Erfahrungswerte für den digitalen Religionsunterricht

Meine Erfahrungen aus dem digitalen Religionsunterricht der letzten Monate sind ein Schatz, den ich mit euch teilen möchte. (Einen Post dazu habe ich vor einigen Tagen bereits auf Instagram veröffentlicht.) Vier wichtige Erfahrungen habe ich zu einem Paket geschnürt und um eine fünfte Erfahrung ergänzt - vielleicht hast du als Religionslehrer*in ähnliche Erfahrungen gemacht.

1) Kommunikation: An erster Stelle steht für mich irgendwie den Kontakt mit und zu meinen Schüler*innen aufrecht zu erhalten. Schüler*innen der Klassen 1-6 sind, was digitale Kommunikation angeht, fast ausschließlich auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Eine direkte Kommunikation ist kaum möglich, denn es muss eigentlich immer ein Umweg über die Eltern, wenn nicht sogar zuvor noch über die Klassenleitung gegangen werden. Umso wichtiger ist es überhaupt Kommunikationsbereitschaft zu zeigen und seine Kommunikationskanäle für Schüler*innen und Eltern zu öffnen, denn: Gute Kommunikation ist die Basis für digitalen Unterricht. Je kürzer und einfacher der Kommunikationsweg, um so besser.

2)Formate: Versetze dich in die Lage deiner Schüler*innen und überlege dir, welche digitalen Formate von ihnen bereits genutzt werden und somit vertraut sind. Entscheide dich for digitalen Formate, die deine Schüler*innen aus ihrer Lebenswelt kennen und dosiere neue Tools bewusst und gezielt. Neue Tools, die du in deinem digitalen Unterricht verwendest, sollten leicht verständlich sein oder mit Hilfe von Lernvideos erklärt werden.

3) Kreativität: Für mich war die Ergebnissicherung im digitalen Religionsunterricht eine große Herausforderung. Das klassische Arbeitsblatt sollte den Schüler*innen keine Schwierigkeiten bereiten; passt aber eigentlich nicht so richtig zum digitalen Unterricht. Abhängig davon war auch die Ausstattung der Elternhäuser; ich wusste nicht, ob alle über einen Drucker und genügend Geräte verfügen. Deswegen empfehle ich dir, deinen Schüler*innen kreativen Freiraum zu lassen um ihre Ergebnisse, Erkenntnisse und Fragen auf ihre Art zu präsentieren. Und für alle die, die lieber bei gewohnten Angeboten bleiben möchten, gibt es eben ein Arbeitsblatt. 

4) Beziehung: Religionsunterricht lebt von deiner Persönlichkeit - lass deine persönliche Note, deinen Humor und deine Leidenschaft in deine digitalen Projekte einfließen. In Lernvideos habe ich z.B. kleine Sequenzen eingebaut, in denen ich mein Bücherregal durchforste oder verzweifelt in der Küche sitze und nach einer passenden Idee suche. Selten haben Schüler*innen die Möglichkeit ein wenig hinter die Kulissen ihrer Lehrkraft zu sehen - jetzt passt es perfekt.

5)Vernetzung: Sei kein Einzelkämpfer und bilde Banden! Dein Arbeitgeber stellt dir keine Hilfen und Tools zur Verfügung, mit denen du deinen digitalen Unterricht gestalten kannst? Du hast keine Ahnung, wie man Videos schneidet, bist dafür aber ein Profil wenn es darum geht, interaktive PDFs zu gestalten? Vernetze dich mit anderen Lehrkräften und tausche dich mit ihnen über deine Erfahrungen und learnings aus. Lass andere an deinen Ideen teilhaben und vor allem: Lass andere nicht im Regen stehen. Nutze für die Vernetzung einfache Kommunikationskanäle und Plattformen, um eure Ideen und Materialien geordnet zu präsentieren.

Tags: evangelische Religionslehre, Religionsunterricht, #digitalerunterricht

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