Angst vor dem Korrigieren? Das hat mir geholfen


Die Spitze meines Rotstifts berührt das Papier. Du kannst das, sage ich mir. Du hast schon Tests korrigiert, das hier ist einfach nur mehr ... und länger. Aber so einfach, wie ich mir das immer vorgestellt habe, ist es dann doch nicht. Dieses Korrigieren. 

Eine Herzenskollegin sagte mir mal, als sie ihren Korrekturmarathon unterbrach: „Manchmal breche ich mir hier fast die Finger.“ Sie wisse manchmal einfach nicht, was sie schreiben soll - oder wie?

Ganz unter uns? Auch nach mittlerweile 9 Jahren Berufserfahrung habe ich manchmal Bammel vor dem Schreiben. Gerade wenn es in Richtung Oberstufen-Klausuren oder Prüfungen geht, spüre ich diese Unsicherheit.

Und ja, besonders viele Gedanken um das, was ich da an den Rand und unter eine Arbeit schreibe, mache ich mir, wenn ich weiß: Ein Kollege wird sehen, was ich geschrieben habe. Eigentlich verrückt.

Als ich zum ersten Mal korrigierte Arbeiten einer gestandenen Kollegin bekam, war das für mich wie Goldstaub. Ich notierte mir einige ihrer Formulierungen. Über die Jahre habe ich einen Fundus an Worten und Sätzen aufgebaut, auf den ich zurückgreife. Schau ihn dir gerne  HIER an:



Das Korrekturpaket enthält auch weitere Tipps und ist gut gegen dieses diffuse Magengrummeln ;).

Was mir aber auch geholfen hat, war ein bestimmter Gedanke. Warum korrigieren wir eigentlich? Mir fallen 3 Hauptaspekte hierzu ein:

1. ... um dem Verfasser des Textes ein (konstruktives) Feedback zu seiner Leistung zu geben.

2. ... um den SchülerInnen Wege aufzuzeigen, wie sie ihre Schreibkompetenz, ihr Fachwissen etc. verbessern können.

3. ... um unser Urteil bzw. die Note für den Schüler zu begründen und transparent zu machen

Fällt dir etwas auf? In allen drei Punkten geht es letztlich um unsere Schüler und Schülerinnen - gar nicht so sehr um uns.

Das war für mich ein „Augenöffner“.
Seit ich mit Kriterien arbeite und meine Notenfindung für die Schüler nachvollziehbar dokumentiert ist, geht es allerdings auch mir besser mit diesem Teil unseres Berufes.

Wie geht es dir mit und beim Korrigieren? Hast du Tipps, wie wir dem Korrekturwahn entkommen?

Liebe Grüße und „gut Tinte“ -
Wortliebe

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