Unter die Kategorie Premium fällt alles, was nicht unbedingt erforderlich ist.
Der Test für die fünfte Klasse muss natürlich unbedingt korrigiert werden - logisch. Diese Aufgabe gehört also in die Kategorie "Basic". Aber das Arbeitsblatt für die vierte Klasse muss nicht dringend umgestaltet werden. Das vom letzten Jahr kannst du eigentlich auch nochmal verwenden. Wenn du noch Zeit und Lust hast, kannst du da nochmal ran. Diese Aufgabe gehört also in die Kategorie "Premium".
Schritt 3: Immer noch "so viel zu tun"? Weniger wird es nicht, aber manchmal täuscht uns unser Zeitgefühl. Schreibe dir hinter jede Aufgabe, wie viel Zeit du dafür brauchst. Wenn du magst, kannst du die Zeit stoppen und hinterher prüfen, wie viel Zeit du wirklich gebraucht hast. Mit der Zeit kannst du dann realistischer einschätzen, wie viel Zeit du brauchst und (das ist das Beste): Zusammengerechnet siehst du dann wie viel Zeit du insgesamt mit deinen Unterrichtsvorbereitungen und Co. verbringst. Ob zu viel Zeit oder erstaunlich wenig - du hast es in der Hand, daraus etwas zu machen.
Die Zeit zu notieren hat auch den Vorteil, dass man sich nicht unnötig "verrennt". Besonders Aufgaben im Premium Bereich sind kleine Zeitfresser. In solchen Situationen kann es hilfreich sein, dir ein zeitliches Limit zu setzen und irgendwann einen Punkt zu machen. Die eingesparte Zeit kannst du nutzen, um einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen oder deinen Akku wieder aufzuladen.
Schritt 4: Das Stichwort "Akku" führt uns direkt zum letzten Schritt. Unabhängig vom Zeitfaktor beeinflussen deine täglichen Unterrichtsvorbereitungen natürlich auch deinen Energiehaushalt. Manche Aufgaben kosten mehr Energie als andere und es gibt manchmal auch Aufgaben, die deinen Akku wieder aufladen, weil sie dir so viel Freude bereiten. Notiere dir z.B. mit Farben, wie viel Energie du für die einzelnen Aufgaben verbrauchst. So kannst du auch für mehr Abwechslung zwischen "leichten" und "schweren" Aufgaben sorgen und deinem Workflow ein wenig mehr Schwung verleihen.
Vielleicht fehlt dir zu Beginn ein wenig Schwung? Dann fang doch erstmal mit den Aufgaben an, die nicht so viel Energie verbrauchen oder sogar für einen aufgeladenen Akku sorgen.
Und nun: An die Arbeit:-) Hast du alle Aufgaben aus dem Basic Part erledigt, hast du zwei Möglichkeiten:
- Kleiner Zeitvergleich: Wie viel Zeit hast du veranschlagt und wie viel Zeit hast du wirklich gebraucht?
- Ist dein Akku noch voll oder schon ordentlich leer? Wenn du noch Energie hast, kannst du dir den Premium Bereich auf deiner To Do Liste ansehen. Falls nicht wir des Zeit, deinen Akku wieder aufzuladen. Tu dir etwas Gutes :-)
Die kostenlose Vorlage für die To do Liste findest du hier: https://lmpid.de/179351
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