Letzte Woche startete der Betzold Verlag auf ihrem Insta-Account ein interessantes Video ...
wie viel geben Lehrer privat aus? Im Video hieß es 500 - 1000€ im Jahr als Privatausgaben wären "normal".
Im ersten Moment denkt man "NEVER!" ... und dann... hab ich auch mal nachgefragt auf meinem Account. Hier das Ergebnis!


Wie kann das sein? Immerhin höre ich persönlich auch ganz gerne "Na, dann gibt halt nicht dein eigenes Geld aus!" Ist das echt so einfach?
Nun...überlegen wir mal was wir alles so brauchen...
Grundausstattung :
hab ich da noch etwas vergessen?
Dann Dinge für den Unterricht ...
Ich wette man könnte die Liste noch fortsetzen! Bei vielen der Dingen kann man sagen "Naja - komm, du MUSSTEST dir ja nicht diesen komischen Zylinder kaufen für die Wortschatzstationen" .... stimmt! Manches kauft man für "schön" und "schön" heißt im Unterricht ja nicht mal unbedingt immer "besser". Aber so oder so bleibt die Summer der Dinge die unentbehrlich sind ziemlich lang!
Ich zB kaufe auch Kreide selbst, da ich den Staub nicht vertrage, ständig kaputte Hände habe und die Kreide in der Schule nicht in den Kreidehalter passt. Und ich denke mir oft genug ... ich rechne besser nicht nach was ich im Jahr so ausgebe! Und, ja, ganz ehrlich, wie die meisten die sich von Euch hier so tummeln mache ich es gerne! Weil ich schönes Material liebe, weil ich gerne Dinge ausprobiere etc etc.
Was mich aber nervt: wie selbstverständlich das erwartet wird! Nicht im Bezug auf Material, aber auf Ausstattung und Bereitschaf diese anzuschaffen. Heute kamen wir im Lehrerzimmer wieder auf das Thema, nachdem die (privaten) Ipads mit den (privaten) Adaptern immer wieder Probleme haben eine vernünftige Verbindung zum Beamer aufzubauen und so gerne mal die Planung (wenn digital) platzt. Schnell war man im Austausch über HDMI-Verstärker oder Dongle-Möglichkeiten … und dem Preis dafür! Und der Frage, ob das eigentlich sein kann. Dazu der Frust, den manche aufgrund von Reaktionen auf FoBis in letzer Zeit empfanden:
Bringt man auf Fortbildungen oder Vorträgen kritisch an, wie viele Dinge denn umgesetzt werden sollen -insbesondere bezüglich Digitalisierung - ohne Internet, ohne Dienst-Tablet etc ... wird man mitunter von jemandem aus der BezReg gefragt "Ach - haben sie kein eigenes?" Fragt man zurück ob der Laptop für die Präsentation auch ein Privatgerät sei erntet man Verwunderung. Warum wird es so selbstverständlich genommen, dass wir alles "vorstrecken" ? Ich glaube mitunter weil wir es immer bereitwillig getan haben...bei all den Dingen, die da oben in der Liste stehen.
Ich meine, was wäre denn, wenn wir KEIN privates Geld mehr für den Unterricht ausgäben? Die meisten von uns hätten an der Schule nicht einmal ein Englischbuch, schon gar nicht mit Lehrermaterialien! Kopien gäbe es nur noch in der Klassenarbeit, funktioniert der Beamer nicht - egal...der einzige Laptop für die Fachschaft ist eh gerade woanders unterwegs, Film mit Lizenz kann die Fachschaft sich höchstens einen alle paar Jahre leisten, für andere wäre man privat in der Haftung sollte man sie zeigen .... da kommt doch so einiges zusammen, oder?
Was ist die Lösung?
Tja... ich hab da schon mal keine ... ich werde weiter privat investieren in meinen Beruf. Mal mehr und mal weniger zähneknirschend.
Nur bei digitalem....wie kann ich dazu VERPFLICHTET sein, Digitalisierung in der Schule zu unterrichten, Klassen Programme und Recherche beizubringen, Apps zu nutzen...wenn ich in dem Bereich ALLES selbst zahlen muss? Und ich muss sagen ... da habe ich auch vollstes Verständnis für Kollegen und Kolleginnen die sagen "Ne - mach ich nicht!" Irgendwo ist halt auch mal Schluss!
Wie seht ihr das? Ich bin gespannt!
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