
In diesem Beitrag soll es einmal nicht um die akademische Seite des Homeschoolings gehen. Vielmehr möchte ich mich mit dem ganzen Drumherum befassen. Die Kinder lernen schließlich nicht nur, sondern wollen auch nach den täglichen Übungen sinnvoll beschäftigt sein.

Wir können wegen der Ausgangsbeschränkungen kaum nach draußen. Auf dem Land ist es einfacher, denn man kann trotz allem spazieren, in den Wald gehen oder über Wiesen toben. Wer einen eigenen Garten hat, der kann mit seinen Kindern im Freien spielen und toben. Natürlich immer unter der Bedingung, jeglichen Kontakt zu anderen zu vermeiden.
Schwierig wird es in der Großstadt. Wir leben in Kairo, der Mutter aller Megastädte. Ich weiß also, was es bedeutet, wenn man zu Zeiten von Corona nicht mal eben in die freie Natur gehen kann. Hier sind einfach überall Menschen. Trotzdem gelingt es uns, Ausgleich für die Kinder und uns selbst zu schaffen.
Wenn meine Kinder nicht ausgelastet sind, dann schwankt der häusliche Frieden sehr schnell! Es ist also meine Aufgabe, entsprechende Angebote zu machen, damit sie ihrem ganz natürlichen Drang nach Bewegung ausreichend nachgehen können.
Das bieten wir unseren Kindern an:
Mein Mann geht normalerweise täglich ins Fitnessstudio. Auch das fällt jetzt weg und er trainiert zu Hause. Die Sportstunde am späten Nachmittag ist fester Bestandteil unseres momentanen Tagesablaufs. Wir nutzen dazu Video-Anleitungen für Tabata auf YouTube. Dafür werden keine Geräte, Matten oder sonstiges benötigt.
Nicht jeder hat seinen eigenen Trainer zu Hause. Eine richtig tolle Alternative ist die tägliche Sportstunde von ALBA Berlin.
Besonders mein Sohn (8 Jahre) braucht sehr viel Bewegung. Ihm reichen die gemeinsamen Übungen nicht aus. Wenn er sich nicht genug bewegt, dann wird er zappelig und unausgeglichen. Wenn ich merke, dass er immer hibbeliger wird, biete ich ihm an, ein paar einfache Übungen zu machen:

Die Kinder hatten vermutlich noch nie so viel Zeit, wie im Moment. Keine Termine, keine Verpflichtungen, keine Hobbys außer Haus. Für uns Erwachsene sieht das natürlich anders aus, denn wir sollen trotz aller Widrigkeiten immer noch Leistung bringen und womöglich im Homeoffice weiter arbeiten.
Jetzt ist also die Gelegenheit für neue, altersgerechte Projekte, welche die Kinder eine Weile beschäftigen. Das können schon ganz simple Dinge sein:
Oder auch komplexere Dinge:

Jetzt ist die Gelegenheit, ganz viel gemeinsam zu machen.
Neben Homeoffice und Homeschooling ist immer noch viel Zeit, die man sonst nicht hat. Ich merke, meine Kinder brauchen mich im Moment mehr als sonst. Ich merke aber auch, dass sie ausgeglichener sind, je mehr ich mich mit ihnen beschäftige. Das bedeutet auch, dass ich danach ungestört Zeit für mich uns meine Arbeit habe.
Es gibt viel, was man zusammen mit seinen Kindern machen kann:
Ich habe euch ein kostenloses Schnipp-Schnapp gebastelt. Die Kinder können für sie mögliche Beschäftigungen hineinschreiben und dann den Zufall entscheiden lassen, was sie als nächstes machen.

Meine persönliche Hassdisziplin! Jetzt sind alle ständig zu Hause und die Wohnung ist irgendwie niemals so komplett aufgeräumt und sauber. Irgendwas liegt immer rum, irgendwer verteilt Brösel, obwohl gerade frisch gesaugt ist, die Betten sind schon nach einer halben Stunde wieder ungemacht und andauernd will jemand etwas essen.
Kinder können Aufgaben übernehmen. Sie lernen Selbständigkeit und Verantwortung. Ganz nebenbei vergeht bei der Hausarbeit schon wieder etwas Zeit und die Eltern müssen nicht alles alleine machen. Ich zeige euch ein paar Beispiele:
Aufgaben im Haushalt, die mein Sohn (8 J.) übernimmt:
Aufgaben, die meine Tochter (12 J.) übernimmt:

Wir haben alle unterschiedliche Interessen. Wenn wir viel Zeit miteinander verbringen, müssen wir Kompromisse schließen und auch mal etwas machen, worauf wir vielleicht nicht so viel Lust haben. Es ist deswegen wichtig, auch individuelle Zeiten und viele Freiräume zu lassen.
Kinder müssen sich auch mal langweilen und an die Decke starren dürfen. Wir können und sollen sie nicht rund um die Uhr beschäftigen!
Und lasst auch mal Fünfe gerade sein. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn nicht jeder Tag voll durchgeplant ist oder wenn mal das Chaos herrscht. Ich weiß das, denn ich bin die Königin des Chaos!
Es ist ok, wenn die Kinder mal Fernsehen oder sich mit dem Tablet beschäftigen. Die Mischung macht es. Setzt euch nicht unter Druck!
Ich wünsche euch allen gute Nerven in dieser schwierigen Zeit. Bleibt gesund und gelassen!
Michaela
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