Diese Fragen stelle ich mir auch als erfahrene Lehrerin immer mal wieder. Und dann kam mir vor einiger Zeit die Idee zu einem Spiel: Knerfen (von "knüllen & werfen)". Und was soll ich sagen, die Schüler*innen sind komplett süchtig danach!

"Knerfen" ist ein Kofferwort, das sich aus "knüllen" und "werfen" zusammensetzt. Und damit sind auch schon zwei der entscheidenden Spielphasen erklärt. Doch von vorn:
Ablauf
[vorher entscheiden, ob die Schüler*innen einzeln oder im Team antreten sollen.]
1. Der Lehrer/die Lehrerin gibt eine kleine Aufgabe. Das kann eine Frage sein, zum Beispiel: "Wie viele Wortarten gibt es?" oder "Was heißt "Papier" auf Englisch?". Kopfrechnen ist natürlich auch sinnvoll im Mathe-Unterricht. Toll sind auch Schätzfragen (das Team, das am besten schätzt, darf dann knüllen und werfen).
2. Die Schüler*innen haben Zeit, um die Antwort auf ein Zettelchen zu schreiben. Hier reicht meist schon ein kleines Stück Papier und im Sinne der Nachhaltigkeit schnappe ich mir Fehlkopien aus dem Kopierraum. Es bietet sich an, den Spielern ein Zeitlimit zu setzen. Ein Countdown, etwa per Beamer an die Wand geworfen, macht das Ganze noch spannender und sorgt für Nervenkitzel.
3. Nach Ablauf der Zeit müssen die Antwortzettel auf dem Lehrertisch liegen. Jetzt wird überprüft, wer richtig - oder bei einer Schätzfrage am besten abgeschnitten - hat. Nur richtige Antworten dürfen von den Schüler*innen zerknüllt werden. Falsche Antworten lege ich zur Seite.
4. Nun dürfen die Werfer*innen an den Start. Von der vorher vereinbarten Ziellinie versuchen sie nun, den Papierkorb zu treffen. Nur Zettel, die auch dort landen, ergeben einen Punkt für den Spieler oder das Team.
5. Das Team oder der/die Spieler*in mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.
Vorbereitung
Die Vorbereitung für das Spiel ist minimal, der Effekt riesig. Man braucht Zettelchen (siehe auch Anleitung), einen Papierkorb und eine Markierung auf dem Boden als Abwurfstelle.
Und natürlich sollte sich die Lehrkraft Fragen und Aufgaben überlegen, wobei zwischen den Runden genügend Zeit ist, zu improvisieren ;-).
Einsatzmöglichkeiten
Das Tollste an dem Spiel ist, dass es universell ist. Themen kann man in jedem Fach schnell finden. Alternativ könnte man auch Schüler*innen einbinden, die für ein jeweils anderes Team Fragen vorbereiten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Effekte
Meine Schüler*innen lieben das "Knerfen". Gerade nach einer intensiven Erarbeitungsphase genießen sie es, zu spielen. Im Übrigen sind meine Schüler dieses Jahr zwischen 15 und 19 Jahre alt. Doch sobald wir "knerfen", freuen sie sich wie kleine Kinder.
Was ich beobachtet habe, ist dass auch schwächere Schüler*innen Spaß an dem Spiel haben, wenn es im Team gespielt wird. Der fachbezogene Wettbewerbscharakter (wer ist der/die beste Schüler*in?) wird dadurch aufgefangen, dass auch der beste Spieler nicht gewinnt, wenn er oder sie den Papierkorb nicht trifft. Die Teams müssen sich also auch überlegen, wer gut zielen und tatsächlich treffen kann.
Eine kleine "Warnung": Das Knerfen ist actiongeladen, sodass meine Schüler*innen manchmal im Eifer des Gefechts immer lauter werden. Wobei mir persönlich das viel lieber ist, als wenn sie gegen Stundenende erschöpft die Köpfe hängen lassen :-).
Klar: Aufräumen nicht vergessen
Jedes noch so schöne Spiel geht einmal vorbei. Und klar: Nach dem Knerfen muss gemeinsam "klar Schiff" gemacht werden. Bislang war das zum Glück noch nie ein Problem. Im Gegenteil: Die Schüler*innen, mit denen ich "geknorfen" (geknerft? ;-)) habe, sahen das als Selbstverständlichkeit an. Auch wenn sie es genossen haben, dass sie nun einmal "unter Aufsicht" Kügelchen werfen durften. Ein subversives Element hat dieses Spiel also ebenso.
Feedback
Du hast das Knerfen ausprobiert? Ich freue mich sehr über Feedback - daher lass mir doch einen Kommentar hier. Und wenn du magst, darfst du die Spielbeschreibung natürlich gern mit anderen Kolleg*innen teilen.
Link zur Spielbeschreibung
... hier geht's zur Spielanleitung zum Ausdrucken :-) (klick!)
Viel Spaß beim Ausprobieren
wünscht Wortliebe
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